Aktueller Geschäftsbericht

Auszug aus dem Geschäfts- / Managementbericht

des Vorstandes für das Geschäftsjahr 2016

Zeitraum 01.01.2016 bis 31.12.2016

 

Inhaltsverzeichnis

 I. Einleitung

II. Satzungsgemäße Tätigkeit

  1. Leitbild der Gesellschaft für Arbeit und Soziales
  2. Struktur der GefAS
  3. Ehrenamtliches und bürgerschaftliches Engagement / Freiwilligenagentur

III.  Soziale Projekte mit gemeinnützigem Charakter    

      1.  „Halt“ (Sozialberatung und Begleitung), Sozialberatung / Antimobbingberatung

2. Kinder- und Jugendarbeit

IV. Soziale Projekte mit mildtätigem Charakter

a) Schuldnerberatung, Verbraucherinsolvenz, Schuldenprävention

b) Seniorenarbeit

c) Obdachlosenarbeit und -prävention

d) Tafel – Arbeit / Sozialküche

e) Soziale Nähstube, Kleiderkammer, Wäschedienst

f) Soziale Möbelkammer

g) Übergangswohnheim / Notunterkünfte – Beratung ,Betreuung und Begleitung Asyl suchender     Menschen

V. Öffentlich geförderte Beschäftigung zur Verbesserung der 20 Eingliederungschancen auf  dem Arbeitsmarkt – Qualitätssicherung gem. Akkreditierungs- und  Zulassungsverordnung Arbeitsförderung (AZAV), §§ 176 ff. SGB III   

    a) Aktivierung und Eingliederung (AbE)

–   Integrationsprojekte mit sozialpädagogischer und sozialpsychologischer Begleitung

b) Reine Vermittlungsaktivitäten (VM)

c) Berufliche Weiterbildung (FbW)

VI. EU-Projekte, Erasmus Zuhause in Europa – interessieren, motivieren, aktivieren  und  Integration verbindet Menschen länderübergreifender Austausch von Basiswissen

VII.   Öffentlichkeitsarbeit                                                                                                           

VIII.   Mitgliedschaften und Kooperationen  

    a)  Paritätische Landesverbände Berlin und Brandenburg

b) Bundesverband Deutsche Tafeln e.V. / Landesverband der Tafeln Berlin- Brandenburg e.V.

c) Landesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen

d) Kooperationen mit dem polnischen Partnerverein aus GoluchowKooperation mit dem Tschechischen Bürgerverein D.R.A.K.

e) Kooperation mit dem Bürgerverein aus der Slowakei

f) Kooperation mit dem griechischen Verein „Hellenic Social Supporting Assocatin (HEL.S.s.A.)

g) Weitere Kooperationen

IX. Finanzierung der gemeinnützigen und mildtätigen Arbeit

  • Rechtliche Grundlagen
  • Buchhaltung und steuerliche Situation
  • Controlling

X. Personalarbeit / Personalentwicklung

XI. Vereinsorganisation / Mitgliederarbeit

XII.   Schlussbemerkungen                                                                                                        

Anlagen (liegen zur Versammlung vor)

 

I. Einleitung

Am 10. Januar 2016 bestand GefAS 25 Jahre, ein in der wohlfahrtspflegerischen Tätigkeit wahrhaft erfolgreicher und besonderer Verein. Das haben wir, während der Festveranstaltung am 23. Januar, von der Staatssekretärin im Sozialministerium Brandenburg und von vielen anderen Persönlichkeiten sowie Bürgerinnen und Bürgern, die unsere Hilfen in Anspruch nahmen, bestätigt bekommen.

Der hiermit vorgelegte Jahresbericht für 2016 erfasst die sozialpolitische Standortbestimmung, die Rechenschaftslegung und Managementbewertung des Vereins. In den einzelnen Beiträgen findet sich neben der Darstellung der Arbeit auch die Bewertung der aktuellen Entwicklungen sowie des Qualitätsmanagementsystems und seiner Prozesse. Diesem Ziel diente auch die Mitgliederversammlung vom 12.02.2016 und die Mitglieder­versammlung / Workshop am 07.10.2016 in der Begegnungsstätte Niewitz mit dem Thema: Die Tätigkeit von GefAS – Veränderungen und Chancen Teil V). Sie gaben eine klare Orientierung auf die sozialen Projekte, die finanzierbar sind. Projekte, die vorwiegend durch Eigenfinanzierung des Vereins realisiert werden, müssen weitestgehend der Kerntätigkeit dienen bzw. einen hohen sozialpolitischen Inhalt aufweisen. Insofern wurden die wesentlichen Säulen der Projektarbeit herausgearbeitet. Diese sind:

  • Armutsbekämpfung / Arbeit der Tafeln
  • „Halt“ Erkner – Beratung, Betreuung und Begleitung
  • Freiwilligenarbeit / Freiwilligenagentur
  • Projekte der Arbeitsförderung und Integration (AZAV)
  • Seniorenbetreuung in der Region Erkner
  • EU-Projekte im sozialen Bereich
  • Schaffung und Unterhaltung wohlfahrtspflegerischer Einrichtungen (Obdachlosen­unterkunft Erkner und Unterkünfte für Asylbewerber)

Seit Gründung nutzte GefAS vorrangig Mittel der Arbeitsförderung zur Realisierung der niedrig schwelligen sozialen Aufgaben. In den 25 Jahren unserer Tätigkeit waren wir, entgegen allgemeiner offizieller Verlautbarungen zur öffentlich geförderten Beschäftigung, in diesem Bereich sehr erfolgreich. Das unterscheidet uns gravierend von anderen traditionellen Wohlfahrtsvereinen und Verbänden, die vorrangig regelfinanziert tätig sind.

Das Alleinstellungsmerkmal der GefAS besteht einerseits in der integrativen Arbeit in Bezug auf Arbeitsförderung arbeitsloser Menschen und andererseits der tausendfachen sozialen Hilfen im niedrig schwelligen sozialen Bereich außerhalb von Regelfinanzierungen. Diese Besonderheit, die  Jahre von hoher gesellschaftlicher Effizienz getragen wurde, ist im Zusammenhang mit den derzeitigen rechtlichen Rahmenbedingungen sehr schwierig geworden. Durch eine hohe Beschäftigungsquote erfolgte eine fast vollständige Abschaffung von geeigneten Arbeitsförderinstrumenten. Der soziale Bereich, insbesondere im Wirkungskreis unseres Vereins, verspürte höhere Belastungen durch massiven Abbau staatlicher Förderungen und kommunaler Zuwendungen auf der einen Seite und einen massiv steigenden Bedarf sozialer Hilfen auf der anderen Seite. In diesem Zusammenhang wird auf die Problematik der Kommunalisierung des sozialen Sektors im Zusammenhang mit dem grundgesetzlich garantierten Subsidiaritätsprinzip verwiesen. Auch wird auf die Bestrebungen zur Ökonomisierung des sozialen Sektors verwiesen, womit in das Sozialstaatsprinzips eingegriffen wird.

Ursachen für die sozialen Probleme Betroffener sind weiterhin   Langzeitarbeitslosigkeit, prekäre Beschäftigungsverhältnisse und die massive Zunahme von Personen, die an der Armutsschwelle leben bzw. von Armut betroffen sind.

Durch GefAS wurden im Jahr 2016 außerordentliche Anstrengungen unternommen, um die satzungsgemäßen Ziele und Aufgaben zu erfüllen. In unseren Arbeitsberatungen, Schulungsveranstaltungen und bei den sozialpolitischen Aktivitäten bringen wir diese Thematik immer wieder auf die Tagesordnung.

II. Satzungsgemäße Tätigkeit

Die soziale und sozialpolitische Arbeit von GefAS erfolgte auf der Grundlage rechtlicher Normen, der Satzung, der Beschlüsse der Mitgliederversammlungen und des Leitbildes. Satzungszweck und tatsächliche Geschäftsführung bilden dabei stets eine Einheit.

Satzungsgemäß wurden die sozialen Hilfen Personen zuteil, bei denen wir die Bedürftigkeit wegen ihres körperlichen, geistigen oder seelischen Zustandes feststellten (Vorlage von Bescheiden u.d.g.), die uns von den Kommunen benannt oder vermittelt wurden, die im Besitz eines gültigen Sozialpasses sind oder die über 75 Jahre alt und damit vom Gesetz her als bedürftig erfasst werden. Bei der Feststellung der Bedürftigkeit haben wir uns über die Normen und Vorgaben der Abgabenordnung (AO) und des Anwendungserlasses zur Abgabenordnung (AEAO) hinaus an den allgemeinen Festlegungen der EU zur Bedürftigkeit orientiert. Danach sind Menschen materiell bedürftig, wenn ihr Einkommen 960,00 € / Monat nicht überschreitet.

  1. Leitbild der Gesellschaft für Arbeit und Soziales

Die Mitgliederversammlung im Februar 2013 bestätigte den langfristig und demokratisch vor­bereiteten Entwurf des Leitbildes mit dem Hinweis der systematischen Aktualisierung. Fördermitglieder und leitende Beschäftigte haben in Beratungen Meinungen geäußert und Änderungshinweise gegeben. Damit war ein breiter demokratischer Konsens gewährleistet.

Die Mitgliederversammlung im Herbst 2015 beschloss die Aktualisierung des Leitbildes, das auf der Homepage veröffentlicht wurde.

Neue Herausforderungen waren u.a. die Anforderungen des Kreissozialamtes bezüglich einer stärkeren Tätigkeit im Asylbereich.

Unser System zur Qualitätssicherung und -entwicklung (QM) erfordert ein aktuelles Leitbild als Information für die „Kunden“ (Begriff aus den Qualitätsanforderungen, AZAV), Unterstützer und die Öffentlichkeit. Gleichzeitig dient es als Handlungsorientierung für die Beschäftigten.

  1. Struktur der Gesellschaft für Arbeit und Soziales

Mitgliederversammlung

Kuratorium

Vorstand                               Revisionskommission

 

Fachbereich 1 Fachbereich 2 Fachbereich 3 Fachbereich 4
Vorstandssekretariat

Michaela Böhnisch

Buchhaltung                                               / Finanzen

Marlies Kien

PEK / Personal

Gabriele Henschke

Regionalbereich Erkner Beratung / Betreuung

Sonja Krämer

Sekretariat

Terminkontrolle/

Koordinierung

Öffentlichkeitsarbeit

Homepage

Büromaterial               und

Bürotechnik

Buchhaltung

Maßnahmen-Abrechnung

Mitgliederservice

Versicherungen

Arbeits- und

Gesundheitsschutz

Planung, Entwicklung,

Kontrolle

Qualitätssicherung,

QM – Beauftragte

Stiftungsarbeit

Personal

Bundesfreiwilligendienst

Projekt           Halt           /

Beratungsdienste

Anleitung Projektleiter

Beschränkte

Personal vollmacht

Freie Arbeit

 

  1. Geschäftsstellen:

Berlin

Franz-Mehring-Platz     1, 10243 Berlin, Tel.: 030 2901976, berlin@gefas-ev.de

Allgemeine Sozialberatung

 

Beeskow

Radinkendorfer Str. 4a 15848 Beeskow Tel.: 03366 520599

Beeskower Tafel, Kleiderkammer, Möbelkammer, Nähstube,

 

Erkner

Fichtenauer     Weg     53     und     44, 15537 Erkner 03362 500812, vorstand@gefas-ev.de

Hauptgeschäftsstelle ab Nov.2015,

Regionalleitung,   soziales   Zentrum,   Begegnungsstätte,

Erkner     Tafel,     soz.     Mittagstisch,     soz.     Wäschedienst,

Möbelkammer, weitere Integrationsprojekte,

Projekt     Halt     mit     Sozialberatung     und     Betreuung,

Schuldnerberatung,  Seniorenbetreuung, Freiwilligenagentur,  Kinder-      und      Jugendarbeit,

Seminare, Veranstaltungen

 

Erkner

Friedrichstr. 52 a, 15537 Erkner

Seniorenbegegnungsstätte, Veranstaltungen, Mittagstisch,

 

Erkner

Seestr. 2, 15537 Erkner Tel.: 03362 3672

Soziale Nähstube / Kleiderkammer7.

