Gesellschaft für Arbeits- und Sozialrecht e. V.

 

 

 

 

                                  

Deutsch-polnische Jugendbegegnung vom 31.07. bis 10.08.2008

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Seite

 

I.

 

Einleitung

 

 

3

II.

Satzungsgemäße Tätigkeit

1.      Profil der Gesellschaft für Arbeits- und Sozialrecht

2.      Struktur der GefAS

3.      Ehrenamtliches und bürgerschaftliches Engagement

 

5

III.

Soziale Projekte mit gemeinnützigen Charakter

1.      Allgemeine Sozialberatung

2.      Anti-Mobbing-Beratung

3.      Kinder- und Jugendarbeit

4.      Soziale Schreibbüros

 

10

IV.

Soziale Projekte mit mildtätigem Charakter

1.      Schuldnerberatung und Beratung zur Verbraucherinsolvenz

2.      Obdachlosenarbeit und –prävention

3.      Tafel-Arbeit / Sozialküche

4.       Seniorenarbeit

5.      Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfe

 

15

V.

Öffentlich geförderte Beschäftigung und Entwicklung der Projektstrukturen zur Realisierung unserer sozialen Aufgaben

1.      Regionalbereiche und Geschäftsstellen

 

27

VI.

Integrationsprojekte mit sozialpädagogischer und sozialpsychlogischer Begleitung

 

32

VII.

Bildung und Qualifizierung

Öffentlichkeitsarbeit

 

32

VIII.

Mitgliedschaften und Kooperationen

1.      Paritätische Landesverbände Berlin, Brandenburg, Sachsen

2.      Bundesverband Deutsche Tafeln e.V. / Landesverband Brandenburg der Tafeln e.V.

3.      Mitglied der Landesarbeitsgemeinschaft Schuldner- und

4.      Insolvenzberatung Berlin e.V. (LAG)

5.      Kooperationen mit dem polnischen Partnerverein „Mieszkancom

6.      Gminy Gołuchów“ (Gesellschaft für die Bürger von Gołuchów)

6.      Kooperation mit dem slowakischen Verein „Pri skole a skoskom zariadeni“

7.      in Kláštor pod Znievom (Elterninitiative der Schule)

7.      Gewerkschaften (ver.di und DGB)

8.      Kongress Erwerbsloser und sozial schlechter Gestellter (KESS)

8.      Weitere Kooperationen

 

35


Liebe Vereinsmitglieder, liebe Gäste!

 

Mit dem Geschäftsbericht für das Jahr 2008 informiere ich über das 18. Geschäftsjahr der Gesellschaft für Arbeits- und Sozialrecht e. V. (GefAS). Der vorgelegte Jahresbericht gewährleistet die geforderte zeitnahe Berichterstattung.

 

 

I.          Einleitung

 

Die GefAS setzt mit dem vorliegenden Jahresbericht die bereits in den vergangenen Jahren begonnene Entwicklung fort, den Bericht nicht nur zur Rechenschaftslegung, sondern auch für eine sozialpolitische Standortbestimmung zu nutzen. So finden Sie in den einzelnen Beiträgen neben der Darstellung der Arbeit auch eine Bewertung der aktuellen Entwicklungen sowie Positionen der GefAS.

 

Das vergangene Jahr brachte wieder eine Fülle gesetzlicher Neuregelungen, angefangen von der Gesundheitsreform, über die Novellierung des Gemeinnützigkeitsrechts bis zum Pflegeweiterentwicklungsgesetz u.a..

Unser Verein hat die Beschäftigten, vor allem die Sozialberater, aber auch die Öffentlichkeit durch Seminarangebote, öffentliche Informationsveranstaltungen und Flyer über die neuen Regelungen und die Auswirkungen auf die praktische Arbeit informiert und vielfältige Hilfestellungen angeboten. 

 

Über die „Neue Armut“ wird nun in Deutschland offiziell gesprochen. Das erfolgt auf der Grundlage des 3. „Armuts- und Reichtumsberichtes“ der Bundesregierung vom 25.06.2008 und in Brandenburg mittels des „Lebenslagenberichtes“ der Landesregierung vom 25.11.2008, der ja nicht Armutsbericht heißen durfte. Beide Dokumente machen deutlich, dass das Thema Armut in der Mitte unserer Gesellschaft angekommen ist und weisen auf die sich dramatisch verschlechternden Lebensbedingungen, insbesondere für Kinder, hin.

 

Auf die Große Anfrage Nr. 37 der Fraktion der Linken im Brandenburger Landtag vom 31.01.2008 zur Armut bei Kindern und Jugendlichen antwortete die Landesregierung am 05.05.2008 wie folgt:

„Kinderarmut hat in den letzten Jahren drastisch zugenommen. Ca. 25 Prozent aller Kinder in Brandenburg wachsen in Familien auf, die auf dem Niveau von Hartz IV leben. Armut bei Kindern und Jugendlichen kann sich auf verheerende Weise auswirken und deren zukünftige Entwicklung gefährden. Kinder werden in vielen Lebensbereichen ihrer Entwicklung beraubt.“

 

Unsere Einschätzungen stimmen mit dem Reichtums- und Armutsbericht der Bundesregierung überein. Nahezu 15 Mill. oder 18,3% der Menschen leben in Deutschland unter der Armutsrisikogrenze. 7.092.737 Menschen bekommen im April 2008 Leistungen nach Hartz IV (SGB II), davon 1.858.800 Kinder unter 15 Jahren.

 

In Berlin lebt jedes dritte Kind in Armut!

 

Ursachen für die sozialen Probleme der Betroffenen waren auch wiederum Massenarbeitslosigkeit, die Zunahme von Langzeitarbeitslosigkeit, eine massive Zunahme von Personen, die an der Armutsschwelle leben bzw. von Armut betroffen sind.

Durch den Verein GefAS waren im Geschäftsjahr 2008 wiederum außerordentliche Anstrengungen erforderlich, um die satzungsgemäßen Ziele und Aufgaben, die sozialen Aktivitäten zur Unterstützung von Menschen, die durch persönliche Bedürftigkeit infolge ihres körperlichen, geistigen oder seelischen Zustandes auf die Hilfe anderer angewiesen bzw. hilfebedürftig sind oder die eine wirtschaftliche Bedürftigkeit aufweisen, zu erfüllen.

 

Die sogenannten Reformen der Sozialsysteme durch Änderung der gesetzlichen Rahmenbedingungen verstärken eher die negative Entwicklung, als sie zu stoppen oder gar umzukehren. Das verbesserte den finanziellen Spielraum der Bundesregierung, die Ausgrenzung von Arbeit, Qualifizierung und Bildung und gesellschaftlicher Teilhabe wurde dadurch aber verstärkt. Immer mehr Menschen, die in Vollzeit und mehr arbeiten, sind zum puren Überleben aufstockend auf Hartz IV und den Nahrungsmitteln der „Tafeln“ angewiesen.

 

Maßnahmen zur sozialen und gesellschaftlichen Integration wurden von der Bundesagentur (BA) auch 2008 nicht mehr bewilligt und das Geld an den Bund zurück gegeben.

Allein der Landkreis Oder-Spree gab 2008 5,5 Mill. € aus dem Integrationstitel an den Bund zurück (2007 waren es 1,8 Mill. €). Das ist Veruntreuung von Mitteln, die den betroffenen Menschen zur Beschäftigungsförderung, der Integration, bzw. der sozialen Teilhabe langzeitarbeitsloser Menschen zur Verfügung stehen sollten.  

 

Viele Mitgliedsorganisationen des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, so auch GefAS, haben außerordentliche Anstrengungen unternommen, um die sozialen Projekte zu erhalten oder teilweise zu erhalten und die gesellschaftliche Integration betroffener Menschen weiter zu ermöglichen. 

 

Immer wieder wiesen wir darauf hin, dass Wohlfahrtspflege ein Teil zur Gestaltung der Gesellschaft ist. Sie sorgt durch ihren ausgleichenden Charakter dafür, dass die Gesellschaft überhaupt lebensfähig ist. Davon ausgehend hat sie einen unverzichtbaren gesellschaftsgestaltenden Anspruch.

Mit dem Ziel sich in die gesellschaftliche Debatte über Armut und Reichtum in Brandenburg einzumischen und der Spaltung der Gesellschaft in Arme und Reiche nicht mehr länger hinzunehmen, gründete sich am 30.01.2009 in Potsdam die Landesarmutskonferenz. Sie wird getragen von Wohlfahrtsverbänden, Gewerkschaften und Initiativen.

 

Das Jahr 2009 bringt uns zudem eine Wirtschaftskrise, deren Ausmaß noch nicht abschätzbar ist. Sichtbar sind jedoch schon stark ansteigende Arbeitslosenzahlen. Wir können nur hoffen, dass diese Krise auch die Chance bietet, vor allem für die Politik und die Wirtschaft, die beschädigten moralischen und sozialen Werte wieder ernst zu nehmen, zum Wohle Aller, insbesondere der Schwächeren und Hilfebedürftigen.

 

Liebe Mitglieder, Gäste und Freunde,

mit dem Geschäftsbericht informiere ich über die geleistete soziale Arbeit und die  Schwerpunkte der Vereinspolitik der Gesellschaft für Arbeits- und Sozialrecht. Darüber hinaus werden wir über die weitere Tätigkeit, ausgehend vom Bedarf, den sozialpolitischen Erfordernissen und Möglichkeiten sowie den arbeitsmarkt- und sozialpolitischen Rahmenbedingungen befinden.

 

 

II.         Satzungsgemäße Tätigkeit

 

Die soziale und sozial-politische Arbeit von GefAS erfolgte konsequent auf der Grundlage der Satzung und der Beschlüsse der Mitgliederversammlung, so dass Satzungszweck und tatsächliche Geschäftsführung stets eine Einheit bilden.

 

Satzungsgemäß wurden unsere sozialen Hilfen Personen zuteil, bei denen wir die Bedürftigkeit wegen ihres körperlichen, geistigen oder seelischen Zustandes feststellten (Vorlage von Bescheiden u.dgl.), die uns von den Kommunen benannt oder vermittelt wurden, die im Besitz eines gültigen Sozialpasses waren oder die über 75 Jahre alt und damit vom Gesetz her als bedürftig eingestuft sind. Bei der Feststellung der Bedürftigkeit haben wir uns über die Normen und Vorgaben der Abgabenordnung (AO) und des Anwendungserlasses zur Abgabenordnung (AEAO) hinaus an den allgemeinen Festlegungen der EU zur Bedürftigkeit orientiert. Danach sind Menschen materiell bedürftig, wenn ihr Einkommen 850,00 € nicht überschreitet.

 

 

1.         Profil der Gesellschaft für Arbeits- und Sozialrecht

 

GefAS ist ein eingetragener gemeinnütziger und mildtätiger Verein, dessen Mitglieder, Beschäftigte und eine Vielzahl ehrenamtlich engagierter Personen sich seit mehr als 18 Jahren für Menschen einsetzen, die unter komplizierten sozialen Bedingungen leben und ihre Probleme nicht oder nur teilweise selbständig lösen können. Satzungsgemäß erfolgt die Unterstützung und Betreuung von Personen, die von Arbeitslosigkeit bedroht sind, Arbeitslosen und solchen Personen, deren soziale Interessen nicht ausreichend vertreten werden.

 

Der Satzungszweck wird realisiert durch

 

-          soziale Beratung, Betreuung und Begleitung

-          Bildung und Information zu arbeits- und sozialrechtlichen Fragen

-          Organisierung und Unterstützung der Selbsthilfe

-          Projekte mit Sozialbindung für Benachteiligte (Integrationsprojekte)

-          Unterstützung von Personen, deren wirtschaftliche Lage aus besonderen Gründen zu einer Notlage geworden ist

-          Förderung und Entwicklung des freiwilligen sozialen Engagements und ehrenamtlicher Mitarbeit.

 

Ausgehend vom Grundgesetz, den Sozialgesetzbüchern (SGB) und weiterer rechtlicher Regelungen haben Menschen in sozialen Notsituationen Ansprüche auf soziale Unterstützung und Betreuung.

 

Dass menschenwürdige Existenz auch in schwierigen Lebenssituationen möglich sein muss, ist Zielstellung der Sozialarbeit von GefAS.

 

Durch engagierte, fachkompetente Beratung, Betreuung, Begleitung und Unterstützung tritt GefAS als „Anwalt für sozial schwache und schlechter gestellte Menschen“ auf. Dabei formulieren wir nicht nur die Rechte Betroffener, sondern fordern diese auch gegenüber Behörden, Kommunen und der Politik ein. Im Jahr 2008 erfolgte dieses auf vielfältige Art und Weise, z.B. bei fehlerhaften und falschen Hartz IV-Bescheiden.

 

Gemeinsam mit den Betroffenen streben wir realistische Lösungsvorschläge an und wecken ihre Eigeninitiative – wir leisten Hilfe zur Selbsthilfe. Wir streben an, dass die Menschen wieder selbst aktiv werden, um Arbeitslosigkeit, Obdachlosigkeit, soziale Ausgrenzung, Diskriminierung und Resignation zu überwinden.

 

Grundsätze unserer Arbeit dabei sind

 

-          weltanschauliche, parteipolitische und konfessionelle Unabhängigkeit,

-          Solidarität, humanitäre Verantwortung und Hilfsbereitschaft,

-          Offenheit, Toleranz und Vielfalt.

 

 

 

Mitgliederversammlung am 25.01.2008 im Stadtteilzentrum

 

 

 

 

 

 


2.         Struktur der GefAS                                                                                                     Stand: 28.02.2009

 

 

 

 

Mitglieder-
versammlung

 

Revisions-
kommission

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kuratorium

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Vorstand

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Fachbereich 1

Fachbereich 2

Fachbereich 3

Fachbereich 4

Fachbereich 5

Fachbereich 6

 

Vorstandssekretariat

Buchhaltung
Finanzen

Beratung
Betreuung

PEK

Personal
Bildung/Information

Regionalleitungen

 

·         Umfassende Sekretariats-aufgaben

·         Terminkontrolle und Koordinierung

·         Zentrales Büromateriallager

·         Lohn- und

Finanzbuch-
haltung

·         Abrechnung

       der Fördermaß-

       nahmen

·         Mitgliederver-  waltung

·         Versicherungen

·         Sozialberatung

       und -betreuung

·         Antimobbing-Beratung

·         Schuldnerberatung
Verbraucher-insolvenz

·         Planung

·         Entwicklung

·         Kontrolle

·         Qualitätssicherung

·         Stiftungsarbeit

·         Personal

·         Arbeit statt Strafe

·         Arbeitsvermittlung

·         Arbeits- und
Gesundheitsschutz

·         Qualifizierung

·         Öffentlichkeits-

arbeit

 

 

·         Zuständig für den gesamten Regionalbereich,  eingeschränkte Personalvollmacht

·         unmittelbare Anleitung der Geschäftsstellen und Anleiter

·         kommunale Vernetzung

 

 

 

Bundesland

GS

Adressen

Projekte / Aufgaben

1.    