Branden­burg

Erkner

Erkner

Fürstenwalde

Flakenseestr. 26/27, 15537 Erkner

Walter Smolka Str.09 15537 Erkner

Hegelstr. 22, 15517 Fürstenwalde, Tel.: 03361 376793, vorstand@gefas-ev.de

Obdachlosenunterkunft

Übergangswohnheim für Asylbewerber

Hauptgeschäftsstelle,     Seminare,     Fürstenwalder     Tafel, Kleiderkammer,  Kinder-   und        Jugendarbeit, Übergangswohnheim  für  Asylbewerber, Begegnungsstätte

 

Fürstenwalde Eisenbahnstr. Übergangsheim für Asylbewerber, Haus II

Fürstenwalde Erst-Thälmann-Str. 80 Tel.: 0163 8921714

Möbelkammer

 

Dorfstr. 95/96, 15910 Bersteland  Niewitz OT Niewitz Tel.: 035474 36855, niewitz@gefas-ev.de

 

Storkow   Fürstenwalder Str. 20, 15859 Storkow

(Heinrich-Heine-Str. 45)

Chemnitz Jägerstr. 5-7, 09111 Chemnitz Tel. 0371 6903427

Geschäftsstelle LDS,

Begegnungsstätte, Integrationsprojekt „Freie Arbeit“

Ausgabestelle der Erkner Tafel

Seminare Arbeits- und Sozialrecht

 

Sachsen

Dresden Cottaer Str. 2, 01159 Dresden Tel.: 0351 4947645

Allgemeine Sozialberatung, Anti-Mobbing-Beratung,

 

  1. Ehrenamtliches und bürgerschaftliches Engagement / Freiwilligenagentur

Die satzungsgemäßen Aufgaben der GefAS werden vorrangig im niedrig schwelligen sozialen Bereich realisiert. Davon ausgehend sind die Aufgaben ohne ehrenamtliches und bürgerschaftliches Engagement nicht lösbar. Der ehrenamtlichen Arbeit und dem bürgerschaftlichen Engagement wird große Bedeutung beigemessen. Die Organisierung erfolgt auf der Grundlage der rechtlichen Rahmenbedingungen und der Freiwilligencharta des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes.

Durch das ehrenamtliche und freiwillige soziale Engagement unserer Mitglieder, Beschäftigten und Förderer sowie dem Verein nahestehender Personen wurde ein   großer Beitrag zur Erfüllung der satzungsgemäßen Ziele und Aufgaben geleistet. Für uns gilt, durch Aktivierung des freiwilligen Engagements und des Ehrenamtes die Sozialarbeit solidarisch zu gestalten. GefAS beschäftigt drei verantwortliche Mitarbeiterinnen mit einer Ausbildung zur Ehrenamtsmanagerin. In den vielen Jahren unserer Tätigkeit haben wir ein großes Potenzial für die ehrenamtliche und freiwillige Arbeit aktiviert, so auch 2016. Allein die Festangestellten Mitarbeiter/innen der Geschäftsstelle Erkner leisteten insgesamt

1.803 ehrenamtliche Stunden. Der Vergleich der geleisteten Stunden in den letzten Jahren zeigt die hohe Steigerung und deren außerordentliche Bedeutung:

 

Geschäftsstelle Stunden 2014 Stunden 2014 Stunden 2015
Berlin 226 385 260
Erkner 9.970 12.857 12.519
Fürstenwalde 8.302 9.822 11.012
Beeskow 1.139 826 1.227
Storkow 1.736 1.030 2.867
Niewitz 590 542 957
gesamt: 21.963 25.463 28.841

LOS 27.626 Stunden (2015 – 24.535 Stunden) ehrenamtliche Arbeit.

Bei der Berechnung eines Arbeitstages mit 7,7 Stunden im LOS wurden insgesamt 3.582 Arbeitstage und der Berücksichtigung von 220 Arbeitstagen im Jahr 16,31 Jahresvollzeitarbeitsstellen im Verein ausgefüllt. Das ehrenamtliche und freiwillige Engagement zeigte auch, dass sehr viele Menschen eine hohe soziale Verantwortung haben und sich mit den humanitären Zielen und Idealen unseres Vereins identifizieren.

Für die Ehrenamtsarbeit ist grundsätzlich festzustellen, Engagement, Fachlichkeit, Kollegialität und Vertrauen sind die wesentlichen Merkmale unserer Beschäftigten. Vorrangig durch Qualifikation und Integration eröffnete die ehrenamtliche Tätigkeit auch den Weg in den ersten Arbeitsmarkt.

GefAS führt über die Zentralstelle Bundesverband der Tafeln e.V.   Projekte     im Bundesfreiwilligendienst (BfD), derzeit 27 Plätze, durch. Neben den Tätigkeiten in den Tafelprojekten, erfolgen Qualifizierung und Eingliederung.

Freiwilligenagentur Erkner/ Bürgerschaftliches Engagement

Die trägerneutrale Freiwilligenagentur für die Region   Erkner wird von Melina Schniegler-Dagge geleitet. Durch die Agentur soll den in der Region ansässigen sozialen Vereinen und Verbänden die Möglichkeit zur Qualifizierung ihrer Freiwilligenarbeit ermöglicht werden. Seit 25.01.2015 ist die Freiwilligenagentur Erkner Mitglied in der Landesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen (Lagfa). 40 ehrenamtliche Beschäftigte werden durch die Agentur betreut (25 Frauen und 15 Männer). Den ehrenamtlich Interessierten standen ca. 50 Einsatzfelder in der Sozialplanregion zur Verfügung. Das waren z. B. Tätigkeiten in der Kinder- und Jugendhilfe, der Seniorenarbeit oder der Flüchtlingshilfe. Bis Dezember 2016 fanden 164 persönliche Erstberatungen mit interessierten Bürgern statt.

Ein wichtiger Punkt ist die soziale Integration. Fehlende soziale Bindungen und das Steigern des Selbstwertgefühls, in Form von „Ich werde gebraucht“ sind wichtige Grundlagen, für die Aufnahme einer ehrenamtlichen Tätigkeit. Arbeitslose Menschen nutzen darüber hinaus die Möglichkeit, Schlüsselqualifikationen zu erwerben oder Kontakte zu eventuellen

Arbeitgebern zu knüpfen, um so in den Arbeitsmarkt zurückkehren zu können. So z.B. haben 4 ehrenamtliche Mitarbeiter die Chance einer Festanstellung auf dem 1. Arbeitsmarkt erhalten.

Um ein attraktives Angebot für die jeweiligen Interessenten zu finden, bedarf es einer gewissen Anzahl unterschiedlicher Einsatzbereiche. Die Mitarbeiterinnen der Freiwilligenagentur können auf 44 Institutionen zurückgreifen. Darunter sind Einsatzbereiche in der Kinder- und Jugendarbeit, der Seniorenarbeit oder im kulturellen Bereich.

Um   die Aktivitäten   der   Ehrenamtlichen anzuerkennen   und öffentlich   sichtbar   zu machen, wurden verschiedene Möglichkeiten der Anerkennung genutzt:

  • Teilnahme an Fahrten und Ausflügen
  • Übergabe kleinerer Präsente
  • Teilnahme an Seminaren
  • Öffentliche Auszeichnung durch GefAS und den Landkreis

Durch die kostenfreie Nutzung der sozialen Angebote von GefAS, insbesondere das Beratungsangebot der Haltestelle konnten darüber hinaus persönliche soziale Problematiken schnell gelöst werden.

Ein wichtiges Instrument der Arbeit der Freiwilligenagentur Erkner ist die Präsentation nach außen. Zahlreiche Veranstaltungen wurden genutzt, um die Freiwilligenagentur vorzustellen und Menschen für ehrenamtliches Engagement zu begeistern. Dazu zählten u.a. Informationsstände zum Familientag und Heimatfest der Stadt und die Woche des bürgerschaftlichen Engagements im September 2016, bei dem an Informationsständen das Bürgerschaftliche Engagement in all seiner Vielfalt und in seinen unterschiedlichen Formen öffentlich sichtbar und erfahrbar gemacht wurde. Ein Höhepunkt war die 1. Freiwilligenbörse, am 17.09.2016, im Sportzentrum in Erkner.

III.       Soziale Projekte mit gemeinnützigem Charakter

Durch GefAS erfolgen 3.896 (2015-7.225) gemeinnützige Hilfen durch die Projekte:

  • „Halt“ Erkner (Sozialberatung und Begleitung) 952
  • Sozialberatung in Berlin, Fürstenwalde und Dresden     832
  • Kinder- und Jugendarbeit 380
  • Bildungsarbeit 732

Die gemeinnützigen Projekte umfassen nur noch einen geringen Teil unserer gesamten Tätigkeit.

  1. Halt (Sozialberatung und Begleitung), Sozialberatung / Antimobbingberatung

Die umfassende Sozialberatung (Rechtsberatung nach dem Rechtsdienstleistungsgesetz) ist bereits 25 Jahre ein wichtiger Bereich unserer gemeinnützigen Tätigkeit. Seit 2016 können wir uns diesbezüglich nur noch auf die Geschäftsstelle in Erkner „Halt“ im LOS, in Berlin, und Dresden konzentrieren. Obwohl es in anderen Regionen ebenfalls diversen Hilfebedarf gibt, können wir diesem aus wirtschaftlichen Gründen nicht mehr entsprechen.

Die Arbeit im Projekt Halt für die Region Erkner erfolgt im niedrig schwelligen Bereich, nach konzeptionellen Vorgaben und wird durch den LOS gefördert. In Erkner haben wir den größten Anteil sozialer Projekte. Auf Grundlage der guten Ausstattung mit Fachpersonal ist „Halt“ Erkner für viele Bürger des gesamten Landkreises ein wichtiger Anlaufpunkt. 193 Beratungen wurden durchgeführt, 33 davon mit Bewohnern der ODU. Darüber hinaus erfolgten 5 Begleitungen zum Jobcenter und anderen Ämtern der öffentlichen Verwaltung sowie in Einzelfällen auch Hausbesuche.

Gem. § 67 SGB XII erfolgte die Hilfe für 2 Personen, 26 Sachverhalte wurden an einen Referenzanwalt übergeben.

Zwei Beispiele aus der Region Erkner, die durch das Projekt „Halt“ beraten, begleitet und betreut wurden, sollen die Situation in diesem Bereich verdeutlichen:

Herr M.

  • Alkoholkrank
  • Nicht im Leistungsbezug des Jobcenters
  • Nicht krankenversichert
  • Nicht arbeitsfähig
  • Nicht in der Lage, Probleme des Alltags zu bewältigen

Im Ergebnis mehrerer persönlicher Gespräche wurden die umfassenden persönlichen Belange herausgearbeitet und das Vertrauen des betreffenden zum Mitarbeiter der GefAS gestärkt. Auch wieder in mehreren Verhandlungen mit dem Jobcenter wurde die Frage des Leistungsbezuges geregelt und gleichzeitig die Krankenversicherung erwirkt.

Durch das Jobcenter wurde die psycho-soziale Begutachtung erwirkt mit dem Ergebnis, dass er nicht mehr vermittelbar ist und ein Antrag auf Erwerbsminderungsrente gestellt werden konnte. Zur Antragstellung und erneuten Begutachtung erfolgte die Begleitung zur Deutschen Rentenversicherung. Dem Antrag wurde zwischenzeitlich stattgegeben. Nun war noch zu klären, wie die ständigen Alltagsprobleme zu bewältigen sind. Hierzu erfolgte ein Antrag auf Betreuung nach § 1896 BGB an das Amtsgericht Fürstenwalde. Nach erneuter Begutachtung wurde ein gerichtlich bestellter Betreuer eingesetzt, zu dem weiterhin ein enger Arbeitskontakt zu gewährleisten ist, da die soziale Betreuung des Betreffenden nunmehr längerfristig erfolgen muss.

Herr V.

  • Alkoholprobleme
  • erhebliche gesundheitliche Probleme
  • Arbeitsunfähigkeit?
  • Wohnungslos und lebte in der Natur (Auffinden durch Hinweise von Bürgern)
  • kein Einkommen, kein Geld
  • keine Lebensmittel
  • keinen gültigen Ausweis
  • keine Krankenversicherung
  • kein Konto, schulden

In Absprachen mit der Stadtverwaltung erfolgte die Unterbringung in der Obdachlosenunterkunft in Erkner. Es wurde ein Betreuer gem. § 1896 BGB durch das Amtsgericht Fürsten walde bestellt. Die gesundheitlichen Probleme sind außerordentlich groß. Es droht die Amputation eines Beines. Der Betreffende wurde von Anfang an über die Tafel versorgt und erhält nun warmes Mittagessen durch den sozialen Mittagstisch der GefAS.