Berlin

Berlin

Franz-Mehring-Platz 1, 10243 Berlin
030 2901976, berlin@gefas-ev.de

Sitz des Vorstandes, bis 30.06.2008

Schuldnerberatung, Allgemeine Sozialberatung, Anti-Mobbing-Beratung

2.    

Brandenburg

Beeskow

Am Bahnhof 1, 15848 Beeskow

Tel. 03366 520599

Allgemeine Sozialberatung, Seniorenbetreuung, Beeskower Tafel, Möbelkammer, Schreibbüro, Nähstube

3.    

Erkner

Walter-Smolka-Str. 10, 15537 Erkner

03362 500812, erkner@gefas-ev.de

Allg. Sozialberatung, Schuldnerberatung, Seniorenbetreuung, Mittagstisch, KISS, Schreibbüro,

4.    

Erkner

Seestr. 2, 15537 Erkner

Tel. 03362 3672

Soziale Nähstube / Kleiderkammer

5.    

Erkner

Fichtenauer Weg 44, 15537 Erkner

Tel. 03362 590266

Regionalleitung, Stadtteilzentrum, Erkner Tafel, soz. Mittagstisch, soz. Wäschedienst,

Möbelkammer, weitere Integrationsprojekte

6.    

Erkner

Flakenseestr. 26/27, 15537 Erkner

Obdachlosenheim

7.    

Fürstenwalde

Hegelstr. 22, 15517 Fürstenwalde, 03361 376793, vorstand@gefas-ev.de

Hauptgeschäftsstelle

Allgemeine Sozialberatung, Seniorenbetreuung, Schreibbüro,

Seminare, Fürstenwalder Tafel

8.    

Königs Wusterhausen

Fichtestr. 1, 15711 Königs Wusterhausen,  Tel. 03375 528074

Allgemeine Sozialberatung, Anti-Mobbing-Beratung

9.    

Lübben

Bahnhofstr. 35, 15907 Lübben

Tel. 03546 226479

Möbelkammer, Seniorenbetreuung,

10.   

Neuruppin

Fehrbelliner Str. 139, 16816 Neuruppin

Tel. 03391 404060

Allgemeine Sozialberatung, Anti-Mobbing-Beratung

11.   

Niewitz

Dorfstr. 95/96, 15910 Niewitz

035474 36855, niewitz@gefas-ev.de

Regionalleitung LDS, Weiterbildungsstätte, Allg. Sozialberatung, Wäschedienst, Seniorenbetreuung, Mittagstisch, Integrationsprojekte

12.   

Storkow

Rudolf-Breitscheid-Str. 74, 15859 Storkow, 033678 TheoTheodor-Storm-Str. 22, 15859 Storkow

15859 SSSSSSStStorkow68405

Ausgabestelle der Erkner Tafel, Allgemeine Sozialberatung,

13.   

Sachsen

Chemnitz

Jägerstr. 5-7, 09111 Chemnitz

Tel. 0371 6903427

Allgemeine Sozialberatung, Seminare

14.   

Dresden

Cottaer Str. 2, 01159 Dresden

Tel. 0351 4947645

Allgemeine Sozialberatung, Anti-Mobbing-Beratung

15.   

Görlitz

Demianiplatz 34/35, 02826 Görlitz

Tel. 03581 649317

Allgemeine Sozialberatung, Anti-Mobbing-Beratung

16.   

 

Hoyerswerda

Friedrichstr. 12, 02977 Hoyerswerda

Tel. 03571 603190

Allgemeine Sozialberatung

 


3.         Ehrenamtliches und bürgerschaftliches Engagement

 

Die GefAS organisiert zielgerichtet ehrenamtliches und bürgerschaftliches Engagement auf der Grundlage der rechtlichen Rahmenbedingungen und der Freiwilligencharta des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes.

 

Wir können einschätzen, dass im Geschäftsjahr 2008 durch das ehrenamtliche und freiwillige soziale Engagement unserer Mitglieder, Beschäftigten und Förderer sowie dem Verein nahestehender Personen wiederum ein großer Beitrag dafür geleistet worden ist, unsere satzungsgemäßen Ziele und Aufgaben zu erfüllen. Für uns gilt, durch Aktivierung des freiwilligen Engagements und des Ehrenamtes, Sozialarbeit solidarisch zu gestalten.

Am 07.11.2007 gründete GefAS für die Regionen Fürstenwalde und Erkner im Landkreis Oder-Spree eine Freiwilligenagentur.

Darüber hinaus befinden sich seit einem halbem Jahr vier verantwortliche Beschäftigte der GefAS in der Ausbildung zur Ehrenamtsmanagerin. Die Ausbildung erfolgt bei der Paritätischen Akademie. Damit wird in den Regionalbereichen LOS und LDS das bürgerschaftliche Engagement und die Ehrenamtsarbeit weiter auf qualifizierte Grundlagen gestellt.

 

GefAS hat ein großes Potenzial für die Aktivierung ehrenamtlicher und freiwilliger Arbeit. Der Vergleich der letzten  3 Jahre, 2006 mit  9.756 Stunden, 2007 insgesamt mit 15.443 Stunden und 2008 mit mehr als 17.365 Stunden erfasster ehrenamtlicher Arbeit zeigt, dass das ehrenamtliche Engagement bei GefAS eine außerordentliche Bedeutung gewonnen hat.

 

-          In der Region LOS wurden 10.784 Stunden ehrenamtliche Arbeit geleistet,

davon

-          in Erkner               5.592,0 Stunden

-          in Fürstenwalde   4.052,5 Stunden

-          in Beeskow             554,5 Stunden

-          In der Region LDS wurden 4.972 Stunden ehrenamtlicher Arbeit geleistet.

-          In Berlin wurden 1.513 Stunden ehrenamtlicher Sozialarbeit geleistet.

 

Bei der Berechnung eines Arbeitstages mit 8 Stunden wurden insgesamt 2.170,6 Arbeitstage und bei Berücksichtigung von 220 Arbeitstagen im Jahr, eine Arbeitszeit von 9,9 Jahresvollzeitarbeitsstellen geleistet.

 

Mitglieder, Beschäftigte und zahlreiche andere Personen haben in ihrer Freizeit zahlreiche soziale Projekte unseres Vereins unterstützt. Ich möchte an dieser Stelle Allen für die geleistete Arbeit herzlich danken. Mir sei auch gestattet die verantwortungsbewusste Tätigkeit des Kuratoriums und der Mitglieder der Revisionskommission besonders zu erwähnen.

 

Das ehrenamtliche und freiwillige Engagement zeigte, dass sehr viele Menschen eine hohe soziale Verantwortung haben und sich mit den humanitären Zielen und Idealen unseres Vereins identifizieren. Stellvertretend wurden einige dieser ehrenamtlich tätigen Personen  durch GefAS ausgezeichnet. Dieses Engagement müsste jedoch in den Regionen und Kommunen eine noch größere öffentliche Anerkennung finden.

Teilweise haben ehemalige Beschäftigte nach dem Auslaufen von geförderten Maßnahmen die Beratungstätigkeit, Seniorenbetreuung u.a. Aktivitäten in den Geschäftsstellen ehrenamtlich weitergeführt, so dass die Präsenz von GefAS in den unterschiedlichen Projekten stets gewährleistet war. Nur so war es möglich, dass unsere Hilfsangebote in bestimmten Bereichen nicht abrissen und sich GefAS in den verschiedensten Regionen längerfristig etablieren konnte. 

 

Engagement, hohe Fachlichkeit, Kollegialität und Vertrauen sind die wesentlichen Merkmale unserer ehrenamtlichen Mitarbeiter.

 

Herzlichen Dank Euch allen!

 

 

III.        Soziale Projekte mit gemeinnützigem Charakter

 

1. Allgemeine Sozialberatung

 

Die allgemeine Sozialberatung ist auch weiterhin ein wichtiger Bereich unserer gemeinnützigen Tätigkeit. Der Beratungsbedarf in dieser Hinsicht stieg bekanntlich mit Hartz IV enorm an und ebbt auch gegenwärtig nicht ab. Nahezu jeder zweite Hartz IV-Bescheid ist fehlerhaft und die Widerspruchs- und Klagewelle ist außerordentlich hoch, so dass die Sozialgerichte nicht mehr in der Lage sind, Verfahren zeitnah zu bearbeiten und abzuschließen und im Ergebnis Rechtsverluste zu Lasten der Betroffenen auftreten. Gleichzeitig versucht man die Zugangsvoraussetzungen zu den Gerichten zu erschweren und Prozesskostenhilfe zu beschränken.

 

Im Gegensatz dazu werden nachweislich entsprechende Förderstellen für Sozialberatungen durch regionale Zuwendungsgeber bewusst und vorsätzlich nicht mehr oder immer weniger bewilligt.

 

Das ist auch ein Grund, weshalb z.B. die Geschäftsstelle in Leipzig geschlossen werden musste. Die geringen unterstützenden Aktivitäten des Paritätischen Sachsen waren uns bei der Auseinandersetzung mit der ARGE wenig hilfreich.

Wegen der Ablehnung des Antrages zur Förderung einer ABM vom 20.07.2007 wurde nach negativem Widerspruchsbescheid Klage beim Sozialgericht Berlin eingereicht. Die Büroräume wurden vorsorglich zum 30.06.2007 außerordentlich gekündigt, obwohl Beratungen noch ca. ein halbes Jahr durch ehrenamtliche Arbeit  erfolgten. Trotz des außerordentlichen Beratungsbedarfes zu Hartz IV und zu Mobbing musste die Geschäftsstelle letztendlich vollständig geschlossen werden.

Die Terminierung beim Sozialgericht Berlin für die mündliche Verhandlung erfolgte zum 25.02.2009. Die Klage ist zwischenzeitlich durch GefAS zurückgezogen worden und wir werden vorerst keine Geschäftsstelle / Beratungsstelle in Leipzig unterhalten. Vielfältige Anfragen aus Leipzig gehen nun telefonisch, per Mail oder schriftlich in den Geschäftsstellen Berlin und Fürstenwalde ein.

 

Aus analogen Gründen musste der Arbeitslosenverband, Landesverband Sachsen im November 2008 Insolvenz anmelden. Damit sind in Sachsen viele Beratungseinrichtungen, insbesondere für arbeitslose Menschen nicht mehr vorhanden.

 

Die fachliche Sozialberatung bei der GefAS erfasst solche Spezifikationen, wie

 

-          Probleme aus dem Arbeitsverhältnis

-          Sozialrechtliche Fragen der Grundsicherung

-          die Krisenintervention

-          Anti-Mobbing-Beratung

-          Beratung im Rahmen der Selbsthilfe

-          Familienberatung

-          Seniorenberatung

-          Jugendarbeit und Beratung als „Träger freier Jugendarbeit“

-          Soziales Schreibbüro mit Bewerbungsberatung

-           

 

Viele Menschen leben heute unter komplizierteren sozialen Bedingungen als je zuvor und die Armut hat zugenommen. Die Folgen von Hartz IV erfahren auch diejenigen, die noch reguläre Arbeit haben. Aufgrund der Hartz-Gesetze sind Lohn- und Sozialdumping an der Tagesordnung. Änderungskündigungen zur Durchsetzung geringerer Löhne sind ein häufiges Thema in der Sozialberatung.

 

Dies alles macht die Menschen kleinlaut und unsicher. Nie in der Geschichte der Bundesrepublik lagen Reichtum und Armut weiter auseinander. Auf der einen Seite wächst der Wohlstand, auf der anderen Seite die Gruppe der wirtschaftlich Ausgegrenzten. Aufgabe der gemeinnützigen, allgemeinen und fachlichen Sozialberatung ist es in dieser Situation, den Menschen Wege und Möglichkeiten aufzuzeigen persönliche Notlagen zu überwinden, zu verhindern oder zumindest abzumildern, denn auch in einer schwierigen Lebenssituation muss eine menschenwürdige Existenz möglich sein.

 

Ein Teil der Arbeitslosen oder von Arbeitslosigkeit bedrohten Menschen, die unsere Beratungsstellen aufsuchen, befinden sich in echten Krisensituationen, so dass vorrangig dem entgegnet werden muss. Die sich häufenden Probleme sind insbesondere Inkassoprobleme, Räumungsklagen, Stromabschaltungen, fehlende Grundsicherung oder fehlendes Arbeitslosengeld. Oftmals haben sich arbeits- und sozialrechtliche Probleme sowie familiäre Sorgen derart angehäuft, dass  Ratsuchende im Rahmen der Vernetzung zusätzlich an andere Projekte der GefAS, wie z.B. die Tafel oder die Schuldner- und Insolvenzberatung vermittelt wurden.

 

Gemeinnützige, allgemeine und fachliche soziale Beratungstätigkeit führten wir im Geschäftsjahr 2008 an 13 Standorten mit ca. 45 Beschäftigten und Mitgliedern durch (siehe Struktur der GefAS).

 

Leider konnten wir wegen der beschriebenen unstetigen Fördersituation und den veränderten Förderbedingungen die Anfragen und Bedarfe quantitativ nicht vollständig realisieren.

 

Während wir 2007 insgesamt 7.300 Menschen beraten und begleitet haben , waren es im Jahr 2008 insgesamt 8.917 Personen. Damit hat sich das Beratungsaufkommen stabilisiert, ja sogar leicht erhöht.

 

 

Durch die nicht nachvollziehbare Verwaltungspraktik bei Bewilligungen von Maßnahmen ist es nur schwer möglich, planmäßig zu arbeiten. So wurden in Berlin keine neuen Maßnahmen für Beratungen bewilligt.