Alle anderen sozialen Regelungen treffen – wie im Beispiel 1 – zu. Hier zeigte sich, wie positiv die Vernetzung der sozialen Projekte der GefAS wirken und mit welcher Komplexität soziale Problemfälle durch Halt zu lösen sind.

Wir stellen weiter fest, dass der Bedarf an sozialer Beratung und Betreuung außerordentlich

hoch und von essentieller Bedeutung für Benachteiligte ist.   Hartz IV-Bescheide, die uns zur

Prüfung   vorgelegt werden,   sind häufig fehlerhaft und die Widerspruchs- und   Klagewelle ist

hoch.

Die Sozialberatung der GefAS erfasst Sachverhalte wie:

  • Probleme aus dem Arbeitsverhältnis
  • Sozialrechtliche Fragen der Grundsicherung
  • Krisenintervention
  • Anti-Mobbing-Beratung
  • Beratung im Rahmen der Selbsthilfe
  • Familienberatung / Seniorenberatung
  • Beratung als „Träger freier Jugendhilfe“
  • Beratung zur Integration von Asyl suchender Menschen

Viele Menschen leben auch heute unter komplizierteren sozialen Bedingungen als je zuvor und die Armut hat zugenommen.

Kündigungen, Änderungskündigungen mit geringeren Löhnen und ausbleibende Lohnzahlungen sind auch nach den Mindestlohnregelungen die häufigsten Themen in der Sozialberatung. Das alles macht die Menschen kleinlaut, unsicher und krank.

Die Schere zwischen Reichtum und Armut geht zudem immer weiter auseinander. Auf der einen Seite wächst der Wohlstand gigantisch, auf der anderen Seite ist die Gruppe der wirtschaftlich Ausgegrenzten, der „Verlierer“, die schamlos so manche Politiker „arbeitsferne“ oder „bildungsferne“ Schichten nennen. Aufgabe des Projektes „Halt“ mit gemeinnütziger Sozialberatung ist in dieser Situation, den Menschen wieder ein Selbstwertgefühl zu vermitteln, Wege und Möglichkeiten aufzuzeigen, persönliche Notlagen zu überwinden, zu verhindern oder zumindest abzumildern.

Auch in einer schwierigen Lebenssituation muss eine menschenwürdige Existenz möglich sein!

Ein großer Teil der arbeitslosen oder von Arbeitslosigkeit bedrohten Menschen, die unsere Beratungsstellen aufsuchen, befinden sich in echten Krisensituationen, so dass vorrangig als erstes eine Krisenintervention erfolgen muss.   Durch die Beschäftigung eines Dipl.-Sozialarbeiters wird zudem eine äußerst qualifizierte integrative Arbeit und Krisenintervention geleistet.

Die sich häufenden Probleme sind Inkassoprobleme, Räumungsklagen,

Stromabschaltungen, fehlende Grundsicherung oder fehlendes Arbeitslosengeld und Mobbing am Arbeitsplatz. Oftmals haben sich arbeits- und sozialrechtliche Probleme sowie familiäre Sorgen derart angehäuft, dass Ratsuchende im Rahmen der Vernetzung zusätzlich an andere Projekte der GefAS, wie z.B. die Tafel oder die Schuldner- und Insolvenzberatung vermittelt wurden.

In Berlin wurde 2016 keine neue Maßnahme für Beratungen beantragt, so dass die Beratung ausschließlich ehrenamtlich mit 212 Stunden durchgeführt wurde. Es erfolgten 21 Beratungen und diverse Gruppengespräche zu MobiPro. Dennoch bleiben uns die Kosten für Miete, Telefon, u.d.g. Eine für 2017 beantragte Maßnahme wurde durch die Arbeitsagentur nicht bewilligt.

In Sachsen wurden 446 Sozialberatungen und zusätzlich Antimobbing-Beratungen durchgeführt. Dort erfolgt die Zusammenarbeit mit der Gewerkschaft ver.di, so dass   die Kosten für unseren Verein überschaubar bleiben. Das umfasst die gemeinsame Nutzung der Arbeitsräume und nicht zuletzt der Technik in Dresden. In Sachsen besteht unter Mitwirkung der GefAS ein aktives Präventionsnetzwerk gegen Mobbing.

GefAS arbeitet seit mehr als 20 Jahren auf dem Gebiet der Anti-Mobbing-Beratung. Nach Schätzungen werden jährlich ca. 1 Million Menschen von Mobbing am Arbeitsplatz betroffen. Jede neunte Person wurde im Verlauf der Erwerbstätigkeit schon einmal gemobbt. Es wird angenommen bzw. geschätzt, dass jährlich 200 Suizide auf das Konto von Mobbing gehen. Obwohl wir wissen, dass die präventive Arbeit eine wichtige Säule der Anti-Mobbing-Arbeit ist, können wir diese derzeit nur in Dresden und vereinzelt in Erkner leisten. Es ist nicht gelungen, die Finanzierung durch die Krankenkassen, andere Leistungsträger, Stiftungen o.ä. zu realisieren.

Wir vertreten die Auffassung, dass die wichtigen Formen der psychosozialen Beratungen, die ein wesentliches Stück Gesundheitsfürsorge sind, nicht dem Rotstift zum Opfer fallen dürfen. Regelfinanzierte öffentliche Förderung für diese Tätigkeit wäre daher dringend geboten.

Die gemeinnützige sozialrechtliche Beratungstätigkeit durch GefAS erfolgt nur noch in 4 Geschäftsstellen mit 5 Beschäftigten. Leider können wir wegen ausbleibender

Förderungen und den veränderten Förderbedingungen die Anfragen und Bedarfe Betroffener quantitativ nicht mehr realisieren.

  1. Kinder- und Jugendarbeit

GefAS leistet satzungsgemäß eine qualifizierte Kinder- und Jugendarbeit als anerkannter „Träger der freien Jugendhilfe.

Eine bedarfs- und zeitgerechte Unterstützung für Familien mit Kindern sowie jungen Menschen, kann nur durch eine regelmäßige Netzwerkarbeit angeboten werden. Kontinuierliche Kontaktpflege und generelle Absprachen zur Zusammenarbeit sind notwendig, damit auch im Einzelfall rasch und konsequent gehandelt werden kann. Die AGs und UA AGs § 78 SGB VIII (Kinder- und Jugendhilfe), der Steuerungsgruppe Kinderschutz sowie das Fachteam der Stadt Erkner werden regelmäßig genutzt, um eine praxisorientierte Durchführung zu gewährleisten und einen damit verbundenen Informationsaustausch zu allen bestehenden Angeboten für Kinder und Jugendliche im Planungsraum Erkner sicherzu­stellen.

Ziel der Kinder- und Jugendarbeit ist, Kinder und Jugendliche durch individuelle

sozialpädagogische Betreuung zu befähigen, dass sie ihre eigenen Interessen, Stärken und Neigungen realistisch einschätzen und   nutzen, das Heranführen an Teamfähigkeit, Rücksichtnahme, Kommunikationsvermögen sowie Achtung gegenüber dem Anderen.

Im Kampf gegen Kinderarmut werden in den drei Tafeln der GefAS Tafeln für Kinder geführt. Die Tafeln für Kinder sind zum festen Bestandteil der Arbeit der Tafeln geworden und organisieren jährlich kulturelle Höhepunkte für Kinder aus einkommensschwachen Familien. Gerade bei diesen Familien kommt es häufig vor, dass bei den Kindern gespart wird. Um sozialer Ausgrenzung entgegenzuwirken, schaffen alle Tafeln der GefAS den Kindern diverse interessante kulturelle, touristische und gesellige Höhepunkte auf der Grundlage von bestätigten Konzeptionen. Beispielsweise ist das Kinderfest anlässlich des Internationalen Kindertages in Fürstenwalde zu einer guten Tradition geworden. Eine Bauchtänzerin aus dem Iran überraschte die Kinder mit ihrem Auftritt. In Beeskow erhielten die Kinder Karten für die Eisbahn und probierten sich beim Schlittschuhlaufen aus.

Der Höhepunkt des Jahres war das 10.Sommercamp vom 01.08. bis 10.08.2016 in Niewitz, das unter dem Motto stand: „Gemeinsam den Spreewald entdecken“. 22 Kinder- und Jugendliche aus Erkner, Schöneiche, Beeskow, Spreenhagen und Fürstenwalde und von Asyl suchenden Eltern im Alter von 9 bis15 Jahren nahmen daran teil.

Kulturelle, aber auch kreative und actionreiche Zeiten standen während dieser Tage auf dem Programm.

Durch großzügige Spenden, u.a. des Kuratoriumsvorsitzenden, Herrn Dr. Lenk, Mercedes Mettchen und eines Kahnfährmannes aus Lübben, war es der Kinder- und Jugend­beauftragten, Frau Schniegler-Dagge, möglich, weitere Highlights zu organisieren. Es ging zum Dino-Saurierpark nach Kleinwelka und natürlich wieder ins Tropical Islands. Ein besonderer Dank gilt auch Frau Inge Schniegler, die ehrenamtlich die Kinder im Ferien­lager mit betreute.

Von unserer Seite wurden vorrangig Kinder berücksichtigt, deren Eltern Kunden der Tafeln sind (Tafeln für Kinder). Die Aktivitäten im Ferienlager wurden teils von Sponsoren unterstützt, so vom Landkreis Oder-Spree, von der Sparkasse Oder-Spree, der Stadt Erkner, der Stadt Storkow, der Fraktion der Linken im Landtag, und durch Lidl-Pfand-Spenden. Die Jugendlichen stellten auch wieder eine Begegnungszeitung her, die alle Mädchen und Jungen zum Abschluss erhielten. Sie gibt auch wichtige Hinweise zur Qualität und zur Zufriedenheit der Kinder und Jugendlichen über das Projekt. 345 Kinder besuchten die Veranstaltungen bzw. nutzten die Angebote der Tafeln für Kinder.

Das Projekt Verkehrssicherheit und Schulwegesicherung trugt in Erkner an brisanten Verkehrsschwerpunkten seit mehreren Jahren erheblich zur Sicherheit von Kindern und Jugendlichen im Straßenverkehr bei. Positiv gestaltete sich die diesbezügliche Zusammenarbeit mit der Polizeiwache Erkner, die mit ihrer Präsenz vor Ort und mit Verkehrsschulungen unsere Projektteilnehmer und Projektteilnehmerinnen unterstützte. Leider blieben vom Jobcenter weitere Förderungen für dieses Projekt aus. Unsere Anstrengungen für dieses Projekt haben wir verstärkt, so dass ab März 2016 die Tätigkeit mit Hilfe einer Förderstelle (MAE) wieder aufgenommen wurde.

Großes Augenmerk wurde im Rahmen des Projektes auf das sichere Radfahren von Grundschülern gelegt. Mit Unterstützung des ADAC Berlin – Brandenburg, der Verkehrswacht Fürstenwalde/Spree und der Polizeiinspektion Oder-Spree/Frankfurt (Oder), Sachgebiet Prävention, wurden mit Grundschülern der 3. und 4. Klassen fahrpraktische Radfahrübungen trainiert sowie die Koordinierung und Durchführung der Radfahrprüfung der 4. Klassen gewährleistet. 2016 wurden an 12 Schulen, darunter 3 Privatschulen insgesamt 690 Grundschüler/innen (471 Viertklässler und 374 Drittklässler) für das sichere Radfahren geschult und Fahrradprüfungen abgenommen. Dies erfolgte bei 32 Turnieren, im Einzugsgebiet von Rauen bis Schöneiche.

GefAS unterstützte im 2. Jahr die Polizeiinspektion Oder-Spree bei der Durchführung der Schulmeisterschaft für den Planungsraum Erkner. Im Ergebnis des konsequenten Fahrtrainings waren in diesem Jahr wiederholt Grundschüler-/innen der Region unter den Erstplatzierten in der Landesmeisterschaft in Potsdam.

Diese Projektarbeit führten wir mit großen Anstrengungen, eigener Finanzierung und mit Unterstützung eines Ehrenamtlichen weiter. Auch dieses wichtige   soziale Angebot wird 2017 weitergeführt.

wurde zusätzlich in einer Kindertagesstätte in Woltersdorf für 22 Kinder im Alter von 3 bis 5 Jahren ein Fahrradparcours durchgeführt und Kinderführerscheine übergeben. Für 2017 liegen bereits Anmeldungen vor.

IV. Soziale Projekte mit mildtätigem Charakter

Die sozialen Angebote und Projekte mit mildtätigem Charakter sind an Personen gerichtet, die infolge ihres körperlichen, geistigen oder seelischen Zustands auf die Hilfe Anderer angewiesen sind. Die Bedarfe in diesem Bereich sind außerordentlich hoch. Die mildtätigen Hilfen der GefAS sind mit 90% vorrangiger Inhalt unserer satzungsmäßigen Tätigkeit geworden, das betrifft als Kern unserer Tätigkeit besonders die Arbeit der Tafeln.

Insgesamt konnten wir 2016 -92.534 unterstützende Hilfen gewähren (2015-100.915). Seit Jahren stellen wir in diesen Bereichen steigende Bedarfe fest. Das ist unmittelbarer Ausdruck steigender Armut. Die Fallzahlen für die einzelnen Projekte und Geschäftsstellen wurden exakt aufgelistet und sind abrufbar bzw. können eingesehen werden.

Die mildtätigen Hilfen wurden insbesondere durch das Projekt „Halt“ vermittelt zur:

  • Sozialberatung und Betreuung / Krisenintervention
  • Schuldnerberatung und Schuldenprävention
  • Seniorenbetreuung
  • Obdachlosenbetreuung und -prävention
  • Erkner Tafel / mobile Tafel / Tafel für Kinder / Tafelfrühstück
  • sozialer stationärer und mobiler Mittagstisch
  • soziale Nähstube mit Kleiderkammer und sozialer Wäschedienst
  • soziale Möbelkammer
  • Hilfen im Bereich Asyl
  1. Schuldnerberatung und Beratung zur Verbraucherinsolvenz

Die Schuldnerberatung und Beratung zur Verbraucherinsolvenz gibt überschuldeten Klienten mit dem Ziel Hilfestellung, eine wirtschaftliche Sanierung und psychosoziale Stabilität zu erreichen.

Schwerpunkte liegen in der (ökonomischen) Krisenintervention, der psycho-sozialen Arbeit sowie im Verbraucherschutz. Schuldnerberatung zielt auf die Bearbeitung der

Überschuldungssituation, sowohl auf der wirtschaftlich-finanziellen, als auch auf der psycho-sozialen Ebene ab.

Ursachen der Überschuldung sind   Arbeitslosigkeit, Niedrigeinkommen, Trennung/ Scheidung, Krankheit, Unfall und Tod des Partners, Suchtprobleme sowie gescheiterte Selbständigkeit. Neben diesen meist unvorhergesehenen Lebensereignissen spielten auch weiterhin individuelle Faktoren eine große Rolle, vor allem fehlende Grundfertigkeiten beim Umgang mit den eigenen Finanzen. Die statistisch nachweisbar steigende Altersarmut hat auch durch die erhöhte Beratungsintensität von Seniorinnen und Senioren in der Schuldnerberatung ihren Niederschlag gefunden.

Klienten mit ALG II-Bezug wurden weiterhin darauf hingewiesen und motiviert, eine Abtretungserklärung zu unterzeichnen, damit das Jobcenter die Miete bzw. die laufenden Zahlungen für Energie an die Unternehmen direkt überweisen kann, um Rückständen vorzubeugen. Bei Miet- und Energieschulden konnten durch sofortige Kontaktaufnahmen mit den Vermietern sowie Energieanbietern Kündigungen entgegengewirkt und

Zwangsräumungen ausgesetzt werden. So wurden 13 Wohnungskündigungen und 23 Gas- bzw. Stromabschaltungen abgewendet. In 2 Fällen wurden Strafbefehle über Vermittlung in gemeinnützige Tätigkeit umgewandelt. 69 Bescheinigungen für ein P-Konto wurden ausgestellt. 3 Klienten mussten zur Erhöhung ihres Freibetrages an das Vollstreckungsgericht verwiesen werden.

Obwohl unsere Beraterinnen relativ neu in dieser Tätigkeit sind, haben wir gerade in den präventiven – und Krisen-Bereichen eine enorme Leistungssteigerung.

Bei der Unterstützung überschuldeter Personen und ihren Angehörigen flossen präventive Anteile in den Beratungsbereich ein, zum Beispiel bei der Haushaltsplanung oder Überprüfung des Ausgabeverhaltens. Ziele dieser Präventionstätigkeit waren u.a.:

  • über Finanzdienstleistungsangebote kritisch zu informieren;
  • Sozialleistungs- und Rechtsansprüche aufzuklären;
  • für den bewussten Umgang mit eigenen Konsumwünschen sensibilisieren;
  • planvoller Umgang mit dem Haushaltsbudget.

Diverse Aktivitäten der Öffentlichkeitsarbeit, Publikationen und Aufklärungsarbeit erfolgten. Fallbezogene Kooperationen und gute Zusammenarbeit bestanden in dem Zusammenhang mit

  • Stadtverwaltung Erkner, Wohnungsgesellschaften, Gemeindeverwaltungen der Region, öffentlichen Einrichtungen, gemeinnützigen Vereinen in Erkner sowie der umliegenden Ortschaften, Familienhilfe
  • Träger der Sozialhilfe, Jugendämter, Agentur für Arbeit, Jobcenter Erkner und Fürstenwalde
    • Amtsgerichte, Gerichtsvollzieher
    • Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte
    • Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder)
    • Regionale Energieversorger

Bei weiteren sozialen Problemen erfolgte die Vermittlung von 15 betroffenen Klienten an das Projekt „Halt“ der GefAS zur sozialen und rechtlichen Beratung. Zusätzliche Unterstützung konnten 109 Klienten durch die Vermittlung in unsere vernetzt arbeitenden Projekten Möbelkammer, Kleiderkammer, Nähstube und Erkner Tafel erhalten. Die Stabilisierung der wirtschaftlich-finanziellen Verhältnisse unserer Kunden ermöglichte teilweise ihre berufliche und soziale (Wieder-) Eingliederung.

Im Verbraucherinsolvenzverfahren wurden 49 Bescheinigungen für das Scheitern einer außergerichtlichen Einigung ausgestellt. In 15 Fällen konnten außergerichtliche Einigungen erzielt werden.

Statistische Angaben:

2014

2015

2016

 

Schuldner

Schuldensumme

Gläubiger

Verbraucherinsolvenz

(abgeschl.)

Insolvenzsumme

 

272 186 239
4.760.806,26 € 3.186.285,26 € 6.397.551,31
1.859 1.556 1.999
62 62 64

2.700.407,64 €          1.990.125,82

5.886.692,90 €            8.387.677,13

1.718.354,07 €

 

Schuldensumme gesamt:   6.542.160,18 €

Schuldner- und Insolvenzberatung

 

Ort Klienten ALG II Gläubiger Summe
Erkner 140 65 1.137 3.165.497,08
Schöneiche 30 9 279 1.024.625,98
Woltersdorf 26 14 151 796.670,95
Fürstenwalde 10 7 30 107.691,75
gesamt 206 95 1.423 5.094.485,76

Im Berichtszeitraum fanden 1.430 Beratungsgespräche statt. 1.873 Gläubigerschreiben wurden verfasst und verschickt. Beachtet man dabei, dass einige Schuldner mehr als 100 Gläubiger haben. Unsere Beratungsstelle arbeitete nicht mit Wartelisten, sondern vergab kurzfristige Termine. Zudem gewährten wir Spätsprechstunden und bestellfreie Zeiten zur Beratung für Arbeitnehmer und Krisenfälle.

Wir sind sehr froh darüber, dass der ehemalige Insolvenzrichter und Gerichtsdirektor a.D. Michael Voges bereits ab Januar 2015 die spezifische Schulung unserer Beraterinnen und Berater übernommen hat.

Das Projekt Schuldenfrei ins Leben – Schuldenprävention für Kinder und Jugendliche im Landkreis Oder-Spree wurden ab 01.08.2016 durch das Land Brandenburg wieder bewilligt. Während eines Arbeitsbesuches der Staatssekretärin Almuth Hartwig-Tiedt bei GefAS in Erkner, Fürstenwalde und Niewitz am 27.04.2016 wurde die Bedeutung und Notwendigkeit dieses Projektes bestätigt. Ein qualifizierter Mitarbeiter wurde dafür eingestellt und hat bereits erste Veranstaltungen durchgeführt.

  1. Seniorenarbeit

Grundlage unserer Seniorenbetreuung sind die Seniorenpläne des LOS und der GefAS. Ein Fördermitglied ist durch die GefAS in den Seniorenbeirat der Stadt Erkner delegiert. Bedingt durch den bereits spürbaren demografischen Wandel, aber auch durch vielfältige soziale Probleme haben die Seniorenberatung und die Seniorenbetreuung einen hohen Stellenwert. An den Bedarfen und vorgegeben Schwerpunkten haben wir die Planung unserer Aktivitäten und Maßnahmen ausgerichtet.

Da die bisherige Betreuerin aus persönlichen Gründen ihre Tätigkeit kündigte, haben wir eine verantwortliche Betreuerin mit 20 Wochenstunden und einen Betreuer mit 30 Wochenstunden eingestellt. In ihre Tätigkeit haben wir große Erwartungen. Unsere geplanten Aktivitäten wiederspiegeln sich in der   jährlich erscheinenden Veranstaltungs­broschüre für den Landkreis Oder-Spree. Die Broschüre erfreute sich stets großer Beliebtheit.

Die Seniorenarbeit erfolgte vorwiegend in und durch die Begegnungsstätten

  • Erkner, Friedrichstr. 52 a
  • Erkner, Fichtenauer Weg 53 und Stadtteilzentrum
  • Fürstenwalde, Hegelstr. 22
  • Niewitz, Dorfstr. 95/96

Sehr viele Seniorinnen und Senioren haben unsere Begegnungsstätten aufgesucht, Beratung und Betreuung und viele erlebnisreiche Stunden erfahren.   Allein an den größeren Seniorenveranstaltungen nahmen monatlich ca. 55 – 65 Personen teil.

Auf Vorschlag des Fachbereichsleiters Soziales der Stadt Fürstenwalde wird unsere Seniorenbegegnungsstätte in der Stadt im Jahr 2017 nicht mehr gefördert. Zu dem Thema haben wir in der Vergangenheit bereits erfolgreich Stellung genommen.

Die Seniorenbetreuung umfasst ein breites Angebot an Hilfen und Unterstützungs-leistungen im täglichen Leben wie

  • Beratungen (Mietrecht, Rentenfragen, Erbrecht usw.)
  • Kurzfahrten / Ausflüge
  • Sozialer Mittagstisch in den Begegnungsstätten bzw. mobil in Erkner
  • Tafelangebote, einschließlich mobile Tafel
  • Wäschedienst
  • Informationsveranstaltungen
  • Kulturelle und gesellige Veranstaltungen.

Am beliebtesten sind nach wie vor das Sommerfest und die Weihnachtsfeier in Erkner mit jeweils ca. 85 Teilnehmerinnen und Teilnehmern.

Die europäischen Aktivitäten gehen weit über die Seniorenplanung des LOS hinaus. Ein 2011 begonnener Polnischkurs für Seniorinnen und Senioren und die Mobilitätssteigerung sind sichtbar nachhaltige Ergebnisse dieser Arbeit.

Engagierte Beschäftigte der GefAS tragen einen großen Teil dazu bei, den Seniorinnen und

Senioren den Alltag zu erleichtern, sie aus der wachsenden Vereinsamung herauszuholen und im gesellschaftlichen Leben mitzunehmen. Die Angebote werden sehr gern in Anspruch genommen. Ein großer Teil der betreuten Seniorinnen und Senioren ist Fördermitglied der GefAS.

  1. Obdachlosenbetreuung und -prävention

Die von Obdachlosigkeit betroffenen und bedrohten Menschen sind Hilfesuchende, die problembezogene, auf die individuellen Schwierigkeiten ausgerichtete Leistungen, kompetente Dienste benötigen.

Auf der Grundlage vertraglicher Regelungen mit der Stadt Erkner erfolgt nunmehr seit 20 Jahren die sozialpädagogische Betreuung und Begleitung der Bewohner(innen) der Obdachlosenunterkunft (ODU). Diese werden ausschließlich durch das Ordnungsamt der Stadt eingewiesen und im Weiteren durch die Sozialbetreuer(in) der GefAS betreut. Darüber hinaus realisieren wir die vertragliche Verwaltung der Obdachlosenunterkunft.

Einen bedeutenden Teil der Projektarbeit nimmt die Prävention bei drohender Obdachlosigkeit ein, oftmals in Form von Kriseninterventionen (siehe Punkt Schuldnerberatung). Präventiv wurden vorwiegend in Zusammenarbeit mit der Schuldnerberatung 6 Wohnungskündigungen   und mehrere Gas- bzw. Strom­abschaltungen abgewendet und damit die drohende Obdachlosigkeit verhindert. GefAS organisiert die sozialen Angebote als Hilfe zur Selbsthilfe. Hilfebedürftigen Personen soll ein menschenwürdiges Lebens ermöglicht und zur Teilhabe am Leben in der Gemein­schaft befähigt werden.