Unser Verein hat dennoch versucht, die Beratungsstellen in Berlin zu erhalten. Wegen der Kosten, die aus Eigenmitteln zu decken waren, wurde die Beratungsstelle in Berlin stark reduziert. Sie wird derzeit mit einer fest Angestellten, zwei geförderten stellen im Schreibbüro und mit ehrenamtlichen Beschäftigten weitergeführt. 

 

In Sachsen besteht eine enge Zusammenarbeit mit der Gewerkschaft ver.di, so dass dadurch die entstehenden Kosten für unseren Verein reduziert werden können. Das umfasst die gemeinsame Nutzung der Arbeitsräume, Technik und nicht zuletzt der Rechtsliteratur. GefAS gewährleistet die fachliche Qualifizierung der Beschäftigten. Darüber hinaus gelang es, zum Teil im Wechsel, mit den gleichen Beschäftigten zu arbeiten. 

 

Eine positive Entwicklung bezüglich der bisher durch uns erfolgten Sozialberatung ist, dass wir diese nun auch konkret als Rechtsberatung deklarieren können, insbesondere auch gegenüber den Zuwendungsgebern.

 

Nach einem langwierigen Verfahren beschloss der Deutsche Bundestag am  12.12.2007 die Reform der Rechtsberatung. Mit dem Gesetz zur Neuregelung des Rechtsberatungsgesetzes erfolgten in 20 Artikeln Neuregelungen zu unterschiedlichen Gesetzen, so z.B. im Artikel 1 das neue Gesetz über außergerichtliche Rechtsdienstleistungen (Rechtsdienstleistungsgesetz – RDG), mit dem die Rechtsberatung neu geordnet wurde. Es trat am 01.07.2008 in Kraft.

Das RDG enthält weiterhin das Anwaltsmonopol für den gesamten Kernbereich rechtlicher Dienstleistungen, allerdings erfolgen moderate Öffnungen für unentgeltliche, alruistische (selbstlos, uneigennützig, aufopfernd, Gemeinwohl) Rechtsberatung für caritative Einrichtungen (GefAS), Verbraucherberatung oder Mieterbund.

 

Nicht so positiv ist folgende Entwicklung. Die Bundesregierung legt milliardenschwere „Schutzschirme“ für Banken und die Autoindustrie auf. Für die Erhöhung des Kindergeldes bleiben 10 € und die werden auch noch beim Bezug von SGB-II-Leistungen, als Einkommen angerechnet.

 

 

2.         Anti-Mobbing-Beratung

 

Im Jahr 2008 arbeitete die GefAS seit nunmehr 12 Jahren erfolgreich auf dem Gebiet der Anti-Mobbing-Beratung. Gesamtgesellschaftlich hat Mobbing enorme negative Auswirkungen. Nach Schätzungen werden jährlich ca. 1 Million Menschen von Mobbing am Arbeitsplatz betroffen. Jede neunte Person wurde im Verlauf der Erwerbstätigkeit schon einmal gemobbt. Es wird angenommen bzw. geschätzt, dass jährlich 200 Suizide auf das Konto von Mobbing gehen. Weiterhin wird davon ausgegangen, dass Firmen für Mobbingopfer ca. 25.000 € zusätzlich aufwenden müssen und dass der Wirtschaft ein Schaden von 15 Milliarden € entstehe.

 

Die Anti-Mobbing-Beratung der GefAS ist nach wie vor bundesweit bekannt.

 

 

In Sachsen besteht unter Mitwirkung von der GefAS ein Präventionsnetzwerk, in Berlin – Brandenburg wurde am 14.11.08 ein Netzwerk gebildet.

Durch unsere Beratungsstellen in Berlin, Dresden, Erkner, Königs Wusterhausen, und Neuruppin erfolgten 370 Mobbing-Beratungen.

Leider wurde es auch in diesem Bereich insgesamt noch schwieriger, die Beratungsstellen mit Beratern auszustatten. Obwohl wir wissen, dass die präventive Arbeit eine äußerst wichtige Säule der Mobbingarbeit ist, können wir diese derzeit nicht leisten.

Auch ist es uns immer noch nicht gelungen, die Finanzierung durch die Krankenkassen zu realisieren. Diese vermitteln zwar nach wie vor bundesweit Betroffene zu uns, sie sind aber nicht bereit, die finanzielle Absicherung der Beratungsstellen zu übernehmen.

Betroffene befinden sich häufig über mehrere Monate im Krankenstand und belasten dadurch zusätzlich ihr Arbeitsverhältnis bzw. die Sozialkassen. Eine qualifizierte längerfristige Beratung und Betreuung kann dem wesentlich entgegenwirken. Ähnlich verhält es sich bei Personen, die durch Krankenhäuser oder auch Psychologen an GefAS vermittelt werden. Oftmals werden Betroffene durch Mobbing erwerbsunfähig. Auch Rentenversicherungsträger schicken betroffene Personen zu uns, ohne dass sie Finanzierungsmöglichkeiten bieten.

 

Wir vertreten weiterhin die Auffassung, dass diese wichtigen Formen der psychosozialen Beratung, die auch ein Stück Gesundheitsfürsorge ist, angesichts einschneidender negativer Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt nicht dem Rotstift zum Opfer fallen dürfen. Kontinuierliche öffentliche Förderung für diese Tätigkeit wäre daher dringend geboten. Die Praxis zeigt aber gegenwärtig das Gegenteil.

 

 

3.         Kinder- und Jugendarbeit

 

Satzungsgemäß leistet GefAS zielgerichtet und qualifiziert Jugendarbeit als „Träger der freien Jugendhilfe“.

 

In diesem Bereich werden verschiedene Projekte realisiert.

 

Mit dem Projekt Verkehrssicherheit und Schulwegesicherung wird, an brisanten Verkehrsschwerpunkten in Erkner, erheblich zur Sicherheit von Kindern und Jugendlichen im Straßenverkehr beigetragen. Verkehrszählungen ergaben, dass täglich ca. 350 Fußgänger und 380 Fahrradfahrer, davon gesamt 470 Kinder und Jugendliche, die Verkehrsschwerpunkte in Erkner überqueren. Positiv gestaltete sich dabei die Zusammenarbeit mit der Polizeiwache Erkner, die mit Präsenz vor Ort und mit Verkehrsschulungen die Projektteilnehmer unterstützte.

 

Einen festen Stand hat das Projekt in Bezug auf die Durchführung von Fahrradprüfungen der 4. Klassen und Fahrradturnieren der 3. Klassen in Erkner und Region. Im Jahr 2008 haben durch die kontinuierliche Zusammenarbeit des Projektes mit der Prävention der Polizei 425 Grundschüler aus 8 Schulen erfolgreich an Fahrradprüfungen sowie Fahrradturnieren teilgenommen.

Diesbezüglich ist auch die langjährige erfolgreiche Kooperation mit dem ADAC Berlin Brandenburg und der Verkehrswacht Fürstenwalde zu erwähnen.

 

 

Kontinuierlich erfolgte die Zusammenarbeit mit der Grundschule in Neu Zittau und den Förderschulen für geistig und körperlich Behinderte „Regine Hildebrandt“ in Erkner und Fürstenwalde/Spree.

Mit insgesamt 4 Maßnahmen und 6 Maßnahmeteilnehmern im Jahr 2008 hat GefAS durch diese Unterstützung dazu beigetragen, dass zusätzliche kreative Freizeitangebote für Grundschüler weitergeführt bzw. geschaffen wurden.

 

Durch umfangreiche Vorbereitungen, in Form von regelmäßigen Arbeitsgesprächen, zwischen der GefAS und des polnischen Partnervereins „Für die Bürger von Gołuchów“ konnte die deutsch-polnische Jugendbegegnung erfolgreich durchgeführt werden. Insgesamt 35 deutsche und polnische Kinder und Jugendliche nahmen im Zeitraum vom 31.07. bis 10.08.2008 daran teil und trugen intensiv zu einer besseren Verständigung und des kulturellen Austausches deutscher und polnischer Jugendlicher bei (Titelfoto). Im Anschluss der Jugendbegegnung wurde eine sofortige Planung weiterer gemeinsamer Aktivitäten für das Jahr 2009 vorgenommen (Presseartikel vom 21.02.2009 – Anlage).

 

Vielen sozial schwachen Familien ist nicht bekannt, dass es Möglichkeiten einer finanziellen Unterstützung durch die Länder für einen Familienurlaub gibt.

Die intensive Vernetzung der GefAS Projekte hat dazu beigetragen, dass durch umfangreiche Informationen in Bezug auf – Hilfen zur Beantragung eines Familienurlaubes 2008 – verschiedenen Familien Gelegenheit gegeben werden konnte, Urlaub zu machen.

 

Durch die monatliche Teilnahme an den Sitzungen des Sozialraumteams Erkner und die damit verbundenen Aktivitäten wurde die Zusammenarbeit der Träger der freien Jugendhilfe und der Kommune in der Region gestärkt.

 

 

4.         Soziale Schreibbüros

 

Zu den breiten sozialen Angeboten von GefAS gehören unter anderem die sozialen Schreibbüros in Berlin, Erkner, Fürstenwalde und Beeskow. In den einzelnen Geschäftstellen, bis auf Beeskow, konnte die Arbeit kontinuierlich, mit halbjährlichem Wechsel der Beschäftigten realisiert werden.

 

Zu den Aufgaben der sozialen Schreibbüros gehören:

 

-          Fertigung von Schreiben nach DIN-Norm

-          Unterstützung bei Abfassung und Fertigung von Bewerbungsschreiben und Lebensläufen (Erstellen kompletter Bewerbungsmappen) vorwiegend für Grundsicherungsempfänger

-          Unterstützung von Senioren und Bedürftigen im Schriftverkehr mit Behörden

 

Mit dem Hintergrund der sozialen Integration und Wiederherstellung der Beschäftigungsfähigkeit konnten den Beschäftigten durch gezielte Qualifikationen aktuelle Änderungen im Bezug auf Anschreiben bzw. Bewerbungsschreiben und Bürokommunikation vermittelt werden.

 

-          Bewerbungstraining

-          EDV Anwendungen (Word, Excel, Power Point, Bildbearbeitungsprogramme)

-          Kommunikation im Büro

-          Grundlagenkurs Englisch

 

 

Die Angebote der sozialen Schreibbüros in Berlin, Erkner (4.818 Aktivitäten), Fürstenwalde, Beeskow und Storkow wurden ausschließlich durch sozial bedürftige und betroffene Personen genutzt. Sie haben 2008 für 5.740 (7.230 Personen 2007) Beratung und Betreuung (Anfertigung von Schreiben) realisiert.

 

 

IV.        Soziale Projekte mit mildtätigem Charakter

 

Die Arbeitslosenzahlen sind nach offiziellen Angaben bis zum Herbst 2008 gesunken und doch ist die Zahl derjenigen, die trotz (Vollzeit-) Erwerbstätigkeit Anspruch auf ergänzende Leistungen nach SGB II haben, sehr hoch. Langzeitarbeitslosigkeit verfestigt sich. Die Angebote der Arbeitslosen-Service-Einrichtungen und somit die sozialen Projekte mit mildtätigem Charakter werden immer wichtiger. Sie sind  wesentlicher Inhalt unserer satzungsmäßigen Tätigkeit.

 

Insgesamt wurden durch GefAS 78.874 unterstützende mildtätige Hilfeleistungen realisiert (2007 waren es 60.777 mildtätige Hilfen).

 

Die mildtätigen Hilfen wurden in der Arbeitslosen-Service-Einrichtung (ASE) Erkner durch folgende Projekte realisiert:

 

-          Schuldnerberatung

-          KISS, Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfe

-          umfassende Seniorenbetreuung

-          Obdachlosenbetreuung und -prävention

-          Erkner Tafel

-          sozialer stationärer und mobiler Mittagstisch

-          soziale Nähstube mit Kleiderkammer

-          sozialer Wäschedienst

-          soziale Möbelkammer mit Umzugshilfe

 

Die 9 Projekte mit durchschnittlich 33 Beschäftigten arbeiteten weiterhin erfolgreich vernetzt miteinander. Ihre zahlenmäßigen Leistungen werden in den folgenden Darstellungen erfasst. Da nicht alle Projekte im Bericht beschrieben sind, werden die Ergebnisse dieser zusammengefasst dargestellt. Die sozialen Angebote der Möbelkammern und der zusätzlichen Hilfen für Senioren zusammengefasst, ergeben insgesamt 12.374 soziale Einzelleistungen.

 

Die mildtätigen Hilfen in der ASE Beeskow erfolgen durch die Projekte

 

-          Seniorenbetreuung

-          Beeskower Tafel

-          Möbelkammer

-          Kleiderkammer

 

Mildtätige Projekte in der Arbeitslosen-Service-Einrichtung Niewitz waren:

 

-          sozialer stationärer und mobiler Mittagstisch

-          Seniorenbetreuung mit E.R.I.K.A.

-          sozialer Wäschedienst

-          soziale Nähstube

-          soziale Möbelkammer in der Außenstelle Lübben

-          Kinderrestaurant in der Außenstelle Lübben

Die Deckung der steigenden Bedarfe war auch 2008 nur durch die tatkräftige Unterstützung ehrenamtlich Beschäftigter und Beschäftigter in Nebentätigkeit möglich. Beispielsweise wird durch die ARGE der soziale Wäschedienst und die soziale Nähstube in Niewitz nicht mehr gefördert.

 

Für eine kontinuierliche gut funktionierende vernetzte Arbeit fehlt es im Landkreis Dahme-Spreewald weiterhin an der Unterstützung seitens öffentlicher Entscheidungsträger sowie dem Regionalbüro des Paritätischen.

 

Immer mehr Kinder in Brandenburg wachsen in armen Familien auf. Nach Angaben des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes lebt jedes vierte Kind unter 15 Jahre in sogenannten Hartz IV-Bedarfsgemeinschaften. GefAS wollte etwas gegen Kinderarmut unternehmen und eröffnete am 29.05.2007 das soziale Kinderrestaurant in Lübben. Durch Fördermittel (Lokale Initiativen) und engagierte Beschäftigte konnten die erforderlichen Baumaßnahmen durchgeführt werden. Dieses Projekt „Kinderrestaurant“ wurde am 03. November 2007 mit dem PARITÄTISCHEN Stiftungspreis gewürdigt.