Anfang 2016 befanden sich 8 Personen in der ODU, durch das Ordnungsamt der Stadt

Erkner erfolgte die Einweisung von 3 wohnungslosen Personen.

Zum Jahresende befanden sich noch 11 männliche Bewohner in der ODU.

Bei   der   Verweildauer   von   11   statistisch   erfassten   Personen   2016   ergibt   sich   folgende Situation

  • bis 12 Monate 3 Bewohner
  • bis 24 Monate 2 Bewohner
  • länger als 24 Monate 6 Bewohner

Die jugendlichen Bewohner sind durch Drogenkonsum, Raub- und Gewaltdelikte (schwere Körperverletzung), Androhung von Gewalt gegen das Betreuungspersonal auffällig und straffällig geworden. Wie sich an diesen Beispielen zeigt, ist der eingesetzte

Bereitschaftsdienst nachts und an den Wochenenden dringend erforderlich und trägt eine hohe Verantwortung.

Es blieb aus sozialpädagogischer Sicht keine andere Möglichkeit, drei dieser Jugendlichen im September und November 2015, in Abstimmung mit der Stadt, den Aufenthalt in der ODU zu kündigen und Hausverbot auszusprechen. Auch aus heutiger Sicht ist die damalige Entscheidung gerechtfertigt.

Drei ältere Bewohner haben ernsthafte psychosomatische und soziale Probleme (Alkoholismus in verschiedenen Ausprägungen, Schwerbehinderung, Pflegebedürftigkeit, Persönlichkeitsstörungen und Langzeitarbeitslosigkeit, gerichtliche Betreuungen). Bei allen Personen wird intensiv an der Verbesserung des sozialen Status gearbeitet. Das bedeutet, dass auf der Grundlage einer   Sozialanalyse Hilfepläne zu erstellen und umzusetzen sind.

Zusätzliche soziale Hilfen und deren Ergebnisse:

  • 7 Bewohner werden durch die Schuldnerberatung betreut
  • Inanspruchnahme der Tafel-Angebote durch nahezu alle Bewohner(innen) und des sozialen Mittagstisches
    • Sozialberatung und psychosoziale Beratung von Bewohner(innen)

–     Ableistung von Strafe durch gemeinnützige Arbeit durch 2 Bewohner

Zur Sicherung der Integration, Vorbereitung auf und Vermittlung in eine eigene Wohnung, tragen ganz entscheidend die flankierenden und nachgehenden Maßnahmen der ganz­heitlichen Betreuung bei. Das sich die Betreuer durch nachgehende Hilfen auch in der Anfangsphase der neuen Selbständigkeit umsichtig und problemoffen um das Wohl der ehemaligen Bewohner sorgen, kann als Erfolg der Wohnungslosenarbeit gewertet werden, da die Rückfall / Widereinweisungsquote sehr gering ist. Gerade in der sensiblen Situation der Neuorientierung, in der es gilt, ein tragfähiges Beziehungsnetz aufzubauen, soll verantwortungsbewusste Sozialarbeit stabilisierend auf die Durchhaltekraft und den Selbstbehauptungswillen der Betroffenen hinwirken.

Durch GefAS erfolgte erneut Hilfe und Unterstützung für nicht sesshafte Personen. In mehreren Fällen wurden umfangreiche Maßnahmen der Hilfe und Unterstützung eingeleitet, wie z.B. der Körperpflege, der Versorgung mit Lebensmitteln, warmen Getränken, Kleidung und entsprechender Beratung.

Sowohl von der Landesregierung wie vom LOS, wird dem Thema sozialpolitisch zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Die AG IV der Landesarmutskonferenz befasste sich seit längerem mit dem Thema „Wohnungslosigkeit in Brandenburg“. GefAS arbeitet in der AG IV (Wohnungslosigkeit) mit.

Im Rahmen der Qualitätssicherung sorgt GefAS für die ständige und aktuelle Qualifikation der Beschäftigten durch fachliche Weiterbildungen, insbesondere auch Supervision.

Der Jahresbericht der Obdachlosenbetreuung für 2016 ist fristgemäß fertiggestellt und wird der Stadt Erkner übergeben.

  1. Tafel-Arbeit / Sozialküche

Die Tafeln sind spezielle Projekte der Armutsbekämpfung. Da   vorrangig auf kommunaler Ebene politisch und sozialpolitisch noch nicht überall über den Sinn und die Notwendigkeit klare Bekenntnisse vertreten werden, sollen Positionen des Bundesverbandes unser Verständnis unterstreichen:

„Die Tafeln sind nicht dazu da, sozialstaatliche Aufgaben zu übernehmen oder zu ersetzen. Die gesellschaftliche Realität zwingt uns aber dazu. …

Armut in Deutschland nimmt zu – und die Politik schaut zu. … Die politisch Verantwortlichen verweigern gesellschaftlichen „Verlierern“ die Unterstützung – sie verweisen auf deren Selbstständigkeit. Wir fordern von der Politik, dass sie erklären kann, wie es zur steigenden Armut kommt und was sie dagegen tun will.

Tafelarbeit macht nur dann Sinn, wenn sie den „Verlierern“ hilft. Im Mittelpunkt der Tafelarbeit steht das Wohl der Hilfe suchender Menschen. Tafelarbeit ist kein Selbstzweck…..Die Tafeln stellen sich der Überschuss- und Wegwerfgesellschaft entgegen. Sie machen auf Überschussprobleme der Gesellschaft, vor allem die massive Vernichtung von Lebensmitteln aufmerksam. …

Die Tafeln machen Armut und Ausgrenzung und das Missverhältnis im Umgang mit dem gesellschaftlichen Reichtum sichtbar. …Die Tafeln übernehmen Verantwortung. Die Tafeln wachsen stark, ähnliche Entwicklungen zeigen sich in den meisten

Wohlstandsgesellschaften weltweit. … Die Tafeln wollen einen Beitrag leisten, die Zivilgesellschaft zu entwickeln, die sozialen Sicherungssysteme zu verbessern und die Zukunft des Sozialstaates zu sichern.“

Durch GefAS werden drei Tafeln und eine Ausgabestelle im LOS geführt

Beeskower Tafel,

Erkner Tafel,

Fürstenwalder Tafel,

Ausgabestelle Storkow (Erkner Tafel).

Die einzelnen Tafeln sind Mitglied im Landesverband Brandenburg der Tafeln e.V. und

Mitglied im Bundesverband Deutsche Tafel e.V.

Die Angebote unserer Tafeln im LOS wurden 2016 53.749 (2015 – 55.704) mal durch bedürftige Personen genutzt. Das sind erschreckende Zahlen, die sichtbar täglich vor Ort die steigende Armut belegen.

Neben der Tafel-Arbeit erfolgen im Rahmen ganzheitlicher Betreuung sozial benachteiligter

Menschen vielfältige, zusätzliche aktivierende Angebote.

Insofern gliedern sich die Tafeln sinnvoll auch in das Projekt „Halt“ ein. Zu den aktivierenden

Angeboten gehören aber auch Vorträge, Kochzirkel für junge Frauen, Muttis und Kinder,

thematische und gesellige Veranstaltungen u.d.g.

Besonders bei den Tafeln können wir eine große Bereitschaft für ehrenamtliche Arbeit

feststellen.

Bei     der     Erkner     Tafel     wurden     16.310     Hilfen     registriert.     Darüber     hinaus     wurden     zu besonderen Anlässen Veranstaltungen organisiert,

  • Weihnachtsfeier   (seit     3   Jahren   mit   Unterstützung     von   Real   Gosen   mit   der Weihnachtskugel – Wunschbaum –   Aktion)   für Erwachsene und Kinder
    • Nikolausfeier für Kinder
    • Frauentagsveranstaltung (Brandenburgische Frauenwoche)
    • Osterbasteln und Osterkörbchen suchen
    • Internationaler Kindertag
    • Deutscher Tafeltag, Tag der offenen Tür
    • Durchführung von Aktionstagen

Die Beeskower Tafel gab 17.491 mal ergänzend Lebensmitteln an     bedürftige Personen

aus. Weiter   wurde arbeitstäglich das Tafelfrühstück sowie   andere differenzierte

Veranstaltungen, wie z.B. “Aktion – Eins mehr“, Tütenaktionen, Übergabe von Kinderbüchern

in Kitas,   Informationsstände bei Stadtfesten, der „Langen Nacht“, Kindertags- und

Weihnachtsfeiern durchgeführt.

Der Beeskower Tafel sind darüber hinaus eine Nähstube und eine Kleiderkammer

angeschlossen.

Die Fürstenwalder Tafel registrierte 15.650 Ausgaben.

An die Tafel sind eine Kleiderkammer und eine Möbelkammer angeschlossen, die zusätzlich zahlreich genutzt werden. Wie auch bei den anderen Tafeln, erfolgten diverse Veranstaltungen, die speziell gemeinsam die Kinder- und Jugendbetreuung und die Seniorenbetreuung beinhalten.

Die Ausgabestelle Storkow versorgte insgesamt 4.306 mal bedürftige Menschen ergänzend mit Lebensmitteln. Ebenso wird das Arbeitslosenfrühstück angeboten und reichlich genutzt.

Äußerst erfreulich ist, dass der Mittelstandverein Storkow (als einziger im LOS) und Einzel­personen, die Arbeit der Tafel seit mehreren Jahren mit Spenden unterstützen.

Durch die Bürgermeisterin und Abgeordnete wird unsere soziale Arbeit durch die Verwaltung und die Politik positiv zur Kenntnis genommen und mit Förderung bedacht. Armutsbekämpfung und die Arbeit der Tafel finden sich im Leitbild der Stadt wieder. Auch wenn die Bewertung der Arbeit der Ausgabestelle Storkow recht positiv scheint, so hatten wir seit langem erhebliche hygienische Probleme mit den bis dahin genutzten Räumlichkeiten. Auflagen des Gesundheitsamtes führten dazu, dass der Mietvertrag zum 31.01.2016 gekündigt wurde. Dringend brauchten wir andere, geeignete Räume. Durch intensivste Arbeit ist es am 29.01.2016 gelungen, die Schließung der Tafel Storkow durch neue Räumlichkeiten, befristet für 6 Monate, abzuwenden. Also waren wir wieder auf der Suche nach anderen Räumen. Diese fanden wir in der Fürstenwalder Str. 20. Allerdings waren Sanierungsarbeiten von mehr als 10.000 € erforderlich. Mit Eigenmitteln, der Unterstützung der Stadt, des Mittelstandsvereins und eines Einzelspenders war die Sanierung der Räume möglich. Zusätzlich wurde eine große Kühlzelle aufgestellt.

Projekte Tafeln für Kinder mit spezieller Ausrichtung führen alle Tafeln der GefAS. Die Nutzung der Angebote durch Kinder erfolgte mit großem Interesse. Sie sind wichtige Angebote für die Regionen. Eine nähere Darstellung der Aktivitäten erfolgte bereits im Abschnitt Kinder- und Jugendarbeit. Kinderprojekte für alle drei Tafeln wurden über Lidl-Pfand gefördert. In Beeskow“ Aktive Ferienfreizeiten“, in Erkner „Aktive Kinder und Jugendliche“ und in Fürstenwalde „Kinder – Kochschule“ in Kooperation mit dem Kinderladen der Kulturfabrik.

Die Mobile Tafel wurde zur Unterstützung nicht mehr mobiler, benachteiligter Personen und von nicht mobilen Familien   bei den Tafeln geschaffen. Mit einem Bestellsystem werden den Personen / Familien versorgt und die bestellten Lebensmittel nach Hause gebracht.

Kooperationen und Zusammenarbeit / Sponsoring

Aus der Mitgliedschaft   im Bundes- und Landesverband der Tafeln ergibt sich eine gute Kooperation mit anderen Tafeln, insbesondere mit der Berliner Tafel, die uns zusätzliche Waren bereitstellt.

Kooperationen und Zusammenarbeit werden vor allem mit den Lebensmittelmärkten der Region, kaum ein Markt, der nicht die Tafeln unterstützt und mit Groß- und Zentrallagern, gepflegt.

Wir freuen uns sehr über die gute Zusammenarbeit mit den Kirchen.