 

Leider mussten wir 2008 das Kinderrestaurant wieder schließen. Die Stadt hatte das Gebäude, in dem sich das Kinderrestaurant befand, an die städtische Wohnungsbaugesellschaft verkauft, die uns Mitte des Jahres mitteilte, dass sie beabsichtige, das Gebäude abzureißen, um einen Parkplatz zu errichten. Äußerste Bemühungen unsererseits zur Erhaltung des Kinderrestaurants (und der ebenfalls betroffenen Möbel- und Kleiderkammer) blieben ohne Erfolg. Vom Bürgermeister über Landtagsabgeordnete, die Vertreterin des Paritätischen, Vertreter der Kreisverwaltung, alle zuckten nur die Schultern. Der Geschäftsführer der Wohnungsbaugesellschaft Lübben bot uns trotz hinreichenden Leerstandes eine Wohnung zu überhöhten Marktpreisen an.

Die Kinder und wir blieben letztendlich ohne Alternative.

 

 

 

1.         Schuldnerberatung und Beratung zur Verbraucherinsolvenz

 

Beratungsstelle Erkner

 

Im Zeitraum vom 01.01. bis 31.12.2008 wurden in der Beratungsstelle Erkner 164 Klienten in die laufende Beratung neu aufgenommen. Aus dem Vorjahr wurden 38 Klienten in das 2. Beratungsjahr übernommen. Mit den längerfristig zu beratenden Klienten sind Ende 2008 insgesamt 335 Personen in ständiger Beratung und Betreuung. Dabei ist eine steigende Tendenz der Klienten mit hoher Gläubigeranzahl  zu verzeichnen.

 

2008 fanden 1.247 Beratungsgespräche statt und 2.222 Gläubigerschreiben wurden angefertigt und verschickt.

 

 

2006

2007

2008

Schuldner

350

352

335

Schuldensumme

7.200.926,00 €

12.266.298,06 €

10.613.519,20 €

Gläubiger

709

900

701

Verbraucherinsolvenz

(abgeschl.)

 72

105

 74

Schuldensumme

Insolvenz

4.418.079,00 €

7.733.353,01 €

3.131.908,31 €

Schuldensumme

gesamt

11.691.004,00 €

19.999.651,07 €

13.745.427,51 €

 

In allen Positionen ist eine massiv steigende Tendenz feststellbar. Die Zahl der Mietschuldner liegt etwa bei 50%.

Hauptursache der Ver- bzw. Überschuldung war auch in diesem Jahr die Arbeitslosigkeit und die damit verbundene Einkommensminderung. Darüber hinaus waren unter anderem Schicksalsschläge, wie Trennung/ Scheidung, Krankheit und Sucht sowie das eigene Konsumverhalten Ursache.

Einen besonderen Schwerpunkt bildet die Zunahme der Miet-, Energie- und Gasschulden.

 

Durch sofortige Kontaktaufnahme mit den Vermietern, besonders durch die gute Zusammenarbeit mit der Wohnungsgesellschaft Erkner mbH, wurde Kündigungen entgegengewirkt und Räumungsklagen ausgesetzt. Leider reagieren die Schuldner in den meisten Fällen zu spät. Erschwerend wirkte sich auf die Verhandlungen aus, wenn Ratenzahlungsvereinbarungen in der Vergangenheit nicht eingehalten wurden.

 

Bei Miet- und Energieschulden hieß es oftmals, kurzfristig präventiv zu reagieren. Durch sofortige Kontaktaufnahme mit den Vermietern sowie Energieanbietern wurden Kündigungen entgegengewirkt und Zwangsräumungen ausgesetzt. So konnten eine Räumung, eine Kündigung und 6 Gas- bzw. Stromabschaltungen abgewendet werden. Klienten mit ALG-II-Bezug wurden weiterhin darauf hingewiesen und motiviert, eine Abtretungserklärung zu unterzeichnen, damit das Amt für Grundsicherung die Miete bzw. die laufenden Zahlungen für Energie an die Unternehmen direkt überweisen kann, um Rückständen vorzubeugen. 2 Klienten waren durch unsere Hilfe und Unterstützung bei der Suche nach einem neuen Wohnraum erfolgreich.

 

In 2 Fällen wurden Strafbefehle über Vermittlung in gemeinnützige Tätigkeit abgewendet.

In 17 Fällen konnten Kontopfändungen verhindert bzw. bestehende über Vergleichsverhandlungen mit den Gläubigern ruhend gestellt werden oder über Gericht wurde eine Freigabe erwirkt.

 

Unsere Beratungsstelle arbeitete nicht mit Wartelisten, sondern vergab Termine innerhalb von einer bis 8 Wochen. Zudem gewährten wir Spätsprechstunden und bestellfreie Zeiten zur Beratung für Arbeitnehmer und Krisenfälle.

 

 

Beratungsstelle Berlin, Friedrichshain-Kreuzberg

 

Seit Anerkennung der Beratungsstelle als geeignete Stelle im Verbraucherinsolvenzverfahren stieg die Zahl derer, die unsere Schuldner- und Insolvenzberatungsstelle Berlin in Anspruch nehmen, enorm. GefAS stellte sich dieser Herausforderung und übernahm die Pflichtaufgabe des Bezirksamtes Friedrichshain-Kreuzberg.

 

Im Jahr 2008 erbrachte GefAS insgesamt 1.400 Beratungen. Die Gesamtzahl der langfristig zu beratenden Personen belief sich auf 119 mit einer Schuldensumme von 285.000,97 €.

 

 

Es muss eingeschätzt werden, dass es in Berlin immer noch nicht gelungen ist, die Finanzierung durch den Stadtbezirk abzusichern. Auch durch die Landesarbeits-gemeinschaft Schuldner- und Insolvenzberatung, deren Mitglied wir seit 01.01.2008 sind, erhalten wir diesbezüglich keine Unterstützung.

In regelmäßig stattfindenden Dienstberatungen entwickeln und sichern die Mitarbeiter die Qualität für den gesamten Arbeitsbereich. Darüber hinaus tragen regelmäßiges Studium der entsprechenden Fachliteratur und –presse, die Teilnahme an thematischen Fortbildungsveranstaltungen zur Entwicklung der Qualitäts-entwicklung und Qualitätssicherung bei.

 

 

2. Obdachlosenbetreuung und –prävention

 

Fachliche Obdachlosenbetreuung erfolgt in der Stadt Erkner,  unmittelbar im Zusammenhang mit der Betreibung eines Obdachlosenheimes / Obdachlosenunterkunft (ODU).

 

Darüber hinaus führt die GefAS  vorwiegend in Erkner, Fürstenwalde und Berlin Präventionsmaßnahmen zur Verhinderung von Obdachlosigkeit durch.

 

Die von Obdachlosigkeit bedrohten und betroffenen Menschen haben einen Rechtsanspruch auf Leistungen des sozialen Hilfesystems, die auf dem Grundgesetz und der Sozialgesetzgebung beruhen.

Obdachlose sind nicht Objekte der Hilfe, sie sind Subjekte, deren Möglichkeiten und Fähigkeiten sehr bewusst wahrgenommen werden müssen. Die heutige Obdachlosenhilfe beruht auf klaren Rechtsgrundlagen und ist nicht defizit-, sondern ressourcenorientiert. Sie sieht die Stärken und Möglichkeiten auch von Menschen, die gesellschaftlich extrem an den Rand gedrängt sind und häufig in größter Armut leben. Dieser Auffassung steht jedoch vielfach noch die Ignoranz, gelinde formuliert, die bürokratische Praxis im Wege.

 

Z.B. wird gem. §§ 67 ff. SGB XII Bezug genommen auf Personen, bei denen besondere Lebensverhältnisse mit sozialen Schwierigkeiten verbunden sind, die wohnungslos sind oder vor nicht zu verhinderndem Wohnraumverlust stehen, bzw. in unzumutbaren Wohnverhältnissen leben und/oder die straffällig geworden sind und aus eigener Kraft nicht in der Lage sind, ihre sozialen Schwierigkeiten selbständig zu überwinden

Zielsetzung der Obdachlosenarbeit von GefAS ist deshalb die soziale Integration.

Unsere sozialen Angebote sind Hilfe zur Selbsthilfe. Der bedürftigen Person soll die Sicherung eines menschenwürdigen Lebens ermöglicht und dieser zur Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft befähigt werden.

 

Davon ausgehend beziehen sich die Angebote der GefAS auf die

 

-          Beratung und Begleitung bei der Wohnungssuche

-          Hilfe bei der Sicherung Ihrer Existenzgrundlage, indem wir die rechtlichen Ansprüche abklären und durchsetzen helfen (Sozialberatung)

-          Hilfe bei behördlichen Angelegenheiten, Beratung und Begleitung zu Ämtern geben

-          Aufbau bzw. Wiederherstellung sozialer Kontakte, insbesondere zu Familienangehörigen

-          Unterstützung beim Wiedereinstieg in eine Erwerbstätigkeit gewähren, indem GefAS selbst gemeinnützige Projekte anbietet, in denen Hilfebedürftige Zutrauen zu sich und anderen wieder herstellen

-          Mitwirkung bei der Planung konkreter Schritte für berufliche oder persönliche Ziele und die Entwicklung eines Hilfeplanes mit begleitender Unterstützung

-          durch die Zusammenarbeit und Vernetzung mit den eigenen sozialen Diensten (Schuldnerberatung, Sozialberatung, Möbelkammer, Kleiderkammer, Tafel u.a.) kann GefAS geeignete Wege und Möglichkeiten aus oft ausweglosen Situationen erschließen

 

An dieser Stelle ist als ein wesentlicher Baustein der Integrationsarbeit, die GefAS- Schuldnerberatung herauszustellen. Die Mitarbeiterinnen sind kompetent und engagiert, überschuldeten Personen einen Weg aus der finanziellen Notsituation zu weisen. Die psychosoziale Beratung erfolgt in vertrauensvollen Einzelgesprächen zur Minderung des Leidensdrucks, zur Befähigung der Betroffenen zur Selbsthilfe und zur Motivation, auf freiwilliger Basis eine neue längerfristig angelegte Lebensperspektive zu entwickeln.

Zu Beginn des Jahres 2008 wurden 7 Männer und 1 Frau in der Obdachlosenunterkunft Erkner betreut. Davon bezogen 5 Männer Leistungen nach SGB II, 1 Bewohner nach § 53 SGB XII und 1 Seniorin Grundsicherungsleistungen im Alter nach §§ 42 ff. SGB XII.

 

Noch vor Beginn der umfangreichen Sanierungsarbeiten in der ODU durch die Stadt Erkner schafften 4 Männer und die langjährige Bewohnerin im August den Schritt, in eine eigene Wohnung umzuziehen. Dies ist eindeutig der kontinuierlichen, vertrauensbildenden und unterstützenden Begleitung und Betreuung geschuldet, wobei die Dienste unserer sozialen Möbelkammer (Koordination und Durchführung der Umzüge, kostengünstige Ausstattung der neuen Wohnungen mit Möbeln) besondere Erwähnung verdienen.

 

3 männliche Neuzugänge mussten in diesem Jahr integriert werden, wobei es sich bei 2 Fällen um Zwangsräumungen wegen fortgesetzter Verletzung der Hausordnung in Folge ihrer Alkoholabhängigkeit und in einem Fall (junger Erwachsener) um die fristlose Kündigung wegen aufgelaufener massiver Mietschulden handelte. 

Trotz der nach wie vor angespannten Arbeitsmarktsituation schafften es 2 der arbeitsfähigen Bewohner mit Hilfe der GefAS eine Anstellung auf dem 1. Arbeitsmarkt zu erlangen und durch fortgesetzte motivierende Betreuung des Projektleiters, der stets ein offenes Ohr für die Sorgen und Probleme der Hilfesuchenden hatte, auch zu behalten. 

 

Wie wenig das Vorurteil der Arbeitsunwilligkeit von Wohnungslosen  zutrifft, zeigen die arbeitsintegrativen Erfolge der GefAS-Projekte, in denen die im Rahmen von MAE-Maßnahmen tätigen arbeitsfähigen Bewohner mit entsprechender integrativer Begleitung und unter Beachtung der körperlichen und psychosozialen Voraussetzungen durchweg die ihnen gestellten Aufgaben erfüllten. Bezüglich dieses Personenkreises soll auch die stets kooperative und verständnisvolle Zusammenarbeit des Amtes für Grundsicherung (Amt 55)  mit der GefAS bei der Vermittlung der Personen mit multiplen Vermittlungshemmnissen als wichtiger Pfeiler der Integrationsarbeit gewürdigt werden.

 

Vorrangige Probleme obdachloser Personen sind zum einen die hohe Verschuldung, gepaart mit hilflos-ignorantem Umgang damit. Den eindringlichen und wiederholten Informationen und Belehrungen der GefAS-Betreuung konnten fast alle der überschuldeten Bewohner überzeugt werden, die  Angebote der GefAS-Schuldnerberatung in Anspruch zu nehmen. Die dadurch eingeleitete Fürsprache der Verantwortlichen bei den ausgewählten Vermietern waren äußerst hilfreich, dass letztlich die Mietverträge erfolgreich abgeschlossen werden konnten. Auf diesem für einen Neuanfang so wichtigem Felde gilt es, hartnäckig weiterhin Überzeugungsarbeit zu leisten.

 

Zum anderen der schnelle Griff zur Flasche bis hin zur körperlichen Abhängigkeit. Aufgrund der offenen Betreuungsstruktur und der Freiwilligkeit, Hilfsangebote anzunehmen und aktiv an der Umsetzung mitzuarbeiten, stößt die angebotene Hilfe hier an ihre Grenzen und beschränkt sich auf Krisenintervention und konsequente Kontrolle. Dennoch kann der Eingliederungsprozess des im Frühsommer eingewiesenen alten Herren mit massiven alkoholbedingten psycho-sozialen Defiziten vorerst positiv stimmen. Nachdem die sozial-rechtlichen Angelegenheiten geklärt und die Ansprüche (aufstockende Grundsicherung im Alter) gegenüber dem Sozialamt durchgesetzt waren, erfolgte vermittels der Hilfeleistungen eine allmähliche Integration in die Bewohnerstruktur der ODU, mit der Bereitschaft, auch Pflichten gegenüber der Gemeinschaft zu übernehmen (Sauberkeit, Grundregeln der Hygiene). Die gegenwärtige Akzeptanz durch die Mitbewohner und Zunahme der Kommunikationsbereitschaft führte zu einer signifikanten Reduzierung des Alkoholkonsums und demzufolge einer gesundheitlichen Genesung.