  • Erntedankfeste der katholischen Sank Bonifatius Gemeinde Erkner, der evangelischen Kirchen Erkner und Spreenhagen mit Übergabe der Erntedankgottesgaben für die Tafeln
  • Unterstützung mit Kleidung und Lebensmitteln für Bürger, die von Kirchen zu GefAS geschickt werden

Es ist unschwer nachvollziehbar, dass zu diesem großen Bereich mildtätiger Arbeit der Tafeln eine entsprechende Logistik gehört, an deren Vervollständigung und Vervollkommnung wir über Sponsoring aktiv arbeiten.

Die Tafeln sind mit Kühl- und Tiefkühlfahrzeugen ausgestattet und wir haben diesbezüglich hinsichtlich der Gewährleistung der Hygienevorschriften keine Probleme.

Die Finanzierung der Arbeit der Tafeln erfolgt vorwiegend über Spenden und Sponsoring. Das erfordert einen enorm hohen Arbeitsaufwand und eine gute Zusammenarbeit mit den Spendern und Sponsoren, denen wir zu außerordentlichem Dank verpflichtet sind.

Sozialküche Erkner

Die Sozialküche Erkner (sozialer Mittagstisch) ist der Erkner Tafel angegliedert.

An allen Tagen des Jahres, also täglich, werden 50 bis 70 Essen (zwei Wahlessen nach

Speiseplan) gekocht, für 2016 sind das 17.685 (2015 -18.124) Essen.

Das täglich frisch gekochte, altersgerechte Essen wird bereitgestellt über:

  • den stationären Mittagstisch in der Begegnungsstätte Friedrichstr. 52 a,
  • den stationären Mittagstisch in der Begegnungsstätte Stadtteilzentrum,
  • 40 bis 50 Essen über den mobilen Mittagstisch mit Belieferung von nicht mehr mobilen Teilnehmern und Teilnehmerinnen, in Erkner und der Region.

Vor allem für die Teilnehmer und Teilnehmerinnen des stationären Mittagstisches handelt es sich um wesentlich mehr, als nur um die Esseneinnahme. In den Begegnungsstätten werden die Menschen liebevoll betreut, es gibt Angebote vom gemeinsamen Kaffeetrinken, Spielnachmittagen, Vorträgen, Lesungen u.v.a.

  1. Soziale Nähstuben, Kleiderkammern, Wäschedienst

Soziale Nähstuben / Kleiderkammern unterhält GefAS in Beeskow, Erkner und Fürstenwalde. Sie konnten insgesamt 8.789 Besucherinnen und Besucher verzeichnen.

Die Angebote werden vorrangig von allein erziehenden Müttern mit Kindern, älteren Menschen und Asylbewerberinnen/Asylbewerbern genutzt.

In Erkner wurden Wäscheleistungen für 318 Personen erledigt. Darin einbezogen sind die Wäscheleistungen für obdachlose Menschen.

  1. Soziale Möbelkammern mit Umzugshilfe

GefAS betreibt soziale Möbelkammern in Beeskow, Erkner und Fürstenwalde. Durch die Möbelkammern wurden erhebliche Bedarfe sozial benachteiligter Personen befriedigt. Die Projekte sind vernetzt mit   anderen sozialen Angeboten, wie z.B. „Halt“, den Tafeln, der Flüchtlingsbetreuung und in diesem Sinne von besonderer Bedeutung. Insgesamt wurden in den Möbelkammern 10.348 Kundinnen und Kunden (2015 – 8.858) registriert, die überwiegend auch noch andere soziale Leistungen erhielten. Auffällig ist der massiver Anstieg des Bedarfes, der nicht zuletzt durch die Bereitstellung von Wohnungen für Asylbewerber erfolgt.

GefAS hat sich beim Landkreis beworben, die Ausstattung entsprechender Wohnungen auf vertraglicher Ebene durchzuführen. Da wir im Verhältnis zu anderen Trägern nicht hinreichend mit Förderstellen ausgestattet sind, war das Kostenangebot zu hoch und wir haben   keinen Zuschlag erhalten. Der Landkreis hat es vorgezogen, neue Träger aus anderen Regionen bzw. Träger aus Beeskow zu beauftragen, die Ausstattungen von Wohnungen in der Region Erkner vorzunehmen.

Bei Krisensituationen betroffener und benachteiligter Menschen werden nahezu jederzeit erforderliche Möbel bereitgestellt. Die Möbelkammern arbeiten mit ehrenamtlichen und geförderten Beschäftigten. Förderungen sind kaum noch gegeben, wodurch die Kontinuität und Planungssicherheit immer wieder in Frage gestellt ist. Bekanntlich erfordern die Möbelkammern einen hohen materiellen Aufwand, dennoch konnte die betriebswirtschaftliche Seite   ausgeglichen dargestellt werden.

Alle Möbelkammern der GefAS konnten ihre Aufgaben qualitativ mit eigenen KfZ erfüllen. Das wird durch das hohe Reparaturaufkommen zunehmend schwieriger, so dass der Austausch mindestens eines KfZ vorzusehen ist.

  1. Übergangswohnheim / Notunterkünfte – Betreuung und Begleitung Asyl suchender Menschen

Die politische und sozialpolitische Situation Asyl suchender Menschen in Deutschland und der EU sind hinreichend bekannt.

GefAS begann   2013 mit der Betreuung von Asylbewerbern aus 12 Nationen im Übergangswohnheim Fürstenwalde, Hegelstrasse.   Die Zahl der Bewohnerinnen und Bewohner wurde durch Freigabe weiterer Räume gesteigert, so dass mit dem 31.12.2015 in den Übergangswohnheimen Hegelstr. I und II 114 Menschen aus 16 Nationen betreut wurden.

Am 31.12.2016 betreuten wir 102 Personen aus 14 Nationen in den Übergangswohnheimen Hegelstrasse I und II. Darüber hinaus betreute GefAS in den Notunterkünften in Schöneiche, Käthe-Kollwitz-Str., Krummenseestr. und Dorfaue bis 16.06.2016 54 Asylbewerber sowie in Grünheide, 36 Asylbewerber und im Übergangswohnheim Erkner, Walter-Smolka-Str. ab 10.06.2016 weitere 87 Personen.

Für die Region Erkner haben wir mit dem Landkreis einen Vertrag über einen mobilen Sozialdienst geschlossen. Hier werden 40 Asylbewerber betreut, die bereits in Wohnungen untergebracht sind.

Ca. 250 Personen aus 17 Nationen werden derzeit durch GefAS betreut.

Wir streben grundsätzlich positive Bedingungen in den Heimen an. Darüber hinaus organisieren wir von der ersten Woche eine aktive Willkommenskultur, Integration durch Deutschkurse, Arbeitsgelegenheiten, sportliche Betätigungen, Foren sowie 9 zusätzliche Förderprojekte und diverse öffentliche Veranstaltungen. Die Nutzung der sozialen Angebote der GefAS wirkt sich positiv auf die Integration aus. Das öffentliche Interesse an dieser Arbeit ist sehr groß, es gab diverse Beiträge im regionalen Fernsehen ODF, dem RBB sowie der Presse.

Die Asylbewerber/innen kommen zum Teil mit vielfältigen, teils schweren gesundheitlichen Problemen zu uns. Es gilt dann, die erforderliche ärztliche Versorgung zu gewährleisten. Das ist uns durch die ständige Begleitung auch gelungen.

  • Arztbesuche, überwiegend in Begleitung, teils mit Dolmetscher, da es sonst keine Behandlungstermine gibt
    • Rettungsdienst Einsätze, Abholung von Krankenhäusern, u. ä.

Im Rahmen von geplanter Integration werden den Bewohnern / Asylbewerbern

gemeinnützige Tätigkeiten angeboten. Sie leisteten 6.426 gemeinnützige Stunden (3.672

waren es 2015) im Übergangswohnheim Fürstenwalde.

Für notwendige Fahrten mit den Bewohnern stellt GefAS einen Kleinbus zur Verfügung. Die

Mitarbeiter des Übergangswohnheimes fuhren mit Asylbewerber-/innen zur Erstanmeldung

bei der Ausländerbehörde- und beim Sozialamt nach Beeskow, nach Eisenhüttenstadt, nach

Berlin u.a. zu Ärzten u.s.w.

Durch die Stadt Fürstenwalde wurde eine Umweltkarte für Berlin und LOS bereitgestellt, um

Behörden-, Anwalts- und Arztbesuche besser wahrnehmen zu können.

Wir haben darüber hinaus eine Vertrauensanwältin/ Fachanwältin gewinnen können. Rechtsanwältin Ulrike Stavorinus ist zwischenzeitlich auch Mitglied der GefAS und führte selbstlos Beratungen einiger Asylbewerber/innen durch.

In den Übergangswohnheimen besteht auch die Möglichkeit, im PC Raum, über das Internet, Kontakt in die Heimat aufzunehmen.

Auf das Projekt „Schweißerpaß“ wird besonders hingewiesen, dass GefAS gemeinsam mit der Fa. Reuther (Hersteller von Windkraftanlagen, mit Sitz in Fürstenwalde) durchführt. 14 junge Asylbewerber hatten 2015 in einem intensiven Deutschkurs mit Praktika und Schweißerausbildung der Fa. Reuther und dem FAW eine Ausbildung zum Schweißer erhalten. Danach wurde bei Vorliegen der rechtlichen Voraussetzungen eine Anstellung in der Fa. Reuther angeboten, die 4 Teilnehmer erhielten. Das 2. Projekt dieser Art hat im Januar 2016 begonnen und verläuft bisher positiv.

Kooperationen mit anderen Trägern und Vereinen:

  • JuSeV, Asylbewerber/innen besuchen diese Einrichtung
  • Stadtbibliothek, Deutschkenntnisse verbessern
  • FAW, Deutsch- und Integrationskurse
  • VHS, Deutsch- und Integrationskurse, 2. Bildungsweg
  • TÜF Nord, Deutsch- und Integrationskurse
  • Sportverein KSV 64/90,
  • Diakonischer Werk, Haus Hoffnung 1 u. 2,
  • Caritasverband
  • Nestor (PerF)
  • OSZ

Zusammenarbeit in Netzwerken:

  • Integrationsnetzwerk der Stadt Fürstenwalde
  • Netzwerk Nord
  • Kleine Liga LK
  • Runder Tisch beim Bürgermeister Fürstenwalde
  • Arbeitskreis Migration beim Paritätischen
  • Unterstützerkreise Grünheide, Schöneiche, Erkner

Die Arbeit im Bereich Asyl verläuft im Allgemeinen positiv, jedoch werden wir nahezu täglich vor neue fachliche Herausforderungen gestellt. Die Wohnheime, bis auf das in Erkner, wurden und werden durch GefAS eigene Wachschutzkräfte gesichert. Die Betreuung der Bewohnerinnen und Bewohner erfolgt durch Heimleiter, erfahrene Sozialarbeiter und durch weitere Betreuungskräfte, z.B. für Wohnungssuche sowie Nachbetreuung. Z.B. konnten in diesem Jahr in der Region Fürstenwalde 26 Personen durch Wohnraumbeschaffung in eine eigene Wohnung ausgegliedert werden. 94 Personen befinden sich in der Nachbetreuung. 47 Personen suchen eine Wohnung, davon besitzen 28 Personen eine Auszugsgenehmigung.

In der Region Erkner werden 35 Personen mobil betreut, die bereits in eigenen Wohnungen leben. Die zuständige Mitarbeiterin ist gleichzeitig als Anleiterin für den Migrationsbereich in der Region Erkner zuständig.

Sehr aufwendige Betreuungsarbeit ist erforderlich, wenn durch die Ausländerbehörde Entscheidungen zum Rechtkreiswechsel vom Status des Asylbewerberleistungsgesetzes in des SGB II getroffen werden. Hier beginnt neben einem enormen bürokratischen Aufwand auch die Suche nach geeignetem Wohnraum, Begleitung und Nachbetreuung.

Nicht immer ging es problemlos und ohne Gewalt in den Wohnheimen oder in Wohnungen zu. Zusätzlich ist außerhalb der Geschäftszeit ein Rufbereitschaftsdienst durch verantwortliche Beschäftigte eingesetzt.

Die Finanzierung und Organisation der Tätigkeit erfolgt auf der Grundlage von Unterbringungs- und Betreuungsverträgen mit dem Landkreis, durch zusätzliche Förderprojekte, Einwerbung von Spenden und durch den Einsatz von ehrenamtlichen Helfern (Dolmetschern, Fahrdiensten u.a.).

Da ab Mitte 2016 ein Rückgang der Bewohnerzahlen in den Heimen zu verzeichnen ist und das Personal dennoch vorgehalten werden muss, sind dringend Nachverhandlungen mit dem Landkreis erforderlich (Ausgleich für Fehl- oder Minderbelegung).

Hier streben wir auch eine Gleichbehandlung zu anderen Trägern von Übergangswohn­heimen an.

V. Öffentlich geförderte Beschäftigung und Entwicklung der Projektstrukturen zur

Verbesserung der Eingliederungschancen auf dem Arbeitsmarkt Qualitätssicherung

GefAS stellte sich 2012 dem Verfahren zur Zulassung von Trägern und Maßnahmen der Arbeitsförderung nach dem SGB III (AZAV) und erhielt am 05.12.2012 die Zertifizierung durch die Zertifizierungsstelle – TÜV SÜD Management Service GmbH – für die Hauptgeschäftsstelle Fürstenwalde und die rechtlich unselbstständige Zweigstelle Erkner. Zertifiziert wurden wir für die Fachbereiche Berufliche Weiterbildung (FbW), Aktivierung und Eingliederung (AbE) und Reine Vermittlung (VM).

Das Zertifikat muss jährlich verteidigt werden. Die Verteidigung erfolgt in Form des Überwachungsaudits. In Vorbereitung auf dieses Audit wurden   Schulungen organisiert. Daran nahmen die von der Zertifizierung betroffenen Beschäftigten (9 AZAV-relevanten Personen) und weitere Anleiter/innen als Multiplikatoren/innen teil.

Im Dezember 2016 wurde in Fürstenwalde und Erkner das 4. Überwachungsaudit erfolgreich durchgeführt. Leider ist es uns noch nicht gelungen, durch Bewerbungen bei Ausschreiben der Arbeitsagentur oder des Jobcenters, entsprechende Projekte und Maßnahmen zu erhalten.

Die negative Entwicklung in Berlin verbesserte sich auch im Jahr 2016 nicht. Die Geschäftsstelle Berlin wird durch einen ehrenamtlich Beschäftigten aufrechterhalten. Wir haben wegen bürokratischen Rahmenbedingungen des Jobcenters keinen Förderantrag 2016 gestellt. Der für 2017 gestellte Förderantrag wurde durch die Arbeitsagentur abgelehnt.

Im Freistaat Sachsen gab es bezüglich der Standorte unserer Geschäftsstellen gegenüber dem Vorjahr, keine Veränderungen. Beschäftigte der GefAS waren nur noch in Chemnitz und Dresden für sozial bedürftige Bürgerinnen und Bürger beratend tätig.

In Dresden arbeitete ehrenamtlich der Berater bei Mobbing, Dipl.-Päd. und Psychologe Hendrik Starfinger. Als Fachkraft ist er qualifiziert und langjährig erfahren in dieser Tätigkeit. Darauf gründet sich auch die Mitgliedschaft und Mitwirkung in verschiedenen Fachgremien des Landes Sachsen. Leider konnte die Beschäftigung durch GefAS nicht fortgesetzt werden. Durch die Kooperation mit ver.di wurde zumindest die Sozialberatung und die Beratung bei Mobbing aufrechterhalten.

  1. Aktivierung und Eingliederung (AbE)

Langjähriges Ziel unserer Tätigkeit im Bereich der Arbeitsförderung ist die Verbesserung der Integrationschancen und die unmittelbare Integration der zugewiesenen Beschäftigten in den ersten Arbeitsmarkt, bei ständig steigenden Qualitätsanforderungen. Zur Erreichung der Qualitäts- und Vereinsziele konzentrieren wir uns auf folgende Schwerpunkte:

  • Stetige Förderung des Qualitätsbewusstseins durch das Management auf allen Ebenen und in den Projekten
    • bestmöglich geschulte und motivierte Beschäftigte
    • Kostensenkung u. a. durch Fehlervermeidung und Rationalisierung
    • beherrschte, ergebnisorientierte Arbeitsabläufe in den Bereichen
    • Kooperation mit unseren Partnern
    • regelmäßige Überprüfung und Umsetzung der Qualitätsziele
    • ständige Verbesserung des eigenen QMS.

Integrationsprojekte mit sozialpädagogischer Begleitung

Integrative Beschäftigungsprojekte wurden 2016 im Rahmen von Arbeitsgelegenheiten mit Mehraufwandsentschädigung (MAE gem. § 16 Abs. 3 Satz 2 SGB II) und in Zusammenarbeit mit den Staatsanwaltschaften als freie Arbeit (Arbeit statt Strafe) durchgeführt.

Zu den Integrationsprojekten gehörten u.a.:

  • Pflege Wanderweg Bretterscher Graben
  • Möbelkammer
  • Soziale Nähstube, Kleiderkammer, Wäschedienst
  • Ehrenamtliche Tätigkeiten

Projekte Freie Arbeit realisieren wir in Erkner, Fürstenwalde, Beeskow und Niewitz. Insgesamt wurden durch 22 Personen 1.437 Stunden abgeleistet. Bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern haben sich die sozialen Defizite   vertieft, Suchtprobleme sind zu beachten und erschreckend viele Menschen sind psychisch belastet. Diese Beschäftigten benötigen eine ständige fachliche Anleitung und Betreuung im Arbeitsprozess.

  1. Reine Vermittlungsaktivitäten (VM)

In den zurückliegenden Jahren hatte sich GefAS auf reine Vermittlungsaktivitäten konzentriert und konnte in dem Zusammenhang auch mehrere Vermittlungen arbeitsloser Personen in feste Arbeitsstellen nachweisen.

Im Jahr 2016 wurden zwar Personen in feste Arbeitsverhältnisse vermittelt, jedoch keine Vermittlungsscheine abgerechnet. Aus diesem Grund ist die Qualifizierung unserer Vermittlungsaktivitäten zwingend erforderlich und zu einem Schwerpunkt der Geschäftstätigkeit erklärt.

Durch die Konzentration unserer Tätigkeit auf die Integration von Asylbewerbern haben wir in diesem Bereich Vermittlungen in Ausbildung und in Arbeit erzielt.

Die Vermittlungsaktivitäten wurden durch das vom Land geförderte Projekt „Anpacken“ unterstützt und befördert.

  1. Berufliche Weiterbildung (FbW)

Die im Bildungsprogramm (Anlage) geplanten Seminare wurden in den Geschäftsstellen Erkner, in Fürstenwalde und in Niewitz durchgeführt. Die fachlichen, praxisorientierten Qualifizierungen erfolgten zum Arbeits- und Sozialrecht, zur Stärkung persönlicher Kompetenzen und bezüglich der Anforderungen aus AZAV in 39 Seminaren für 143 Beschäftigte der GefAS. Das ist auch deshalb positiv anzumerken, da GefAS überwiegend die Kosten aus Eigenmitteln getragen hat.

Kritisch ist anzumerken, dass es auch in diesem Jahr nicht gelang, Fremdteilnehmer(innen) zu gewinnen, die zu einem Finanzierungsausgleich beigetragen hätten. Das Problem wurde jeweils   in den   Arbeitsberatungen thematisiert, da insbesondere hier Reserven zu erschließen sind. Seit Jahren investiert GefAS erhebliche Mittel in Bildung und Qualifizierung.

Als Referenten für die Seminare konnten gewonnen werden:

  • unser Mitglied, Dr. Volker Kurzweg, Berlin
  • unser Fördermitglied, Herr Rechtsanwalt Bast, Frankfurt/Oder
  • Frau Damm, DAK Fürstenwalde
  • -Psychologe Dr. Rainer Vogel

Darüber hinaus waren der Vorstand, Frau Henschke, Herr Jäger und weitere Beschäftigte der GefAS als Referentin / Referenten tätig. Allen Referentinnen und Referenten sei an dieser Stelle ausdrücklich gedankt. Die Aufforderung weitere Mitglieder unseres Vereins als Referenten zu gewinnen bleibt bestehen.

Zusätzlich zu den im Bildungsprogramm 2016 geplanten Seminaren wurden kontinuierlich Qualifizierungen für die Beschäftigten der sozialen Dienste, Beschäftigte im

Bundesfreiwilligendienst (Qualifizierungen erfolgen planmäßig durch die Tafel-Akademie) und der Tafeln angeboten und durchgeführt, deren Inhalte zum großen Teil nach den konkreten Bedürfnissen der Teilnehmenden und den Anforderungen der Maßnahmen ausgerichtet wurden. In einer vom BAMF geförderten Reihe wurden monatlich Integrationslotsen (ehrenamtliche Helfer in der Flüchtlingsarbeit) erfolgreich qualifiziert.

Die Kundenzufriedenheit und die Qualität der Seminare und Veranstaltungen, einschließlich Grundtvig, wurden durch offizielle Bewertungen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowie mittels Evaluationsbögen und durch Seminarprotokolle festgestellt und in den monatlichen Arbeitsberatungen ausgewertet.

Vielfach nahmen die Beschäftigten der GefAS an Weiterbildungsveranstaltungen externer Anbieter, wie der Friedrich-Ebert-Stiftung, dem Paritätischen Wohlfahrtsverband, ver.di,   dem Diakonischen Werk oder dem Deutschen Verein, teil. Die Mitarbeiterinnen der Buchhaltung nutzten die Weiterbildungsangebote der Krankenkassen.

Im Rahmen der Brandenburgischen Frauenwoche wurden 2 Veranstaltungen durchgeführt, an denen 81 Frauen teilgenommen haben. Die Hauptveranstaltung fand in Erkner statt.

Seit 2014 realisieren wir Projekte mit ausbildungsbegleitenden Hilfen (abH-EU) im Rahmen des Programms MobiPro-EU der Bundesagentur für Arbeit, Zentrale Auslands- und Fachvermittlung (ZAV). In Kooperation mit der AOK Nordost realisierte GefAS die sozial- und berufspädagogische Begleitung und die berufsschulunterrichtsbezogene Sprachförderung spanischer Auszubildender. Dieses Projekt endete in diesem Jahr.

Darüber hinaus haben wir ab 2015 ein Projekt mit 30 griechischen Auszubildenden für die Region Fürstenwalde und Erkner begonnen. Der Grundlagenkurs Deutsch erfolgte in Griechenland, dem schloss sich ein drei monatiges Praktikum in Deutschland an. Ab September erfolgte die planmäßige Berufsausbildung in Unternehmen der Region. Von 27 Teilnehmern sind noch 14 in Ausbildung. Abbrüche bestanden durch zu geringe Deutschkenntnisse, Ungeeignetheit für den jeweiligen Beruf und andere Arbeitsaufnahme.

Ein neues Projekt für 18 griechische Auszubildende begann Anfang 2016 in den Bereichen Anlagenbauer, Heizung, Sanitär, Elektromechaniker und HoGa.   Für die Ausbildung Deutsch führten wir im Januar in Athen die nötigen Abstimmungen und wählten die Jugendlichen aus.

Bei allen Projekten gibt es konzeptionell quantifizierte Jahresziele, die sich an der aktuellen Situation des Arbeits- und Ausbildungsmarktes orientieren.

VI. EU-Projekte Erasmus

Das Projekt Zuhause in Europa – interessieren, motivieren, aktivieren führen wir im Zeitraum vom 01.09.2014 bis 31.08.2016, mit Partnern aus Polen,   Tschechin und der Slowakei durch. Mit einer großen Abschlussveranstaltung – Multiplikatorenveranstaltung – im Stadtteilzentrum Erkner am 26.08.2016 haben wir das Projekt beendet. Alle Partner (smgg, D.R.A.K. und GefAS präsentierten ihre Arbeit. Die Teilnehmenden konnten einen umfassenden Eindruck über das Geleistete gewinnen. Zu den Gästen zählten u.a. Stefan Ludwig (Minister der Justiz und für Europa und Verbraucherschutz Land Brandenburg), Frau Dr. Elvira Strauß (Vorsitzende des Sozialausschusses der Stadt Erkner), Frau Kirscht (i.V. des Bürgermeisters) und weitere Persönlichkeiten.

Durch intensive Arbeit, insbesondere des sozialpädagogischen Leiters, Dr. Volker Kurzweg, konnte in der Erarbeitung der Lernbausteine Beachtliches erreicht werden. Die Ergebnisse der   Projektarbeit sind über die Homepage: www.zuhauseineuropa.wordpress.com abrufbar.

Am 10.11.2016 eröffneten wir in einer Kick-off-Veranstaltung das neue Erasmus-Projekt

Integration verbindet Menschen länderübergreifender Austausch von

Basiswissen. Dieses Projekt führen wir im Zeitraum 01.09.2016 bis 31.08.2018 mit

unseren tschechischen Partner D.R.A.K. und dem neuen griechischen Partner HEL.S.S.A.

durch.