Bei dem jugendlichen Neuzugang verhält es sich dagegen umgekehrt. Nachdem GefAS die sozial-rechtlichen Grundvoraussetzungen und Existenzsicherung geschaffen hatte, entzog er sich fortgesetzt jeglicher Beratung und Hilfsangebote.

 

Zur Sicherung der Integrationsleistungen tragen ganz entscheidend die umsichtigen, flankierenden und nachgehenden Präventions-Maßnahmen der ganzheitlichen GefAS-Betreuung bei, welche im Sinne der Nachhaltigkeit  nicht mit dem Auszug endet. Indem sich die Projektleitung auch in der Anfangsphase der neuen Selbständigkeit umsichtig und problemoffen um das Wohl der „Ehemaligen“ sorgt, kann als großer Erfolg der Obdachlosenarbeit gewertet werden, dass die Rückfall/Wiedereinweisungsquote gegen Null weist. Denn gerade in dieser sensiblen Situation der Neuorientierung, in der es gilt, ein tragfähiges Beziehungsnetz aufzubauen, soll verantwortungsbewusste Sozialarbeit stabilisierend auf die Durchhaltekraft und Selbstbehauptungswillen einwirken.

 

Aus der Verweilstatistik für die Jahre 2007/2008 ist klar die erfreuliche Auszugsbilanz zu erkennen mit 5 Abgängen (bedauerlicherweise 1 Sterbefall) in 2007 und gleichfalls 5 Auszügen in 2008. Diese Tendenz entspricht auch der integrativen Intention, den Aufenthalt als vorübergehende Hilfeleistung zur baldigen Wiedereingliederung und Teilhabe an der Gemeinschaft zu organisieren. Hinsichtlich dieser Zielsetzung fordern die 44 % mit Verweildauer >24 Monate zu verstärkten sozialarbeiterischen Bemühungen für die Zukunft heraus.

 

 

3.         Tafel-Arbeit / Sozialküche

 

Aktivitäten der Erkner Tafel und der Ausgabestelle Storkow

 

Die Erkner Tafel ist Mitglied im Landesverband und Mitglied im Bundesverband Deutsche Tafeln e.V.

Ihre Angebote wurden durch  13.084 Bedürftige im Jahr 2008 genutzt. Neben der reinen Tafel-Arbeit werden im Rahmen ganzheitlicher Betreuung vielfältige zusätzliche Aktivitäten angeboten. Z.B. das Arbeitslosenfrühstück erfreut sich einer positiven Resonanz. Zwischen den Tafel Nutzern erfolgen Gespräche, bzw. sie teilen ihre Probleme und Sorgen den GefAS Beschäftigten mit. Oftmals werden dann in unserem sozialen Netzwerk Lösungswege gefunden.

Monatlich nutzen 100-120 Bedürftige das Angebot des Arbeitslosenfrühstücks

 

Besondere Unterstützung galt den Bewohnern der Obdachlosenunterkunft in Erkner. Vier kinderreiche Familien aus Erkner, die regelmäßig das Tafelangebot nutzen, erhielten zur Weihnachtszeit über die Tafel die Möglichkeit zu einem kostenlosen Menü im Restaurant „Nussknacker“.

 

Sponsoring:

 

-          Anzahl der angegebenen Märkte erweitert durch konsequentes Akquirieren dieser, u.a. Grünheide, Alt Müggelheim, Friedrichshagen und Schöneiche

-          momentan 32 Märkte – davon aktive Unterstützung von 22

-          des Weiteren Unterstützung von 3 Bäckereien, Blumenläden und Tankstellen

-          Spende einer erheblichen finanziellen Summe als Spritgeld für das Tafel Auto und Sponsoring der Durchsicht für das Kühlfahrzeug durch Mercedes Mettchen

-          1x monatlich Sponsoring einer Autowäsche durch die Tankstelle in Freienbrink

-          durch den Tafelverbund werden Waren u.a. von Bernau, Frankfurt (Oder), Berlin und aus den alten Bundesländernan GefAS abgegeben

-          Abfallentsorgung (Biotonne) erfolgt 2 x wöchentlich durch zwei Bauern

 

Seit der Eröffnung der Ausgabestelle Storkow am 01. September 2008 nahmen 1.249 Bedürftige das zusätzliche Angebot der Tafel an. Dabei ist auch hier das Engagement der ehrenamtlichen Kräfte hervorzuheben, ohne deren Hilfe die Tafel-Arbeit vor Ort nicht möglich gewesen wäre. Auch in der Region erhalten wir Waren von vielen Märkten.

Für die Tafel Storkow ist die dringende Beschaffung eines Kraftfahrzeuges erforderlich. Gegenwärtig fährt eine ehrenamtlich Beschäftige mit ihrem privaten PKW die Waren.

 

 

Tafel für Kinder

 

Die Tafel für Kinder ist ein neues wichtiges Angebot für die Region. Durchschnittlich 15-20 Kinder nehmen die Angebote war.

 

-          Kremserfahrt zum Kinderbauernhof

-          Grillen, selbstgebackener Kuchen

-          Aufenthalt in der Begegnungsstätte Niewitz und 5 Tage Begegnungsstätte Fürstenwalde mit zahlreichen kulturellen Höhepunkten

 

 

Nikolausfeiern im Stadtteilzentrum und in den Räumen der Ausgabestelle Storkow

 

-          2008 fand zum dritten Mal eine Nikolausfeier in Erkner statt

-          weihnachtliche Ausgestaltung der Veranstaltung

-          Nüsse, Äpfel, Plätzchen, Weihnachtsmänner bereitgestellt

-          Jedes Kind erhielt ein gefülltes Nikolaussäckchen vom Weihnachtsmann überreicht

-          Vorbereitend auf den Konzertbesuch der Kinder am 16.12.2008 Märchen Dornröschen erzählt

 

Bedürftige Kinder besuchen das Kindermusical Dornröschen im Konzerthaus Berlin

 

-          Die zweite Veranstaltung dieser Art wurde gesponsert durch das Konzerthaus Berlin, maßgeblich organisiert und begleitet von unserem Mitglied Regina Müller

-          Sponsoring der Fahrkarten durch die Deutsche Bahn

-          Teilnahme 15 Kinder

-          jedes Kind erhielt ein Gruppenbild und eine Autogrammkarte der Akteure

-          ausschließlich positive Resonanz der Kinder

 

 

Kinder von Tafel Nutzern beim Besuch des Konzerthauses Berlin zur Märchenaufführung „Dornröschen“,

organisiert und begleitet von unserem Mitglied Regina Müller

 

Weitere Veranstaltungen der Erkner Tafel waren

     

-          Weihnachtsfeiern für Erwachsene, auch erstmalig in Storkow

-          Unterstützung durch Herrn Tienel, Keyboard und Frau Conrad mit Gedichtvorträgen

-          Nikolausfeiern für Kinder

-          erstmalig in Storkow Frauentagsveranstaltung

-          Kindertagsveranstaltung

-          Veranstaltung anlässlich 4 Jahre Erkner Tafel

-          Durchführung von Aktionstagen (5 Aktionstage der Erkner Tafel,

1 Aktionstag der Ausgabestelle Storkow)

 

Zusammenarbeit mit den Kirchen

 

-          Erntedankfest mit der katholischen und evangelischen Kirche Erkner

-          Erntedankfest mit der evangelischen Kirche Spreenhagen

-          Teilnahme am Kirchentag in Potsdam

-          Bibellesung mit der evangelischen Kirche (Frau Heilmann) im Stadtteilzentrum zum Thema „Essen und Trinken“

-          Unterstützung mit Kleidung und Lebensmitteln für Bürger, die von der evangelischen Kirche geschickt werden

 

Alle Veranstaltungen wurden in der örtlichen Presse und Rundfunk publiziert.

 

Neue Angebote des Tafel Projektes sollen z.B. sein:

 

-          Vorträge zum, Thema: „Wie kann ich mit dem Angebot der Tafel kostengünstig Speisen zubereiten?“

-          „Mobile Tafel“, für die es eine große Nachfrage gibt, dabei versorgt GefAS nicht mehr mobile sozialschwache Bürger mit Tafelprodukten

 

 

Sozialküche Erkner

 

Nach dem Auszug aus der Weiterbildungsstätte Hangelsberg fand die Sozialküche ihr neues Domizil im Stadtteilzentrum Erkner. Der Erhalt der Sozialküche war auch ein wesentlicher Grund für die Anmietung des ehemaligen Kulturhauses der Bahn. Ca. 58.000,00 € wurden zur Errichtung einer neuen Sozialküche investiert.

 

Die Sozialküche Erkner (sozialer Mittagstisch) wurde organisatorisch stärker mit der Erkner Tafel verbunden. Annähernd haben wir das gleiche Klientel und andererseits sind im letzten Jahr die Kosten für die Lebensmittelprodukte sowie die Betriebskosten enorm gestiegen, dass unsere Kalkulation wesentlich höhere Essenspreise erfordern würde. Davon ausgehend lag es nahe, die vorhandenen Tafel-Produkte für den Mittagstisch einzusetzen und auf die Erhöhung des Essenspreises zu verzichten.

 

Die Beschäftigten der Sozialküche kochen an allen Tagen des Jahres, also täglich 55 bis 65 Essen (zwei Wahlessen nach Speiseplan), insgesamt 20.075 Essen.

Das täglich frisch gekochte, altersgerechte Essen wird ausgereicht über den

 

-          stationären Mittagstisch in der Begegnungsstätte Walter-Smolka-Str., 23 Essen

-          stationärer Mittagstisch in der Begegnungsstätte Stadtteilzentrum, derzeit 5 Essen, steigende Tendenz

-          ca. 35 Essen über den mobilen Mittagstisch mit Belieferung von Teilnehmern vorwiegend in Erkner und Grünheide

 

Vor allem für die Teilnehmer des stationären Mittagstisches handelt es sich um wesentlich mehr, als nur die Esseneinnahme. In den Begegnungsstätten gibt es Angebote vom gemeinsamen Kaffeetrinken, Spielnachmittage, Vorträge, Lesungen u.v.a.

 

 

Sozialküche Niewitz

 

Ähnlich verhält es sich mit der Sozialküche in Niewitz. Hier wurden 12.237 Essen gekocht und den Seniorinnen und Senioren in der Begegnungsstätte sowie mobil zu Hause angeboten. Das Problem in Niewitz ist, dass wir von der ARGE LDS kaum Förderstellen bewilligt bekommen.

 

 

Beeskower Tafel

 

Die Beeskower Tafel ist ebenfalls Mitglied im Landesverband und Mitglied im Bundesverband Deutsche Tafeln e.V. Sie wurde 2008 von 10.915 bedürftigen Personen für den ergänzenden Erhalt von Lebensmitteln genutzt. Auch in Beeskow werden Arbeitslosenfrühstück und andere differenzierte Veranstaltungen angeboten.

Der Tafel in Beeskow ist darüber hinaus eine Nähstube angeschlossen.

 

 

Fürstenwalder Tafel

 

Mit der Eröffnung der neuen Begegnungsstätte in Fürstenwalde eröffnete auch die Fürstenwalder Tafel am 02.06.2008. Seit der Eröffnung suchten 2.477 Personen die Tafel auf. Auch in Fürstenwalde bietet GefAS ein Arbeitslosenfrühstück an. An die Tafel ist auch eine Kleiderkammer angeschlossen, die zahlreich genutzt wird.

Sowohl in Fürstenwalde als auch in Storkow gab es große Probleme, Förderstellen für die Tafel-Arbeit zu erhalten. Das Amt für Grundsicherung und Beschäftigung Beeskow verweigerte sich lange und versuchte, sich in den Geschäftsablauf einzumischen.

In dem Zusammenhang sei erinnert an die 5,5 Mill. €, die aus dem Integrationstitel nicht eingesetzt wurden. Die Arbeit der Tafeln ist sicher zweifellos eine im öffentlichen Interesse stehende zusätzliche und selbstlose Tätigkeit.

 

 

4.         Seniorenarbeit

Bedingt durch den bereits spürbaren demografischen Wandel, aber auch durch vielfältige soziale Probleme hat die Seniorenberatung und die Seniorenbetreuung und dabei auch speziell die Seniorenberatung einen höheren Stellenwert als in den Jahren zuvor erhalten. Darauf hat sich GefAS in der allgemeinen Sozialberatung eingestellt und 417 Beratungen für Seniorinnen und Senioren durchgeführt. Ein Jurist bereitete sich darauf vor, in die Beratungen auch rentenrechtliche Aspekte aufzunehmen. Weitere Inhalte sind Probleme der Pflegeversicherung, Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung.

 

Die Seniorenarbeit erfolgt vorwiegend durch die Begegnungsstätten in

 

-          Erkner, Walter-Smolka-Str.

-          Erkner, Fichtenauer Weg / Stadtteilzentrum

-          Fürstenwalde, Hegelstr. / Begegnungsstätte

-          Niewitz, Dorfstr. / Begegnungsstätte

 

Die Seniorenarbeit in der Begegnungsstätte, Walter-Smolka-Str. 10, wurde kontinuierlich fortgeführt und durch sehr gute Teamarbeit einiger Festangestellter entwickelte sie sich zunehmend positiv.

 

Zur besseren Strukturierung der Seniorenarbeit wurde die Maßnahme "Zusätzliche Betreuung in der Seniorenbegegnungsstätte" beantragt und ab Juni 2008 mit 4 Projektteilnehmern, bewilligt.

Somit konnte der stationäre Mittagstisch in der W.-Smolka-Str. mit wachsender Teilnehmerzahl, derzeit 26 Seniorinnen und Senioren, sowie der Seniorenkaffeenachmittag gewährleistet werden.

Das Jahr 2008 war für das Stadtteilzentrum ein sehr bedeutungsvolles Jahr.

Das Haus musste mit Leben erfüllt werden. Besondere Beachtung hierbei sollten die Seniorinnen und Senioren aus der Bahnhofssiedlung erfahren. Das ist uns auch gelungen. An den Seniorentanznachmittagen, die einmal monatlich stattfinden, nahmen ca. 45 - 55 Personen teil.

Auch hier wurde ein Seniorenmittagstisch eingerichtet. Derzeit wird dieser von durchschnittlich 6 Seniorinnen und Senioren genutzt, eine wachsende Teilnehmerzahl ist zu verzeichnen.

 

Erstmalig wurde ein Seniorenveranstaltungsplan erarbeitet, der ein breitgefächertes Angebot an Aktivitäten enthielt und an dem sich die Seniorinnen und Senioren  orientieren konnten.

Er beinhaltet Termine von Informationsveranstaltungen, Tages- und Mehrtagesfahrten, wie z.B. mit GefAS-eigenen Fahrzeugen in das Landhaus nach Niewitz, Tanz- und Bastelnachmittage und vieles mehr.

Am beliebtesten sind aber nach wie vor das Sommerfest und die Weihnachtsfeier mit je ca. 100 Teilnehmern.

 

Besondere Höhepunkte der Seniorenarbeit 2008 waren Treffen mit polnischen Seniorinnen und Senioren in Gołuchów und die Teilnahme an der Veranstaltung „Senioren mit Initiative“ in Krotoszyn. Vor Ort war GefAS am Informationsstand beteiligt und unser gemeinsamer Auftritt mit dem Seniorenchor von Gołuchów, der von 28 teilnehmenden Chören den 4. Platz belegte, war ein großer Erfolg.

 

Die Seniorenbetreuung der GefAS umfasst auch ein breites Angebot zur Hilfe und Unterstützung im täglichen Leben, wie

 

-          Beratungen (Mietrecht, Rentenfragen usw.)

-          Begleitung bei Arztbesuchen, Behördengängen

-          gemeinsame Spaziergänge

-          Begleitung bei Einkäufen oder die Erledigung durch Betreuer

-          An-/Rückfahrt zu Veranstaltungen und auf Wunsch auch Begleitung

 

Für die Umsetzung der o.a. Angebote wird der GefAS-Fahrdienst gern in Anspruch genommen, besonders von nicht mehr mobilen Seniorinnen und Senioren.

 

Seniorinnen und Senioren, die sich fit und jung halten wollen, nutzen den angebotenen Seniorensport, der einmal wöchentlich in der Walter-Smolka-Straße durchgeführt wird.

 

Um auch in Zukunft eine umfassende Seniorenarbeit zu gewährleisten, wurde am 15.12.2008 für einen Zeitraum von 3 Jahren eine Kommunal-Kombi-Stelle für eine Projektleiterin geschaffen.

 

Viele engagierte Beschäftigte tragen einen großen Teil dazu bei, den Seniorinnen und Senioren den Alltag zu erleichtern, sie aus der wachsenden Vereinsamung herauszuholen und in das gesellschaftliche Leben zu integrieren. Die Angebote werden sehr gern in Anspruch genommen, sie haben in ihrem Verein GefAS ein Zu- hause gefunden. Ein großer Teil der betreuten Seniorinnen und Senioren ist Fördermitglied der GefAS.

 

 

Für die Region Erkner wurde erneut ein Seniorenveranstaltungsplan 2009 erarbeitet und als Broschüre veröffentlicht (Anlage). Die Broschüre erfreut sich großer Beliebtheit.

 

Seniorenarbeit der GefAS erfolgt auch in Fürstenwalde (eine Kommunal-Kombi-Stelle), in Beeskow und in Niewitz sowie in Lübben.

 

 

5.         Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfe

 

Insgesamt konnten in der Kontaktstelle für das zurückliegende Jahr 2096 Gesamtnutzer (alle Teilnahmen im Jahr, einschließlich persönliche und telefonische Beratungen) registriert werden. Diese Zahl verweist auf eine seit Jahren kontinuierliche Kontaktstellenarbeit.

 

Durch die Aktivitäten der Kontaktstelle konnten insbesondere kleine, instabile Gruppen (SHG 2 „Angst u. Depressionen“, SHG „Fibromyalgie“, Angehörigengruppe „Angst und Depressionen“ und Arthrosegruppe) gefördert und ihre Auflösung verhindert werden.

 

In den Räumen der Kontaktstelle nahmen 323 Personen an Gruppentreffen teil (einschließlich der Gruppen in Kursen wie Yoga und Tai Chi, aber ohne Kurs „Öl-Malerei“).

 

Die Aktivitäten der Kontaktstelle auf dem Gebiet der Selbsthilfegruppenarbeit bezogen sich auch auf Gruppen, die sich nicht unter dem Dach der Kontaktstelle treffen. So erfolgten Gespräche in der Schlaganfallgruppe des AWO-Anlauf- und Beratungscenters sowie Unterstützungen der Öffentlichkeitsarbeit der Gruppen „Pflegende Angehörige“, „Menschen mit Alkoholproblemen“ (Schöneiche) und „Asthma/Allergie“ (Rüdersdorf).

 

Die Zahl der Beratungsgespräche war nach wie vor auf hohem Niveau.

 

Die 5 häufigsten Themen der persönlichen und telefonischen Anfragen und Beratungen waren:

 

-          Absprachen mit Vertretern von Selbsthilfegruppen über Gruppenbelange

-          Auskunft über und Vermittlung in SHG „Angst und Depressionen“ / Informationen über Therapeuten und Therapiemöglichkeiten

-          Auskunft über und Vermittlung in die Gruppen „Yoga“ und „Tai Chi“

-          Anfragen zum Gedächtnistraining

-          Anfragen zu und Vermittlung in die SHG „Fibromyalgie“ und Radlergruppe, Auskünfte zu Freizeitangeboten (meist für Senioren)

 

Die Kontaktstelle organisierte zu folgenden Themen Informationsveranstaltungen:

 

-          „Depressionen und Therapiemöglichkeiten“ , als Referentin eine leitende Psychotherapeutin vom Krankenhaus Rüdersdorf

-          „Generika und Rabatt-Verträge“, Veranstaltung mit einer Apothekerin

-          Anwendung von Schallwellen-Massage, Vortrag eines Physiotherapeuten

-          Anwendung von Schüßler Salzen, Vortrag einer Heilpraktikerin

-          „Vom Raucher zum Nichtraucher“,  Info-Veranstaltung einer Heilpraktikerin

-          Selbsthilfeveranstaltung in Schöneiche mit Vertretern der Selbsthilfegruppen „Menschen mit Alkoholproblemen“ (Schöneiche), „Pflegende Angehörige“ (Schöneiche), „Frauen nach Krebs“ (Erkner) und „Angst und Depressionen“ (Erkner)

 

Die Kontaktstelle beteiligte sich wie in jedem Jahr am Gesundheitstag der Stadt Erkner gemeinsam mit den Selbsthilfegruppen „Menschen mit Alkoholproblemen“ (Schöneiche) und „Asthma/Allergie“ (Rüdersdorf). Sie nutzte auch andere öffentliche Veranstaltungen (1. Mai, Heimatfest, Angehörigenabend im Senioren-Wohnpark Erkner) für die Präsentation der Selbsthilfeaktivitäten in der Versorgungsregion. Auf Grund organisatorischer Bedingungen am Krankenhaus Rüdersdorf konnte die geplante Selbsthilfepräsentation vor Ort nicht realisiert werden.

 

Am Jahresende entstanden verstärkt personelle Probleme mit der Kontaktstellenleiterin. Sie verleumdete GefAS gegenüber dem Paritätischen und dem Landkreis auf das Gröblichste, so dass die verhaltensbedingte Kündigung des Arbeitsverhältnisses unumgänglich war.

Unserem Verein wurde auf Grund der Verleumdungen vom Landkreis die Förderung der Kontaktstelle für das Jahr 2009 entzogen und einem anderen Wohlfahrtsverband zugesprochen. Damit hat der Landkreis eine auf dem Gebiet der Selbsthilfe langjährig gut funktionierende Struktur im Sozialraum Erkner beschädigt.

 

 

V.         Öffentlich geförderte Beschäftigung und Entwicklung der Projektstrukturen zur Realisierung unserer sozialen Aufgaben

 

Die Entwicklung der öffentlich geförderten Beschäftigung zeigt auch 2008 den deutlichen Trend zur Einstellung der Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen (ABM), hin zu  Arbeitsgelegenheiten und hierbei zu den sogenannten „1-Euro-Jobs“.

 

Die nachstehende Grafik verdeutlicht diesen Trend, zeigt aber auch, dass über das Jahr 2008 verteilt, die Anzahl der Maßnahmen annähernd kontinuierlich zum Jahresende hin sogar ansteigend war.

 

 

 

Die neue Förderpolitik der Arbeitsgemeinschaften und der Grundsicherungsämter – weg von ABM – erschwerte eine qualifizierte soziale Arbeit durch Förderprojekte, insbesondere die fachliche Beratungstätigkeit. Mit Arbeitsgelegenheiten war eine fachkompetente Sozialberatung auf dem bisherigen qualitativen und quantitativen Niveau nur durch den engagierten Einsatz ehrenamtlicher Kräfte zu halten.

 

Diese Entwicklung hatte einschneidende Folgen für den Verein bezüglich der Tätigkeiten in den Geschäftsstellen.

 

Die für 2009 angekündigte Neuausrichtung der arbeitsmarktpolitischen Instrumente begann mit dem Abbau der ABM und der dadurch geringeren Anzahl geförderter Stellen bereits ab Mitte 2008.

 

 

 

 

Die SGB–II–Umsetzung erfolgte auch 2009 regional sehr unterschiedlich, richtet sich nach Trägerschaft – ARGE oder Optionskommunen und deren jeweiligen Arbeitsmarktkonzepten, wie z.B.:

 

Der Landkreis Dahme–Spreewald (ARGE) legte im Jahr 2008 in Folge die Förderschwerpunkte auf die Aktivierung in den ersten Arbeitsmarkt und der beruflichen Weiterbildung. Auf der Ende November 2007 stattgefundenen Trägerkonferenz wurden diese Schwerpunkte konkret benannt, so sollten 2008 60% der Mittel in den ersten Arbeitsmarkt investiert werden. Für Arbeitsgelegenheiten waren 2.145 Eintritte, d.h. Teilnehmerplätze (2.700 im Jahr 2007) vorgesehen.

 

Im Landkreis Oder–Spree (Optionskommune) werden Arbeitsgelegenheiten mit Mehraufwandsentschädigung und auch die sozialversicherungspflichtigen Tätigkeiten als Eingliederungsmaßnahmen genutzt. Am 18.03.2008 fand das 2. Arbeitsmarktforum statt. Es wurden u.a. die zwei neuen Bundesprogramme – Kommunal Kombi und JobPerspektive (Beschäftigungszuschuss) nach § 16a SGB II – vorgestellt.

 

Bundesprogramm Kommunal-Kombi:

 

Mit dem Bundesprogramm zur Förderung von zusätzlichen Arbeitsplätzen, die in Regionen mit besonders hoher und verfestigter Langzeitarbeitslosigkeit durch Kommunen geschaffen werden, sollen zwischen dem 01.01.2009 und dem 31.12.2009 sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsmöglichkeiten in 79 Kreisen  geschaffen werden. Diese zusätzlichen und im öffentlichen Interesse liegenden Arbeitsplätze mit einer Dauer von maximal drei Jahren sollen sich an Menschen richten, die seit mindestens zwei Jahren arbeitslos sind und seit mindestens 12 Monaten Arbeitslosengeld II beziehen. Als Arbeitgeber sollen in erster Linie Kommunen oder Kreise fungieren.

 

GefAS hatte sich mit diesem Programm bereits frühzeitig auseinandergesetzt. Der Vorstand stellte das Programm bereits im Januar 2008 dem Bürgermeister von Erkner und interessierten Vereinen vor.

 

Die ersten Gespräche mit den Bürgermeistern von Beeskow und Fürstenwalde und dem Amt für Grundsicherung und Beschäftigung Beeskow fanden im Februar 2008 statt. Aber erst im April kam es zu einem Kreistagsbeschluss bezüglich der notwendigen Kofinanzierung des Bundesprogramms.

 

Ab Januar 2008 stellte GefAS mit Befürwortung der jeweiligen Stadtverwaltungen entsprechende Anträge für insgesamt 19 Kommunal-Kombi-Stellen. Der Bewilligungsprozess erstreckte sich über Monate. Es erfolgten Vor-Ort-Besichtungen/Prüfungen durch das Bundesverwaltungsamt Köln, unter dessen Regie das Programm umgesetzt wird. Dazu kamen Besetzungsschwierigkeiten wegen erschwerten Zugangsvoraussetzungen. Ab 01.11.2008 konnten die ersten fünf Beschäftigten ihre Tätigkeit bei GefAS aufnehmen.

 

Beschäftigungszuschuss (BEZ) nach § 16a SGB II:

 

Dieses Programm wurde bereits im Oktober 2007 eingeführt und ab April 2008 auch für gewerbliche Unternehmen geöffnet. Zielgruppe des Programms sind Langzeitarbeitslose mit noch mindestens zwei weiteren Vermittlungshemmnissen. Sie müssen eine Aktivierungsphase von sechs Monaten durchlaufen haben – z.B. Trainingsmaßnahmen – und es muss eine Negativprognose festgestellt werden, dass in den nächsten 24 Monate mit einer Vermittlung nicht gerechnet werden kann.

 

Die Umsetzung dieses Programms entwickelte sich sehr schwierig. Zum einen gab es auch hier Besetzungsschwierigkeiten und zum anderen beträgt die Förderung nur bis zu 75%. Von den im Landkreis Oder-Spree geplanten fünf Stellen wurde im Dezember 2008 eine konkret beantragt und bewilligt. Auch für den Landkreis Dahme-Spreewald wurde ab Dezember eine Stelle bewilligt.

 

 

1.         Regionalbereiche und Geschäftsstellen

 

Die negative Entwicklung in Berlin verbesserte sich auch im Jahr 2008 nicht. Alle eingereichten neuen Konzeptionen für die Berliner Geschäftsstelle wurden bei der Planung seitens des JobCenters Berlin Friedrichshain-Kreuzberg nicht berücksichtigt. Die soziale Arbeit vor Ort wird durch ehrenamtlich Beschäftigte aufrechterhalten. Besondere Leistungen erbringt die Schuldnerberatung (eine fest Angestellte, Frau Riebisch), die trotz pflichtiger Aufgaben vom Bezirksamt nach wie vor nicht finanziert wird.