Gegenstand des Projektes ist die derzeitige Situation von Flüchtlingen und weiterer sozialer

Randgruppen in den Partnerländern (in Tschechien, Sinti und Roma). Ausgehend von der

jeweiligen sozialen Situation hat das Projekt folgend Ziele:

  • Intensiver Erfahrungsaustausch über die jeweilige Ländersituation
  • Abbau von Vorurteilen
  • Stärkung des Solidaritätsgedankens, um politischen Spaltungstendenzen entgegen zu wirken

VII. Öffentlichkeitsarbeit

Die Öffentlichkeitsarbeit wird in drei Bereiche gegliedert, welche regional und in enger Abstimmung mit dem Vorstand organisiert und durchgeführt wird:

  • Veranstaltungen und besondere Ereignisse
  • Pressearbeit und Mediengestaltung
  • Gremienarbeit

Veranstaltungen und besondere Ereignisse

Die Planung   von Informationsveranstaltungen und Veranstaltungen zu besonderen Anlässen erfolgt in der jährlich erscheinenden Veranstaltungsbroschüre, die aus Zeitgründen bisher noch nicht fertiggestellt wurde. Veranstaltungen sind wichtige Instrumente für unsere Öffentlichkeitsarbeit. Für die unmittelbare Durchführung der Veranstaltungen haben die Projektleiter Konzeptionen zu erarbeiten, die vom Vorstand bestätigt werden. Im Abschlussbericht erfolgte die Dokumentation der Veranstaltung, die jeweils in der auf den Monat folgenden Arbeitsberatung des Vorstandes ausgewertet wurde. Die Revisionskommission stellte am 19.12.2016 in der Hauptgeschäftsstelle fest, dass insbesondere bei den Abschlussberichten die Dokumentation der tatsächlichen Kosten exakter erfolgen muss.

2016 hat GefAS 54   Veranstaltungen durchgeführt. Der Höhepunkt war natürlich die Festveranstaltung zum 25jährigen Jubiläum am 23.01.2016 unter Teilnahme der Staatssekretärin im Brandenburger Sozialministerium, Hartwig-Tiedt, von Bundestags- und

Landtagsabgeordneten, dem Bürgermeister der Stadt Erkner und weiteren Persönlichkeiten. Für diese Veranstaltung haben wir sehr viele positive Reaktionen erhalten.

Besonderes öffentliches Interesse fanden Veranstaltungen im Bereich der Betreuung von Asylbewerbern, den Projekten Mobipro und die Arbeit der Tafeln.

Pressearbeit und Mediengestaltung

2016 gab es monatlich Sendungen im ODF zu besonderen Ereignissen, bzw. über die Projektarbeit der GefAS. Hier erfolgten themenbezogene Interviews, untersetzt durch Aufnahmen der praktischen Sozialarbeit. Das wird auch 2017 fortgesetzt. Darüber hinaus gab es diverse Fernseh-und Rundfunkbeiträge im RBB.

Die Präsenz in den Printmedien wurde gewährleistet und verstärkt, wobei wir mehr als 100 Publikationen feststellen konnten (Übersicht als Anlage). Regelmäßig (täglich bzw. wöchentlich) erschienen Publikationen – Pressemitteilungen, Beiträge, Artikel, Leserbriefe bzw. zu unsere sozialen Angebote in Printmedien. Anlässlich des 25 jährigen Bestehens der GefAS wurde am 08.01.2016 eine Pressekonferenz bei der GefAS abgehalten.

Folgende Printmedien berichteten über die soziale Tätigkeit von GefAS:

–          LOS: „Märkische Oderzeitung“, „Märkischer Markt“, „Blickpunkt“, „Kümmels   Anzeiger“, „Lokalanzeiger Storkow (Mark)“

  • LDS: „Lausitzer Rundschau“, „Wochenkurier“

In einer Reihe von Broschüren, so u. a. in „Chancen Aus- und Weiterbildung“ für Berlin, Brandenburg und Sachsen, oder der Zeitschrift „Chancen professionell“ des LVV, „Wegweiser aktuell“ (Berlin), wurde über GefAS publiziert.

Des Weiteren sind unsere Angebote auf zahlreichen Webseiten, z.B. der Gemeinden Erkner, Storkow und Schöneiche zu finden.

Die GefAS – Flyer sind ein wichtiges und ein effektives Medium der Außendarstellung. Die „Webseite der GefAS wurde aktualisiert   und nun müssen wir dieses Medium noch aktuell und effektiver nutzen.

Es bestand ein unveränderter Bedarf an telefonischer Beratung. Die Betroffenen haben meist durch die Öffentlichkeitsarbeit, durch Flyer, über das Internet, von Behörden, dem RBB u. a. über die Angebote von GefAS Kenntnisse erlangt.

2016 haben wir besonders durch unsere Projekte im Asylbereich und MobiPro EU ein reges

öffentliches Interesse zu verzeichnen. Besonders Antenne Brandenburg berichtete in

verschiedenen Interviews, auch Life, über die Projektarbeit.

Einige weitere Diskussionsrunden mit der Teilnahme von GefAS-Vertretern wären noch zu

benennen.

Gremienarbeit

In folgenden Bundes-, Landes-, Landkreis- und kommunalen Gremien arbeiten Vertreter der GefAS mit:

  • Arbeitsgruppe der Juristen beim Paritätischen Gesamtverband
  • Kreisgruppe des DPWV, LOS
  • Landesverbandes der Tafeln Berlin-Brandenburg
  • Mitgliedschaft in Seniorenbeiräten
    • Mitgliedschaften in den Bündnissen für Familien in Grünheide, Erkner, Fürstenwalde, Beeskow und Storkow
  • Armutskonferenz Brandenburg und speziell der AG IV (Wohnungslosigkeit)
  • Teilnahme an Tagungen und Sitzungen der Sozialausschüsse und von Beiräten,
  • AG nach 78 KJHG, Region Erkner

Hierzu zählt auch die Mitgestaltung von Fachtagungen durch Redebeiträge sowie Referententätigkeiten bei sozialen Organisationen, Sozialinitiativen, Unterstützerkreisen der Flüchtlingsarbeit sowie die aktive Teilnahme mit Wortbeiträgen an Veranstaltungen anderer 25 Organisationen, von Parteien, Fraktionen, Ausschüssen u.d.g.

VIII. Mitgliedschaften und Kooperationen

  1. Mitglied in den Paritätischen Landesverbänden Parität

Berlin, Brandenburg, Sachsen

GefAS ist Mitglied in den Landesverbänden Brandenburg, Berlin und Sachsen (Sachsen bis 31.12.2015) des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes.

An den Regionalveranstaltungen, Mitgliederversammlungen und anderen Aktivitäten nahmen wir, entsprechend unserer Möglichkeiten, teil. Durch die Zusammenarbeit war es möglich, die sozialen Strukturen und sozialen Bedarfe in den jeweiligen Bundesländern besser kennenzu­lernen und verschiedene Förderungen zu ermöglichen.

In Brandenburg erfolgt die Mitarbeit in der Kreisgruppe LOS. Über die Kreisgruppenarbeit bringen wir uns in die Arbeit des Landesverbandes ein.

Der Vorstand arbeitet weiterhin in der Arbeitsgruppe Juristen beim Paritätischen Gesamtverband mit, wodurch wir einen großen Wissensgewinn haben und unsere Erkenntnisse und Erfahrungen unmittelbar in die Arbeit des Gesamtverbandes einfließen.

  1. Bundesverband Deutsche Tafel e.V. / Landesverband der Tafeln Berlin-Brandenburg e.V.

GefAS ist Träger von drei Tafeln und zwei Ausgabestellen (Erkner – Tafel, Beeskower – Tafel, Fürstenwalder – Tafel und der Ausgabestelle Storkow) und mit den Tafeln jeweils Mitglied im Bundesverband Deutsche Tafel e.V. und Mitglied im Landesverband der Tafeln Berlin-Brandenburg e.V.

Die Mitgliedschaft im Bundesverband Deutsche Tafel und im Landesverband Berlin -Brandenburg befördert unsere soziale Projektarbeit und gibt ihr einen starken rechtlichen Rahmen. Vertreterinnen und Vertreter der Tafeln der GefAS haben am Bundestafeltreffen 2015 in Augsburg teilgenommen. Weitere Darstellungen über die Tafelarbeit befinden sich im Abschnitt IV.3.

Lagfa r 4 Brandenburg

  1. Mitglied in der Landesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen im Land Brandenburg (Lagfa)

Die Lagfa Brandenburg ist eine Kooperationsgemeinschaft von Freiwilligenagenturen und -Zentren, die eine Verbesserung der Rahmenbedingungen zur Stärkung des freiwilligen Engagements anstreben. Es geht auch um die Förderung der gesellschaftlichen Anerkennung des freiwilligen bürgerschaftlichen Engagements. Im LK gibt es vier Freiwilligenagenturen, die gefördert werden. Dazu zählt auch ab 2015 die Förderung der Freiwilligenagentur der GefAS in Erkner, die trägerneutral arbeitet.

                                  Gminy Goiutnöw Kooperation mit dem polnischen Partnerverein

Gesellschaft für die Bürger von Gołuchów

Die Zusammenarbeit mit unserem polnischen Partnerverein aus Gołuchów „Verein für die Bürger von Gołuchów“ nimmt einen hohen Stellenwert in der sozialen Arbeit von GefAS ein. Bekanntlich füllen wir mit dieser Zusammenarbeit den europäischen Gedanken auf sozialem Gebiet weiter aus. Mehrere EU-Projekte haben wir erfolgreich abgeschlossen. Über das Projekt Erasmus erfolgten bereits Ausführungen.

Verein Obcanske sdruzeni D.R.A.K. Liberec, / Tschechien

Da GefAS bereits Hilfstransporte nach einer Hochwasserkatastrophe in das

Gebiet nahe Liberec durchgeführt hatte, nutzten wir die Möglichkeit zur Kontaktaufnahme

zum Verein D.R.A.K.

Ziel des Vereins ist die Betreuung behinderter Menschen, Seniorinnen und Senioren.

Der tschechische Verein arbeitet bereits mit geförderten Projekten der EU und hat deshalb

entsprechende Erfahrungen. Im Projekt Erasmus „Zu Hause in Europa“ arbeiteten wir

partnerschaftlich zusammen. Gemeinsam mit dem neuen griechischen Partner wollen wir

das anspruchsvolle Projekt „Integration verbindet Menschen – länderübergreifenden

Austausch von Basiswissen“ realisieren.

   6. Bürgervereinigung Slowakei

Der Verein „NAS TURIEC“ hat sich zum Ziel gestellt, optimale Bedingungen und Möglichkeiten für die ganzheitliche harmonische Entwicklung der Persönlichkeit der Jugendlichen im öffentlichen Leben, die Entwicklung der Freiwilligenarbeit und Staatsbürgerschaft zu schaffen. Weiterhin soll Unterstützung bei der Integration und Schaffung eines sicheren Ortes für Familien und Einzelpersonen, die in einer Krise, Not und / oder Isolation leben, erfolgen.

  1. Griechischer Partnerverein

Für das EU-Projekt „ Integration verbindet Menschen – ….“ wurde Mitte 2016 eine neue Partnerschaft mit dem griechischen Verein „Hellenic Social Supporting Assocation“ (HEL.S.S.A.) mit Sitz auf Kreta begründet.

  1. Weitere Kooperationen

Mit der Gewerkschaft ver.di erfolgt die Zusammenarbeit regional sehr unterschiedlich. Nach wie vor gibt es Arbeitskontakte zum Bundesverband. In Sachsen erfolgt eine enge Zusammenarbeit zu den Themen Sozialberatung und Mobbing.

Es gibt vielfältige Kooperationen vor Ort, die vor allem durch die regional Verant­wortlichen der GefAS gewährleistet werden. Unter anderem sind das Kooperationen mit:

  • Kreisverwaltungen und entsprechenden Fachämtern
  • Arbeitsagenturen und JobcenterAbgeordnete und Beiräte
      • Vereine und Verbände
          • Bündnisse für Familien (GefAS ist in 5 Bündnissen Mitglied)
              • Wohnungsgesellschaften
                  • Mittelstandsvereinigungen und Unternehmen
                  • Die regionalen Kooperationen sind sehr bedeutsam für die Sozialarbeit der GefAS vor Ort.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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