 

Im Land Brandenburg lagen die Schwerpunkte unserer Projektarbeit nach wie vor im Landkreis Oder-Spree mit den Geschäftsstellen Beeskow, Erkner und Fürstenwalde sowie im Landkreis Dahme-Spreewald mit den Geschäftsstellen Königs Wusterhausen, Lübben und Niewitz.

In der Geschäftsstelle Neuruppin kam es auch 2008 wieder zu einer Unterbrechung der Förderung für zwei Monate. Die Beratung und Betreuung sozial betroffener Bürgerinnen und Bürger wurde durch ehrenamtliche Tätigkeit aufrechterhalten.

 

Die GefAS Begegnungs- und Bildungsstätte Hangelsberg wurde durch den Eigentümer, den Landkreis Oder-Spree, verkauft. Damit war GefAS veranlasst, andere Räumlichkeiten oder Objekte zur Fortführung der sozialen Arbeit zu suchen.

 

Diese fanden wir im

 

Fichtenauer Weg 44, 15537 Erkner (heutiges Stadtteilzentrum)

und

Hegelstraße 22, 15517 Fürstenwalde (Hauptgeschäftsstelle).

 

Die neuen Objekte werden schrittweise, entsprechend der bestätigten konzeptio-nellen Planungen, ausgebaut.

 

Seit 01.07.2008 ist die Hauptgeschäftsstelle der GefAS offiziell von Berlin nach Fürstenwalde gezogen. Die Begegnungsstätte, unter gleicher Adresse, beinhaltet

 

-          die Fürstenwalder Tafel

-          die Sozialberatung

-          die Seniorenbetreuung

-          das soziale Schreibbüro

-          Seminarräume

-          die Beherbergung

 

Weitere Projektarbeit ist vorgesehen.

 

 

Im Freistaat Sachsen gab es auch 2008 Veränderung bezüglich der Standorte unserer Geschäftsstellen. Beschäftigte der GefAS waren in Chemnitz, Dresden, Görlitz, Hoyerswerda und Pirna für sozial bedürftige Bürgerinnen und Bürger tätig.

 

Positiv stellt sich nach wie vor Görlitz heraus. Dort konnte durch längerfristige Förderungen Kontinuität geschaffen werden. In der Görlitzer Geschäftsstelle wurde die allgemeine Sozialberatung und die Anti-Mobbing-Beratung fachkompetent ohne Unterbrechung auch im Jahr 2008 durchgeführt.

 

Die gleiche Kontinuität konnte in Dresden gewährleistet werden. Durch die ARGE Dresden erfolgte die Bewilligung aller drei Stellen über das Jahr 2008 hinaus. Diese Kontinuität ist insbesondere für die Anti-Mobbing-Beratung wichtig.

 

In Zusammenarbeit mit der Vereinigten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) nahm GefAS im August 2008 in Hoyerswerda die Beratungstätigkeit auf.

 

Die Beratungstätigkeit, die erst im September 2007 in Pirna aufgenommen wurde, musste Ende August 2008 wieder eingestellt werden. Der allgemeine Trend – Abbau der Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen –  und der Beratungsdienste zeigte bereits hier seine Wirkung.

 

 

Zusammenfassend wird eingeschätzt:

 

Im Jahr 2008 wurden 105 Maßnahmen (Vorjahr 132 Maßnahmen) mit durchschnittlich 261 Teilnehmern (Vorjahr 345 TN) durchgeführt.

 

 

Das waren im Einzelnen

 

ABM

13

(Vorjahr 20)

mit

18 TN

(Vorjahr   52 TN)

MAE

71

(Vorjahr 84)

mit

210 TN

(Vorjahr 244 TN)

SVT

21

(Vorjahr 29)

mit

33 TN

(Vorjahr   52 TN)

                                                                                             

 

 

 

Die Grafiken zeigen, dass die Anzahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer an integrativen Beschäftigungsmaßnahmen im August 2008 den Wert von 2007 wieder erreicht hat und ab September 2008 gegenüber dem Vorjahr eine leichte Steigerung zu verzeichnen war.

 

Da Arbeitsförderprojekte bisher das hauptsächlichste Ziel verfolgten, Menschen wieder in den sogenannten ersten Arbeitsmarkt zu vermitteln, war die soziale Projektarbeit auch wesentlich von der Erreichung dieses Zieles geprägt. Bekanntlich kann GefAS bei der Integration arbeitsloser Menschen in Arbeit auf gute Ergebnisse verweisen. Wir haben deshalb die unterschiedlichsten Argumente von Unternehmerverbänden, Politikern und teilweise von sogenannten Experten nicht mit getragen, die je nach politischem Willen, Arbeitsförderprojekte, insbesondere die ABM verteufelten und ab 01.01.2009 im Rechtskreis des SGB II gänzlich abgeschafft haben.

In der Vergangenheit wurden Arbeitsförderprojekte zentral durch die BA oder die regionalen Arbeitsagenturen, auf Grundlage einheitlicher gesetzlicher Regelungen und Anordnungen, bewilligt. Nach dem 01.01.2005 bewilligte die BA wie bereits erwähnt keine Fördermaßnahmen mehr. Nunmehr waren Förderanträge bei den regional zuständigen Hartz-IV-Ämtern (ARGE, Job-Center, Optionskommune) zu stellen.

 

Es ist nach wie vor ein schwieriger Prozess, diesen Ämtern ihre Verantwortung aufzuzeigen, endlich Arbeitsförderung und soziale Projektarbeit für positive Effekte im Territorium zu nutzen (Integration Langzeitarbeitsloser mit gleichzeitiger Verbesserung des Sozialniveaus in der Region).

Entgegen der Erwartungen wirkt sich die Kommunalisierung und Einführung verschiedener Trägermodelle zur Beratung, Betreuung und Vermittlung der Arbeitslosengeld-II–Bezieher auch im Jahr 2008 auf die Entwicklung der öffentlich geförderten Beschäftigung nicht positiv aus.

 

Die neue Förderpolitik der Hartz-IV-Ämter – weg von ABM – erschwerte die Kontinuität der sozialen Beratungstätigkeit und anderer qualifizierter, vertrauensbildender Projektarbeit. Mit den Arbeitsgelegenheiten war eine fachkompetente Sozialberatung auf dem bisherigen qualitativen und quantitativen Niveau nur durch den engagierten Einsatz ehrenamtlicher Kräfte zu halten.

 

Diese Entwicklung hatte einschneidende Folgen für GefAS bezüglich der Projekte und Tätigkeiten in den Geschäftsstellen.

 

Bis zum heutigen Tage leisteten die Stammkräfte der GefAS viele zusätzliche ehrenamtliche Stunden, um die in der Konzeption geplante volle Nutzung, z.B. des Stadtteilzentrums, zu ermöglichen. Die Verlegung von Gehwegplatten (auch im größten Regen) zur Schaffung einer großen Terrasse für Veranstaltungen im Freien, für das große Sommerfest für Senioren und Behinderte am 08.08.2008, gehört in diesem Zusammenhang zu den großen Herausforderungen, was von jedem Mitglied aktuell wahrgenommen werden kann.

 

 

VI.        Integrationsprojekte mit sozialpädagogischer Begleitung

 

Integrative Beschäftigungsprojekte wurden auch 2008 im Rahmen der Arbeitsgelegenheiten mit Mehraufwandsentschädigung (MAE gem. § 16 Abs. 3 Satz 2 SGB II) und der sozialversicherungspflichtigen Tätigkeiten (SVT – gem. § 16 Abs. 3 Satz 1 SGB II) durchgeführt.

 

Zu den Integrationsprojekten gehörten 2008 u. a.:

 

-          Zusätzlicher Ordnungs- und Umweltdienst

-          Saubere Stadt Erkner

-          Zusätzliche Pflege Wanderweg Bretterscher Graben

-          Hilfe und Unterstützung im Heimatmuseum

 

Die Durchführung von Arbeitsgelegenheiten verlangt ein hohes Maß an Integrationsarbeit. Durch die Langzeitarbeitslosigkeit ist die berufliche Qualifikation des zugewiesenen Klientels rapide gesunken, soziale Defizite haben sich bereits vertieft und erschreckend viele Menschen sind psychisch belastet. Diese Beschäftigten benötigen ständige fachliche Anleitung und Betreuung.

 

 

VII.       Bildung und Qualifizierung / Öffentlichkeitsarbeit

 

1. Bildung und Qualifizierung

 

Im Geschäftsjahr 2008 haben wir auf der Grundlage unseres Bildungsprogramms (Anlage) in den Geschäftsstellen Erkner drei Tagesseminare, Fürstenwalde ein Tagesseminar und in Niewitz 6 Zwei-Tages-Seminare durchgeführt. Die fachlichen, praxisorientierten Qualifizierungen, erfolgten zum Arbeits- und Sozialrecht und zur Stärkung persönlicher Kompetenzen.

 

Als Referenten konnten gewonnen werden

 

-          Frau Oehme vom Landesamt für Datenschutz Brandenburg

-          Frau Stasch von der Agentur für Arbeit Lübben und

-          Herr Dr. Predic vom Landesamt für Arbeitschutz Brandenburg

-          unser Fördermitglied, Herr Rechtsanwalt Bast

-          unser Mitglied, Herr Kaffee und

-          Herr Schulze, ehrenamtlich Beschäftigter Antimobbing-Berater

 

Darüber hinaus waren Frau Kurzmaier, Frau Henschke, Herr Unger, und Herr Jäger als Referenten tätig.

 

Sowohl durch die Teilnehmer als auch durch den Vorstand und die Regional- und Fachbereichsleiter wurde eingeschätzt, dass die Qualität der Veranstaltungen durchweg gut bis sehr gut war.

 

Zu wünschen wäre es, dass auch noch andere Mitglieder unseres Vereins, wie in der Vergangenheit, als Referenten tätig werden.

 

Zusätzlich zu den im Bildungsprogramm 2008 geplanten Maßnahmen wurden kontinuierlich Qualifizierungen für die Beschäftigten der sozialen Dienste angeboten und durchgeführt, deren Inhalte zum großen Teil nach den konkreten Bedürfnissen der Teilnehmenden und den Anforderungen der Maßnahmen ausgerichtet wurden. Die Teilnehmer nutzten die Gelegenheit zur Weiterbildung innerhalb der Angebote der GefAS.

 

Kritisch ist anzumerken, dass es uns auch im Jahr 2008 nicht gelang, Fremdteilnehmer zu gewinnen.

Für GefAS wird es immer schwieriger, die Seminare in der bisher gewohnten Qualität durchzuführen. Wie bereits ausgeführt, wird auch hier der finanzielle Rahmen sowohl durch die Zuwendungsgeber als auch durch die Mittel unserer Gesellschaft und auch der Beschäftigten immer kleiner.

Das beginnt bei den Fahrkosten, so dass Teilnehmer aus Neuruppin oder Sachsen nicht mehr an allen Veranstaltungen teilnehmen können.

 

Vielfach nahmen die Beschäftigten der GefAS an den Weiterbildungsveranstaltungen externer Anbieter, wie der Friedrich-Ebert-Stiftung, dem Paritätischen Wohlfahrts-verband, ver.di und den Asklepios Kliniken in den verschiedenen Regionen teil.

Die Mitarbeiterinnen der Buchhaltung nutzten die Weiterbildungsangebote der Krankenkassen.

 

 

Im Rahmen der Brandenburgischen Frauenwoche wurden 5 Veranstaltungen durchgeführt, an denen 134 Frauen teilgenommen haben.

Themen waren hier Gender Mainstreaming, Chancengleichheit auf dem Arbeitsmarkt, Aktive Hilfe zur Selbsthilfe – Nutzung eines Familienkompass und „Ambulante und Stationäre Pflege“.

 

Im Geschäftsjahr 2008 haben wir insgesamt  mit unseren Bildungs- und Qualifizierungsangeboten in Berlin, Hangelsberg, Erkner und Niewitz 285 Teilnehmerinnen und Teilnehmer (2007 waren es 535) erreicht.

 

Nicht erfolgreich waren wir bei der geplanten Durchführung von Integrationskursen für ausländische Frauen und Mädchen.

 

Ebenso gelang es uns bisher nicht, die Anerkennung als Bildungsträger vom Land Brandenburg zu erwirken

 

Das neue Bildungsprogramm für 2009 ist im Januar erschienen und enthält fachbezogene Seminare zum Arbeits- und Sozialrecht. Es gelang uns, für den Druck der Broschüre einen Sponsor zu finden.

 

 

2.      Öffentlichkeitsarbeit

 

Die Öffentlichkeitsarbeit von GefAS ist in drei Bereiche aufgegliedert und wird meist regional in enger Abstimmung mit dem Vorstand organisiert.

-          Veranstaltungen und besondere Ereignisse (einschl. Frauen- und Seniorenwoche)

-          Pressearbeit und Mediengestaltung

-          Gremienarbeit

 

Veranstaltungen und besondere Ereignisse

 

Auch im Jahr 2008 waren die Planung und Durchführung von Konferenzen und Informationsveranstaltungen, Veranstaltungen zu besonderen Anlässen wichtige Instrumente unserer Öffentlichkeitsarbeit.

 

Pressearbeit und Mediengestaltung

 

2007 wurde angestrebt, die Präsenz in den Print-Medien erfolgreich umzusetzen. Regelmäßig (täglich oder wöchentlich) erschienen Beiträge / Artikel bzw. unsere Angebote in folgenden Zeitungen:

-          LOS: „Märkische Oderzeitung“, „Märkischer Markt“, „Blickpunkt“, „Kümmels  Anzeiger“, „Lokalanzeiger Storkow (Mark)“

-          LDS: „Lausitzer Rundschau“, „Wochenkurier“

-          Prignitz: „Märkische Allgemeine Zeitung“.

-          Berlin: „Tagesspiegel“, „Berliner Woche“, „Klartext“, „Treffpunkt“

-          Sachsen: „Wochenkurier“

Auch 2008 wurde über GefAS in einer Reihe von Broschüren, so u.a. in „Chancen Aus- und Weiterbildung“ für Berlin, Brandenburg und Sachsen, oder der Zeitschrift „Chancen professionell“ des LVV, „Ratgeber ab 55“ (Friedrichshain/Kreuzberg), „Wegweiser aktuell“ (Berlin) publiziert.

Des Weiteren waren unsere Angebote auf zahlreichen Webseiten, z.B. der Gemeinde Storkow und Schöneiche zu finden.

Nach wie vor waren die GefAS-Flyer ein sehr wichtiges, und wie Befragungen der Betroffenen ergaben, ein effektives Medium der Außendarstellung. Unsere schriftlichen Rechtsinformationen wurden auf Messen und in den Geschäftsstellen rege nachgefragt. Die Aktualisierung der Unterlagen stellte jedoch ein Problem dar.

Die „Webseite der GefAS“ wurde im Jahr 2008 aktualisiert. Es muss festgestellt werden, dass hier noch weiterer Bedarf bei der Aktualisierung besteht.

 

In den Beratungsstellen bestand ein unverändert hoher Bedarf an telefonischer Beratung. Die Betroffenen haben meist durch unsere Flyer, über das Internet, von Behörden, der „Escher-Redaktion“, MDR, RBB u.a. über GefAS Kenntnisse erlangt.

 

Gremienarbeit

 

In folgenden Bundes-, Landes-, Landkreis- und kommunalen Gremien wurde  mitgearbeitet:

 

·         Arbeitsgruppe der Juristen beim Paritätischen Gesamtverband

·         Kleine LIGA, LOS

·         Kreisgruppensprecher des DPWV, LOS

·         Arbeitskreis Arbeitsmarktpolitik beim PARITÄTISCHEN Brandenburg

·         Fachausschuss Schuldnerberatung im LOS mit Vorsitz

·         Landesverbandes der Tafel Berlin-Brandenburg, Stellvertretende Vorsitzende Ramona Engler (Geschäftsstellenleiterin Beeskow)

·         Mitgliedschaft in Seniorenbeiräten

·         KESS Sprecherrat

·         Teilnahme an Tagungen und Sitzungen der Sozialausschüsse, BVV-Sitzungen, von Beiräten

 

Hierzu zählt auch die Mitgestaltung von Fachtagungen durch Redebeiträge sowie Referententätigkeiten bei Bildungsträgern, sozialen Organisationen und Sozial-initiativen und die aktive Teilnahme mit Wortbeiträgen an Veranstaltungen anderer Organisationen und von Parteien, z. B. auch der Friedrich-Ebert-Stiftung.

 

 

VIII.      Mitgliedschaften und Kooperationen

1.         Paritätische Landesverbände                                          Berlin, Brandenburg, Sachsen

 

1.1       Paritätischer Landesverband Berlin

 

GefAS ist seit 27.07.1997 Mitglied im Landesverband Berlin des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes. An den Regionalveranstaltungen, Mitgliederversammlungen und anderen Aktivitäten nahmen wir entsprechend unserer Möglichkeiten teil. Durch die Zusammenarbeit war es möglich, die sozialen Strukturen und sozialen Bedarfe in Berlin besser kennen zu lernen und verschiedene Förderungen zu ermöglichen.

Zur Gewährleistung einer sinnvollen Projektarbeit in Berlin war es erforderlich die Zusammenarbeit mit dem LV Berlin inhaltlich und organisatorisch weiter auszubauen. Das erfolgte überwiegend durch den Vorstand. Zukünftig sind diese Aufgaben stärker von den in Berlin Beschäftigten wahrzunehmen.

 

 

1.2       Paritätischer Landesverband Brandenburg

 

Mit dem Landesverband Brandenburg, in dem wir seit 27.08.1993 Mitglied sind,

erfolgt eine kontinuierliche Zusammenarbeit.

 

Weiterhin erfolgt die Mitarbeit in den Kreisgruppen, speziell im LOS, wo der Vorstand von GefAS 2008 wiedergewählter Kreisgruppensprecher und damit Mitglied der kleinen LIGA ist. In dieser Funktion nahm er regelmäßig an den monatlich stattfindenden Sitzungen der Kleinen LIGA teil. Dort geht es hauptsächlich um die Zusammenarbeit mit der Kreisverwaltung und die Abstimmung der sozialen Struktur im Kreis sowie der wohlfahrtspflegerischen Aktivitäten der einzelnen Spitzenverbände. GefAS wird durch den Vorstand im Fachausschuss Schuldnerberatung des LOS vertreten, wo er  seit 2005 den Vorsitz ausübt.

Die Zusammenarbeit mit der Regionalleiterin des Paritätischen in Frankfurt/Oder gestaltet sich gut und effektiv.

 

Durch diese Gremienarbeit konnte unsere Schuldnerberaterin Ingeborg Röckl ab November 2002 und weiter auch 2008 in die Kommission sozial erfahrener Personen (Widerspruchskommission), gem. § 114 BSHG beim Sozialamt des LOS berufen werden.

 

Über die Kreisgruppenarbeit bringen wir uns in die Arbeit des Landesverbandes ein (Gremium der Kreisgruppensprecher), können aber gleichzeitig unsere Interessen formulieren und entsprechende Anforderungen an die Verantwortlichen der Regionalbüros stellen.

 

Im LDS ist die Zusammenarbeit mit der dort eingesetzten Regionalleiterin des Paritätischen nach wie vor nicht effektiv. Unsere Mitarbeit in der Kreisgruppe hat sich verbessert. Dennoch erhielten wir 2008 wiederum durch den Kreis LDS keine Förderung für unsere soziale Arbeit.

 

Der Vorstand arbeitet weiterhin in der Arbeitsgruppe Juristen beim Paritätischen Gesamtverband mit, wodurch wir einen großen Wissensgewinn haben und unsere Erkenntnisse und Erfahrungen unmittelbar in die Arbeit des Gesamtverbandes einfließen.

 

 

1.3       Paritätischer Landesverband Sachsen

 

Seit Juli 2001 ist GefAS Mitglied im Landesverband Sachsen des Paritätischen. Wir haben regelmäßig an den Mitgliederversammlungen teilgenommen und uns entsprechend eingebracht.

 

Die Arbeit vor Ort in den Kreisgruppen ist über unsere Geschäftsstellen zu organisieren, was jedoch nach wie vor nicht zufriedenstellend erfolgt. Die Unterstützung des LV Sachsen bei der rechtlichen Auseinandersetzung mit der ARGE Leipzig war jedoch wenig hilfreich, so dass wir die Geschäftsstelle Leipzig schließen mussten.

 

2.         Bundesverband Deutsche Tafeln e.V. /                         Landesverband Brandenburg der Tafeln e.V.                               

 

GefAS ist Träger von drei Tafeln (Erkner Tafel, Beeskower Tafel, Fürstenwalder Tafel) und mit diesen jeweils Mitglied im Bundesverband Deutsche Tafeln e.V. und Mitglied im Landesverband der Tafeln e.V. Berlin-Brandenburg. Die Geschäftsstellenleiterin der GefAS, Ramona Engler, begleitet das Ehrenamt einer stellvertretenden Vorsitzenden im Landesverband. Die Mitgliedschaft im Bundesverband Deutsche Tafeln befördert unsere soziale Projektarbeit außerordentlich und gibt ihr einen stärkeren rechtlichen Rahmen.

 

Zur Erkner Tafel wurde am 01.09.2008 die Ausgabestelle Storkow eröffnet.

Weitere Darstellungen über die Tafel Arbeit befinden sich im Abschnitt IV.3.

 

 

3.         Kooperation mit dem polnischen Partnerverein „Gesellschaft für die Bürger von Gołuchów

 

Die Zusammenarbeit mit unserem polnischen Partnerverein aus Gołuchów „Verein für die Bürger von Gołuchów“ nimmt einen hohen Stellenwert in der sozialen Arbeit von GefAS ein. Bekanntlich füllen wir mit dieser Zusammenarbeit den europäischen Gedanken auf sozialem Gebiet weiter aus. Zusätzlich erwarten wir aber auch entsprechende Förderungen der EU. Die Vorarbeit von unserer Seite ist erfolgt. Unseren polnischen Partnern gelingt es ab 2007 immer besser, gemeinsame Projekte mit Mitteln der EU zu finanzieren.

 

Am 19.06.2006 erfolgte in Gegenwart des Bürgermeisters der Stadt Erkner die Unterzeichnung des zweiten Partnerschaftsvertrages zwischen GefAS und dem  Partnerschaftsverein „Verein für die Bürger von Gołuchów“. Die Zusammenarbeit sollte nun langfristig und planmäßig erfolgen. Für die Zusammenarbeit im Jahre 2008 wurde ein Plan aufgestellt, der mit besten Ergebnissen umgesetzt wurde.

 

Höhepunkte der Zusammenarbeit waren

 

-          18. – 20.04.08 in Gołuchów wurde der   Vertrag zwischen GefAS, dem polnischen Partnerverein und dem slowakischen Elternverein unterzeichnet

-          16. –19.05.08 Besuch des Bürgermeisters Zdunek und Abgeordnete bei GefAS während des Heimatfestes von Erkner

-          10. – 13.06.08 Teilnahme am Seniorentag in Gołuchów (600 Pers.) mit einer repräsentativen Delegation von 10 Senioren

-          31.07.- 10.08.08 Deutsch-polnische Jugendbegegnung Niewitz und Fürstenwalde (30 Kinder aus Polen / 20 Kinder aus Deutschland)

 

 

 

4.         Kooperation mit dem slowakischen Verein „Pri skole a skoskom tariadeni“ in Kláštor pod Znievom (Elerninitiative der Schule)

 

Mit Blick auf gemeinsame EU-Projekte wurde zwischen GefAS, dem polnischen Partnerverein und dem Verein “Rada RodzicowSzkoly Zakladowej F. Hrusovskeho“ am 19.04.2008 in Gołuchów eine Partnerschaftsvereinbarung geschlossen. Diese Partnerschaftsvereinbarung war dann auch die Grundlage für das eingereichte Projekt „GRUNDVIG“.

Der bisherige Stand der Zusammenarbeit deutet auf fruchtbare Ergebnisse in der europäischen Zusammenarbeit hin.

 

 

5.         Gewerkschaften (ver.di und DGB)

 

Es kann eingeschätzt werden, dass die Zusammenarbeit mit der Gewerkschaft ver.di regional sehr unterschiedlich erfolgt.

Nach wie vor gibt es Arbeitskontakte in dem Bundesverband.

Durch die Landesleitung Sachsen wird die Zusammenarbeit mit GefAS größtenteils positiv bewertet und Interesse an einer Zusammenarbeit bekundet.

In Brandenburg erfolgt die Zusammenarbeit eher sporadisch und sachbezogen.

 

Nach wie vor gibt es auch eine relativ gute Zusammenarbeit mit einzelnen DGB-Geschäftsstellen. Das trifft auf die Regionen Berlin, Potsdam und Cottbus insbesondere zu.

 

 

6.         Kongress Erwerbsloser und sozial schlechter Gestellter (KESS)

 

 

 

GefAS gehört zu den Mitbegründern von KESS. Seit Gründung und nach Wiederwahl vertritt der Vorstand von GefAS vorwiegend die Interessen der freien Wohlfahrt im Netzwerk sozialer Vereine, Verbände, von Gewerkschaften und Initiativen.

KESS begleitet die Arbeitsmarktpolitik des Landes Brandenburg kritisch.

 

Neben den nahezu monatlich stattfindenden Sprecherratssitzungen KESS führte KESS unter Teilnahme von 80 Interessierten, Vertretern aus Vereinen und Verbänden, Gewerkschaften, Landtagsabgeordneten und Vertretern des Sozialministeriums am 03.12.2007 im Landtag in Potsdam die Fachtagung „Armut in Brandenburg?!“ mit folgenden Themen durch:

 

-          Vorstellung der Arbeit Brandenburger Tafeln

 

-          Armutsschwelle in Brandenburg – wer ist arm?

 

-          KESS Darstellung

Wer ist arm?

Öffentlich geförderte Beschäftigung und Armut

Arbeit und Armut

 

-          Strategien zur Armutsvermeidung – Wege aus der Armut

 

Die Fachtagung stellte bereits klare Forderungen an die Landesregierung zur Veröffentlichung des Armut- und Reichtumsberichtes / Lebenslagenberichtes für Brandenburg. Der Vortrag des Vorsitzenden des Landesverbandes der Tafeln Berlin-Brandenburg beeindruckte die Teilnehmer außerordentlich stark.

 

 

Am 22.09.2008 wurde in Potsdam eine Fachtagung mit nahezu 85 Teilnehmerinnen und Teilnehmern durchgeführt. Dabei wurden folgende Themen behandelt:

 

-          Neuausrichtung der arbeitsmarktpolitischen Instrumente – Positionen des Deutschen Gewerkschaftsbundes

-          Workfare und Bürgerarbeit – die richtige Lösung?

-          Geplante Veränderungen in der öffentlichen Beschäftigung – ein Plädoyer für ABM

 

Derzeit beschäftigt sich KESS mit den Themen Ausgaben für Eingliederungsleistungen im Jahr 2008 und Umsetzung des Bundesprogramms „Kommunal-Kombi“.

 

 

7.         Weitere Kooperationen

 

Nicht unerwähnt dürfen die vielfältigen Kooperationen vor Ort bleiben, die vor allem durch die Regionalleiterinnen zu gewährleisten sind. Unter anderem sind das Kooperationen mit:

 

-          Kreisverwaltung und den entsprechenden Fachämtern

-          Ämter für Grundsicherung bzw. Job-Center, Abgeordnete und Beiräte

-          Vereine und Verbände

-          Wohnungsgesellschaften

-          andere Unternehmen

 

Mit den Hartz-Gesetzen wurde im Rahmen der angestrebten Kommunalisierung der Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik die Verantwortung den Regionen bzw. den Kommunen übertragen. Das bedeutet, dass regionale Kooperationen einen hohen Stellenwert in der Arbeit von GefAS einnehmen müssen.

 

 

 

Der Vorstand geht davon aus, dass die wesentlichsten Geschäftsvorfälle des Jahres 2008 in diesem Bericht ihren Niederschlag gefunden haben. Der Bericht hat dennoch nicht den Anspruch auf Vollständigkeit.

 

Den Mitglieder ist der Geschäftsbericht gemäß unserer Beschlusslage vor der Versammlung zugegangen. Damit konnte er von allen zur Kenntnis genommen werden, so dass nun Gelegenheit für die Diskussion bleibt.

 

 

Vielen Dank!